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Digital Life
07/24/2019

Programmierer baut Fehler in Software ein, um Job zu bekommen

Ein Programmierer in den USA wurde besonders kreativ, um zu garantieren, dass er wieder angeheuert wird.

Der 62-jährige David Tinley hat sich vor einem Gericht laut einer entsprechenden Presseaussendung für schuldig befunden, sogenannte “Logic Bombs” in Programme eingebaut zu haben. Dabei handelt es sich um absichtliche Fehler, die durch bestimmte Umstände - etwa ein voreingestelltes Datum - ausgelöst werden.

Tochter von Siemens

Tinley war demnach von einer US-Tochter von Siemens angeheuert worden, um automatisierte Tabellen zu erstellen. Das Unternehmen nutzte diese Tabellen etwa, um Bestellungen von Material zu koordinieren. 

In den Tabellen baute er Logic Bombs ein, die alle paar Jahre ausgelöst wurden. Die Software hat anschließend nicht mehr korrekt funktioniert und Fehlermeldungen ausgespuckt. Auch die Größe von Buttons hat sich plötzlich verändert, wie es in einem Bericht von Business Insider heißt.

Sein Plan ging auf: Er wurde wieder angeheuert, um die Probleme zu beheben. Für ihn bedeutete das lediglich, die Logic Bomb wieder einige Jahre in die Vergangenheit zu datieren. Wurde sie wieder ausgelöst, hatte er wieder einen Job.

Im Urlaub erwischt

Damit ihm niemand auf die Schliche kam, hatte er den Code per Passwort geschützt. Aufgeflogen ist er, weil er im Urlaub war. Zu diesem Zeitpunkt hat seine Software wieder begonnen, Probleme zu machen. Weil sie von dem betroffenen Unternehmen jedoch dringend benötigt wurde, musste er sein Passwort Mitarbeitern vor Ort weitergeben. Jene entdeckten dann im Code die Logic Bomb.

Seine Anwälte argumentieren, dass er durch die Fehler kein zusätzliches Geld verdiente und lediglich seine proprietäre Arbeit schützen wollte. Für Siemens war die Sache jedoch teuer: Das Unternehmen gab 42.000 Dollar für die Untersuchung des Vorfalls aus. 

Vergleichbare Fälle

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Programmierer aufgrund einer Logic Bomb ins Gefängnis geht. 2008 wurde ein System Administrator in den USA zu 30 Monaten Haft verurteilt, nachdem er die Software so manipulierte, dass nach seinem Abgang von der Firma massenhaft Daten gelöscht werden. 

2018 hat ein Programmierer eine Logic Bomb in eine Gehaltsdatenbank der US-Army eingebaut. Hintergrund war, dass sein Arbeitgeber - ein Zulieferer der US-Regierung - den Auftrag der Army abgeben musste. Er wollte jedoch weiterhin die Datenbanken managen.