Um den Tesla Autopiloten wird jetzt in einem Gericht verhandelt.

Um den Tesla Autopiloten wird jetzt in einem Gericht verhandelt.

© APA/AFP/NICOLAS ASFOURI / NICOLAS ASFOURI

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Tödlicher Unfall: Tesla Autopilot funktioniert wie Spurhaltesystem

Im Jahr 2018 ereignete sich ein tödlicher Unfall mit einem Tesla Model X. Auf einem Highway im US-Bundesstaat Kalifornien krachte das Fahrzeug gegen eine Leitplanke, während es vom Autopiloten gesteuert wurde. Daraufhin ging der Tesla in Flammen auf und der 38-jährige Fahrzeuginsasse starb.

Die Angehörigen des verunglückten Mannes verklagten daraufhin Tesla. Die Familie wirft Elon Musk vor, wissentlich ein fehlerhaftes Fahrsystem auf den Markt gebracht zu haben.

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Vor Prozessstart am Dienstag sind jetzt neue Details über den Fall durchgesickert, welche die Washington Post einsehen konnte. Unter Eid habe ein Tesla-Ingenieur diesen Dokumenten zufolge erklärt, dass der Autopilot sich an klar sichtbaren Leitlinien orientiere. Der Fachmann erklärte bei dieser Gelegenheit auch genau, wie der Autopilot von Tesla funktioniert. 

Autopilot funktioniert wie Spurhaltesystem

Laut Washington Post habe der Tesla-Ingenieur Akshay Phatak unter Eid erklärt, dass sich das Fahrsystem von Tesla an den Straßenmarkierungen am Highway orientiert. Es ist damit mit den Spurhaltesystemen moderner Autos vergleichbar sei.

Sind diese Markierungen deutlich zu erkennen, würde sich der Tesla Autopilot daran orientieren, erklärte der Tesla-Ingenieur. Laut den Anwälten der Familie habe sich der Unfall aber an einer Stelle mit unklaren Kennzeichnungen ereignet – an einer Art Pufferzone, die sich an einer Autobahnauffahrt befand.

Laut der Washington Post sei der Tesla von der Fahrspur abgekommen, weil die Markierungen an der Stelle verblasst war. Der Autopilot habe eine deutlichere Markierung auf der linken Seite gefunden, habe das Fahrzeug deshalb plötzlich nach links gerissen und sei so gegen die Highway-Begrenzung gestoßen, sagen die Opfer-Anwälte.

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Tesla will Gegenzeugen auftreten lassen

Laut einem Bericht von Reuters behauptet hingegen Tesla, dass der Unfall allein wegen der Unaufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers passiert sei. Offenbar will Tesla beim Prozess einen Zeugen auftreten lassen, der wissen soll, dass das das Opfer während der Fahrt sein iPhone verwendet hat. 

Bereits im Vorfeld gab es auch einen offiziellen Bericht des National Transportation Safety Board, wonach es nicht nur einen einzigen Grund für den Unfall gebe, sondern mehrere. Zwar hat die Behörde Fehlfunktionen beim Tesla Autopiloten feststellen können, allerdings treffe auch den unaufmerksamen Fahrzeuginsassen Mitschuld. Wer nun tatsächlich für den Unfall verantwortlich ist, wird das Gericht klären müssen. 

Update, 9. 4. 2024: Wie Electrek berichtet, hat Tesla jetzt einen Vergleich geschlossen. Der Familie des Unfall-Opfers wird Geld bezahlt, damit der Fall nicht vor Gericht verhandelt wird. Die Höhe der Summe ist unbekannt.

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