Digital Life
10.12.2014

Online-Shops: PC-User kommen billiger davon als Mac-Nutzer

Manche Online-Shops passen die Preisgestaltung an die User an. Mit einem Apple-Computer bekommt man etwa höhere Preise angezeigt als mit einem Windows-PC.

Jeder, der online schon mal nach den günstigsten Flügen, Hotels oder Elektronikprodukten gesucht hat, weiß, dass die Preise stark variieren und kaum nachvollziehbare Preisunterschiede aufweisen. Manche Aspekte der Preisgestaltung, wie Lagerstand, verfügbare Plätze oder Buchungszeitraum sind zum Teil verständlich. Die Einbeziehung persönlicher Daten und Verhaltensweisen, die die Preise in Echtzeit individualisieren, ist allerdings wenig transparent und kaum durchschaubar.

So hat etwa das Online-Reisebuchungsportal Orbitz zugegeben, dass sie 2012 ein Experiment durchgeführt haben, bei dem Mac-Nutzern teurere Hotels angeboten wurden als PC-Nutzern. Denn man habe herausgefunden, dass Menschen die Apple-Geräte verwenden, bereit sind, mehr für Hotelnächtigungen auszugeben als PC-Nutzer. Laut Wall Street Journal waren die Preise auf der ersten Ergebnisseite auf einem Apple-Computer im Schnitt um elf Prozent teurer als bei denselben Suchkriterien auf einem PC. Außerdem hat Orbitz bestätigt, dass auch Faktoren wie Standort der Nutzer und deren vergangenes, protokolliertes Verhalten auf der Website, Auswirkungen auf die angezeigten Ergebnisse haben.

Bei Sonnenschein wird es teurer

Orbitz ist dabei kein "Einzeltäter". Von einer ganzen Reihe von Online-Shops wurden derartige Praktiken bestätigt. Nicht selten werden für die personalisierte Preisgestaltung auch Kriterien wie vermutete finanzielle Situation sowie die Website, über die Nutzer auf den jeweiligen Online-Shop gekommen sind, berücksichtigt. Freshplum, ein Service für den Online-Handel, das Kriterien einer individuellen Preisgestaltung berechnet, berücksichtigt etwa bei personalisierten Echtzeit-Rabatten sogar das Wetter an dem Standort der Nutzer.

Wie Studienautor Wolfie Christl gegenüber der futurezone erklärt, haben Konsumenten bei derartigen Praktiken keinerlei Chance mehr, zu verstehen, ob und wie ihr individueller Preis oder die Auswahl der ihnen angebotenen Produkte zustande kommen. Es sei weder bekannt, welche genauen Variablen in die Preisbildung einbezogen werden, noch welche persönlichen Daten dafür herangezogen werden.

Datenschutz Serie zum Nachlesen