Neue Unterwasserdrohne der Ukraine

Neue Unterwasserdrohne der Ukraine

© Militarnyi

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Neue Bedrohung für Russlands Kriegsschiffe: Ukraine hat Unterwasserdrohnen

Die ukrainische Militärtech-Cluster Brave1 hat Pläne für eine neue Unterwasserdrohne vorgestellt. Der Prototyp „Toloka“ ist mit 3D-Sonar, einem Hydrophon-System und Kameras ausgestattet, um die Umgebung selbstständig zu scannen. Das berichtet das ukrainische Militärportal Militarnyi.

Die Drohne soll bis zu 3 Monate im Standby-Modus bleiben können. Damit könnte sie zur "Loitering Munition" werden. Die Drohne befindet sich bereits im Wasser und aktiviert sich, wenn ein russisches Kriegsschiff in der Nähe ist. Die Drohnen-Pilot*innen können sie dann ins Ziel steuern. Ob die Drohne völlig autonom agieren kann und quasi so zu einer zielsuchenden Seemine wird, ist nicht bekannt.

Jedenfalls soll sie auch für die Kartierung von russischen Minenfeldern eingesetzt werden, damit diese später geräumt werden können. Ziele werden mithilfe einer Kamera sowie Wärmebildkameras identifiziert.

Bis zu 5.000 kg Sprengstoff

Insgesamt sollen 3 Typen dieser torpedoartigen Drohnen entwickelt werden:

  • TLK 1000 (4 bis 12 Meter Länge): Die größte Drohne hat eine Reichweite von 2.000 km und soll bis zu 5.000 kg Sprengstoff tragen können
  • TLK 400 (4 bis 6 Meter): Die mittlere Drohne hat eine Reichweit von 1.200 km und kann 500 kg Sprengstoff transportieren
  • TLK 150 (2,5 Meter): Die kleinste Drohne soll eine Reichweite von 100 km haben und zwischen 20 und 50 kg Sprengstoff laden können. Sie hat einen Elektro-Antrieb

Die Drohnen nutzen GPS sowie ein Trägheitsnavigationssystem, sollte das GPS-Signal durch Jammer blockiert sein. Wird das Signal der Drohne gestört, soll sie selbstständig den Störbereich erkennen können. Mit passivem Sonar, Ultraschallsonar und einem Hydrophon-System orientiert sie sich unter Wasser und erkennt Objekte.

Die Unterwasserdrohne gibt es in 3 Typen

Die Unterwasserdrohne gibt es in 3 Typen

Mast ragt aus dem Wasser

Noch offen ist, wie tief die Drohne tauchen kann. Der Marine-Spezialist H I Sutton vermutet, dass der Kommunikationsmast an der Oberseite der Drohnen aus dem Wasser ragen muss, damit die Steuerung korrekt funktioniert. Das würde die Tauchtiefe erheblich einschränken. Dennoch wäre die Drohne tief genug im Wasser, um sie schwerer entdeckbar zu machen und um sie vor Beschuss durch leichte Waffen zu schützen, wie etwa Maschinengewehre.

Denkbar ist, dass die Drohne lange Strecken tiefer im Wasser, auf einer vorprogrammierten Route, zurücklegt. Der Mast kann dann auch Unterwasser sein, um die Drohne vor Entdeckung zu schützen. Erst wenige Kilometer bzw. unmittelbar vor dem Ziel würde sie dann aufsteigen, damit der Mast aus dem Meer ragt. Mit der möglicherweise darin enthaltenen Kamera kann dann die Drohnenpilot*in die Kamikaze-Drohne manuell ins Ziel steuern.

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