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Digital Life
06/28/2019

Russische Suchmaschine Yandex von westlichen Geheimdiensten gehackt

Bei dem Angriff sollten Yandex-Nutzer ausgespäht werden. Zum Einsatz kam ein Trojaner mit Verbindungen zur NSA.

Die russische Suchmaschine Yandex ist nach Angaben von Insidern Ende 2018 im Auftrag westlicher Geheimdienste gehackt worden. Vier mit dem Vorgang vertraute Personen sagten Reuters, mit dem Spionage-Programm Regin sollten die Daten der Nutzer der auch als „russisches Google“ bekannten Plattform ausgespäht werden.

Yandex-Sprecher Ilya Grabowsky räumte den Cyber-Angriff gegenüber Reuters ein und erklärte: „Dieser besondere Angriff wurde in einem sehr frühen Stadium vom Yandex-Sicherheitsteam entdeckt.“ Es sei neutralisiert worden, bevor ein Schaden entstehen konnte.

Trojaner mit NSA-Verbindungen

Vom Programm Regin ist bekannt, dass es von den Geheimdiensten der USA, Großbritanniens, Australiens, Neu Seelands und Kanadas eingesetzt wird. Keiner der fünf Geheimdienste wollte Stellung zu dem Vorfall nehmen. Der Whistleblower Edward Snowden hatte öffentlich gemacht, dass Regin auch vom US-Geheimdienst NSA benutzt wurde.

Die Quellen sagten Reuters, die Hacker hätten offenbar versucht, technische Informationen zur Identifikation der Yandex-Nutzer auszuspähen. Mit diesen Daten hätte man sich als Nutzer ausgeben und einen Account ausspionieren können.

Yandex bietet neben der Suchfunktion auch Email-Dienste oder Taxi-Rufe an. Das Internet-Unternehmen hat nach eigenen Angaben in Russland über 108 Millionen Nutzer pro Monat.