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Stadt Wien warnt vor Gurgeltests auf Willhaben

Auf der privaten Verkaufsplattform Willhaben.at sind aktuell Gurgeltests zu finden, welche die Bevölkerung in Wien bei Bipa gratis bekommen kann. Teilweise werden bis zu 20 Euro pro Test verlangt, manche Verkäufer geben auch Pakete mit 8 Stück um 50 oder 80 Euro ab. Auf Twitter wurden entsprechende Screenshots mit der Aufforderung an Willhaben gepostet, die Angebote zu entfernen.

Stadt Wien rät dringend von Kauf ab

Bei der Stadt Wien kennt man das Phänomen, dass immer wieder Test-Kits auf Willhaben landen. Das sei schon aus der Testphase bekannt, heißt es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. "Zwar ist es schwer vorstellbar, dass jemand für die Gurgeltests bezahlt, da diese ja gratis mittels Gutscheincode über allesgurgelt.at zu erwerben sind. Dennoch raten wir natürlich dringend davon ab, derartige Tests online von Dritten zu erwerben, da man einfach nicht weiß, was in diesen drin ist und ob sie unbeschädigt sind", erklärt ein Sprecher des Stadtrats auf Anfrage der futurezone.

Dass aktuell mit dem statischen Barcode so einfach Testkits in jeder Bipa-Filiale bezogen werden können, sieht man nicht als Problem. Man habe für die Anfangsphase die Hürde so niederschwellig wie möglich gestalten wollen, um möglichst viele Menschen für diese neue Gratis-Testmöglichkeit zu gewinnen. Bipa-Verkäufer*innen seien zudem instruiert, Kunden nur vier Tests auszuhändigen. Um derartige Aktionen wie auf Willhaben zu verhindern, seien die Packungen zudem mit dem Hinweis versehen, dass die Tests unverkäuflich sind. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die kostenlose Ausgabe der Kits an das eigene User-Profil verknüpft werden.

Willhaben hat kein Problem mit den Tests

Bei Willhaben sieht man aktuell keinen Handlungsbedarf, die besagten Angebote von der Plattform zu streichen. Willhaben-Sprecher Andreas Pucher verweist auf Anfrage der futurezone darauf, dass die Tests des Anbieter Lead Horizon seit vielen Wochen regulär im stationären Handel verfügbar seien. "Da das Inverkehrbringen dieser Gurgeltests keiner gesetzlichen Einschränkung obliegt, gibt es daher auch seit damals Angebote auf willhaben.at", sagt Pucher. Er verweist zudem darauf, dass manche User die Tests sogar verschenken oder auch günstiger anbieten, als diese regulär im Handel verkauft werden.

Angesichts dessen, dass die Mehrheit der eingestellten Angebote aus Wien stammt, ist der Hinweis auf den günstigeren Preis zumindest fragwürdig. Aktiv werden will das Unternehmen erst, sollte ein Rechteinhaber - in dem Fall wohl der Hersteller Lead Horizon - auf die Plattform zukommen. "Sollte dies der Fall sein und ein Verkäufer gegen die Distributionsregeln verstoßen haben, werden wir den Sachverhalt umgehend prüfen und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen setzen", teilte Willhaben der futurezone mit.

Stadt Wien mit Resonanz zufrieden

Die Stadt Wien hatte die Möglichkeit, sich mit einem kostenlosen PCR-Gurgeltest auf eine Corona-Erkrankung testen zu lassen, erst am Freitag freigegeben. Die Initiative allesgurgelt.at sieht vor, dass die Testkits bei allen 152 BIPA-Filialen in Wien abgeholt werden können. Bis zu vier Tests können pro Filiale und pro Person abgeholt werden, notwendig dafür ist lediglich ein statischer Barcorde, den es frei auf der allesgurgelt.at-Webseite zu finden gibt.

Nach der Registrierung kann man den eigenen Test bei Bipa, aber auch anderen REWE-Filialen, wie Billa, Merkur, Penny sowie Tankstellen mit REWE-Shops abgeben und erhält innerhalb 24 Stunden per E-Mail ein Ergebnis. Filmt man sich beim Test mit Identitätsnachweis, gilt der Test auch als Bestätigung für Dienstleister wie Frisöre.

Mit dem wienweiten Start am Freitag zeigt man sich im Büro des Stadtrats zufrieden. "Die Resonanz am Freitag und Samstag war jedenfalls sehr positiv. 350.000 Testkits wurden allein an diesen zwei Tagen ausgegeben. Mit einem Bestand von 1,5 Mio. Kits sind wir auch gut für die kommenden Tage aufgestellt", teilte der Sprecher von Stadtrat Hacker mit. Er wies zudem explizit noch einmal darauf hin, dass die Tests auch für Nicht-Wiener*innen - etwa Pendler*innen - zur Verfügung stehen und auch verwendet werden sollen.

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Martin Stepanek

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Erste Computer-Begegnung: Macintosh 128k (1984). Erster eigener Computer: Atari 520ST. Wissenschaftsverliebt. Alte-Musik-Sänger im Vienna Vocal Consort. Mag gute Serien. Und Wien.

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