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Digital Life
12/05/2019

Wie DS Elektroautofahrern die Reichweitenangst nehmen will

Autos zu verkaufen allein reicht nicht mehr. Die Groupe PSA entwickelt ein ganzes Ökosystem an Mobility-Dienstleistungen.

von Florian Christof

Während sich die Groupe PSA auch weiterhin auf das Entwickeln und Herstellen von Autos konzentrieren wird, baut der Autohersteller rund um seine Fahrzeuge ein Ökosystem an Dienstleistungen samt digitaler Kanäle auf. "Mobility as a Service" lautet das Stichwort, wie Florence Vatoux im Gespräch mit der futurezone erklärt. Sie ist Marketingchefin bei Free2Move Services, die digitale Plattform auf der die Groupe PSA zahlreiche Angebote rund um den Bereich "Neue Mobilität" bündelt.

Mit der MyDS-App bietet der französische Autohersteller etwa eine Smartphone-Anwendung für Besitzer eines Fahrzeugs der PSA-Premium-Marke DS. In erster Linie ist die MyDS-App für die Verwaltung des neuen Elektroautos DS 3 Crossback E-Tense gedacht. Damit lässt sich etwa die Heizung und die Klimaanlage von der Ferne steuern oder diese zeitlich programmieren. Ebenso kann damit das Akkuladen geplant und gestartet werden. Auch der aktuelle Akku-Stand des Fahrzeugs kann damit ausgelesen werden.

Mehr als 85.000 Ladepunkte

"Des Weiteren bieten wir mit der 'Free2Move Services'-App den Elektroautofahrern einen Überblick über die öffentlichen Ladestationen in ganz Europa und zeigen ihnen, wo sich die nächsten, passenden Ladepunkte befinden. Insgesamt haben wir mehr als 85.000 Ladepunkte gelistet", sagt Vatoux. Natürlich gibt es auch eine Navigationsfunktion, die den E-Auto-Fahrern den Weg zur nächsten Ladestation anzeigt.

An der Ladestation angekommen, kann man sich mit der App authentifizieren und auch gleich damit bezahlen. Die Tarife richten sich nach den Preisen des jeweiligen Ladepunkt-Anbieters. "Gegen Monatsende erhalten Free2Move-Services-Nutzer eine Sammelrechnung, in der sämtliche Ladevorgänge abgerechnet sind", sagt Vatoux. 

Routenplanung für Elektroautos

Wer eine längere Fahrt mit dem DS Trip Planner plant, bekommt angezeigt, ob er einen Zwischenstopp zum Akku-Laden einplanen muss. Dabei wird eine passende Ladestation vorgeschlagen sowie die zu erwartende Ladezeit angezeigt und in die Streckenplanung einberechnet.

"Wir haben großes Augenmerk daraufgelegt, dass die Restreichweite, Akkustand und Streckenplanung korrekt ausgewertet und dargestellt werden. Dafür ist unser Trip-Planner direkt mit dem E-Auto verbunden und wird quasi in Echtzeit mit den notwendigen Fahrdaten versorgt", erklärt Vatoux.

Echtzeitdaten für das Navi

Sieht der Trip-Planner, dass sich der Akku schneller als erwartet zu Ende neigt oder ein ungeplanter Umweg genommen wurde, fließt das umgehend in die Routenplanung ein. Dementsprechend wird die geplante Strecke in Echtzeit immer wieder neu berechnet.

Sollte sich dabei etwas ändern etwa, dass der Zwischenstopp zum Laden früher oder woanders durchgeführt werden soll, wird der Fahrer per Benachrichtigung am Display im Fahrzeug informiert. "Das garantiert dem Fahrer des Elektroautos Sicherheit und beugt etwaigen Reichweitenängsten vor", sagt die Marketingchefin von Free2Move-Services.

Damit die Informationen über die einzelnen Ladepunkte europaweit aktuell gehalten werden können, arbeitet der französische Autohersteller mit einem speziellen Aggregator zusammen, der die entsprechenden Daten transparent in die DS-Dienste einfließen lässt. Dadurch wird eine verlässliche und aktuelle Information über die Ladeinfrastruktur garantiert.

Sollte ein Ladepunkt gerade nicht funktionieren oder gerade gewartet werden, wird das den DS-Fahrern auch entsprechend angezeigt. Ebenso werden den Elektroautofahrern nur Ladepunkte angezeigt, die mit ihrem jeweiligen Auto kompatibel sind.

Umstellung auf Elektromobilität vereinfachen

"Die Gewohnheiten, wie man ein Fahrzeug verwendet und wie man seine Strecken plant, werden sich mit dem Umstieg auf Elektromobilität zum Teil wesentlich verändern. Wir leisten mit unseren Free2Move-Services und unserem Trip-Planner einen wesentlichen Beitrag dazu, diese Umstellungen so angenehm wie möglich zu machen", erklärt Vatoux.

So geht man bei DS davon aus, dass noch unerfahrene E-Auto-Fahrer meistens einen komplett aufgeladenen Akku haben wollen. "Wir glauben aber, dass es im Alltag nicht so sein wird, dass der Akku des E-Autos bei jedem Ladestopp vollständig aufgeladen wird, was die Fahrer unter anderem durch die Informationen aus dem Trip-Planner sehen werden", sagt Vatoux. Man werde mit der Zeit lernen, dass es nicht notwendig ist, immer hundert Prozent Akku zu haben.

Für alle E-Autos gedacht

Die Free2Move-Services sind nicht nur für DS-Fahrer gedacht, die App ist für alle offen. Die Anwendung funktioniert allerdings besser mit einem DS-Fahrzeug beziehungsweise einem E-Auto der Groupe PSA, weil es eine direkte Datenverbindung zwischen Free2Move-Services und jeweiligen Fahrzeug gibt.

Hat man ein E-Auto von einem anderen Hersteller, kann man ebenso den Trip-Planer nutzen. Zwar werden dabei die Zwischenstopps zum Laden des Akkus angezeigt, allerdings nicht mit den Echtzeit-Daten des Fahrzeugs abgestimmt.

Auch wenn es der Name andeutet, ist die Nutzung von Free2Move-Services nicht kostenlos. Die Groupe PSA lässt sich den Dienst 4,99 Euro im Monat kosten. Fährt man einen DS 3 Crossback E-Tense, einen Opel Corsa-e oder einen Peugeot e-208, erhält man ein Jahr lang, kostenlosen Zugang zur App.