Die meisten Antennen der Fujian befinden sich innerhalb des Turms.

Die meisten Antennen der Fujian befinden sich innerhalb des Turms.

© CCTV

Militärtechnik

"Unsichtbare Antennen" sollen Chinas Flugzeugträger besser machen

Chinas dritter und neuester Flugzeugträger, die Fujian, befindet sich zwar noch in der Testphase. Bereits jetzt werden aber schon Details zum Design des Kriegsschiffs veröffentlicht, wie etwa der "All in one"-Mast.

Am bekanntesten ist die Fujian für ihre elektromagnetischen Flugzeugkatapulte, die Anfang Jänner zum ersten Mal im chinesischen Staatsfernsehen gezeigt wurden. Der einzige andere Flugzeugträger mit dieser Technik, die USS Gerald R. Ford, gilt gleichzeitig als härtester Konkurrent und Vorbild. Sie verfügt über 4 Startbahnen mit Magnetunterstützung (die Fujian hat 3), ist größer als ihr chinesischer Counterpart und wird mit Atomkraft angetrieben, während die Fujian auf Schweröl setzt.

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Antennentechnologie soll besser sein

Die Fujian und Gerald R. Ford unterscheiden sich noch in einem weiteren Punkt: ihren Masten. Die Kommandozentrale der Ford verfügt über einen Mast mit einer Vielzahl von Antennen und Sensoren, der Mast der Fujian ist im Vergleich dazu eher unscheinbar. Das ist allerdings so gewollt.

Die USS Gerald Ford mit ihrem prominenten Antennen-Masten.

Die USS Gerald Ford mit ihrem prominenten Antennen-Masten.

Die Funktionsweisen dieses "multifunktional integrierten elektronischen Masten" wurden kürzlich von Forscher*innen des Nanjing Research Institute enthüllt, wie die South China Morning Post berichtet. Die Forscher*innen waren an der Entwicklung der Technologie beteiligt. Laut ihren Angaben ist der chinesische Mast jenem der USS Gerald R. Ford deutlich überlegen.

Großer Mast ist von Nachteil

Moderne Kriegsschiffsmasten haben im Grunde 3 Hauptfunktionen: Radar, elektronische Überwachung und elektromagnetische Unterdrückung der gegnerischen Systeme. Dazu benötigen sie Antennen unterschiedlicher Größe und Formen. Auf der Ford sind die Antennen außen am Mast angebracht, wodurch sie den Elementen ausgesetzt sind. Das kann ihre Leistungsfähigkeit schmälern. Der prominente Mast führt auch dazu, dass das Schiff von feindlichen Radaranlagen leicht zu erkennen ist.

Durch technologische Weiterentwicklung will China diese Probleme aus der Welt geschafft haben. Die Antennen sind auf der Fujian zum größten Teil im Mast eingebaut. Möglich wird das erst, weil eine Antenne mehrere Aufgaben übernimmt. Eine Herausforderung war laut den Forscher*innen dabei, dass die "All in one"-Antennen dadurch deutlich mehr Daten generieren, als eine Antenne, die nur auf eine Aufgabe spezialisiert ist. Diese müssen möglichst schnell mit Glasfaserkabel weitergeleitet und von spezialisierten Computerchips verarbeitet werden.

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Mehrere Funktionen, aber nicht gleichzeitig

Bei einer Operation, in der feindliche Systeme gestört werden - sogenanntes Jamming - läuft das wie folgt ab: Das System überwacht die Umgebung rund um das Schiff, erkennt Ziele und stellt die Antennen so ein, dass sie die Signale des Ziels abfangen und analysieren können. Dann wird ein Unterdrückungssignal vom Computer generiert und von den Antennen wieder ausgesendet.

Einen Nachteil hat der kleinere Mast aber: Obwohl die Antennen eigentlich multifunktional sind, können sie nicht mehrere Funktionen gleichzeitig ausführen. Laut den Forscher*innen laufen die oben beschriebenen Schritte nacheinander ab. Ziel sei es, sie nebeneinander laufen zu lassen.

 

Auch wenn China bei seinem Flugzeugträger auf unsichtbare Antennen setzt, schlafen die USA nicht. Die futuristisch aussehenden Zerstörer der Zumwalt-Klasse setzen auf ein ähnliches Mast-Design. Laut Berichten wird es allerdings als zu teuer und zu unnötig erachtet, um auf weiteren Schiffen der US-Marine eingesetzt zu werden.

 

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