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Digital Life
06/03/2019

YouTuber wird wegen Prank-Video zu Haft verurteilt

Ein moralisch äußerst fragwürdiger Streich brachte einem spanischen YouTuber nun eine Haftstrafe und eine saftige Schadenersatzzahlung ein.

Ein spanischer YouTuber wurde von einem Gericht in Barcelona zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten und einer Schadenersatzzahlung verurteilt. Der Grund ist ein Prank-Video, das der YouTuber, der unter dem Namen ReSet bekannt ist, bereits 2017 gefilmt hatte.

ReSet hatte damals einen Oreo-Keks mit Zahnpasta gefüllt und einem obdachlosen Mann geschenkt. Der Mann aß den Keks und musste sich daraufhin übergeben. Entstanden ist die Idee des Pranks offenbar im Rahmen einer so genannten Challenge, in der der YouTuber dazu aufgefordert wurde, diesen Streich zu spielen.

"Noch nie so schlecht behandelt worden"

Nachdem ReSet, der mit bürgerlichen Namen Kanghua Ren heißt, das Video gepostet hatte, wurde er scharf dafür kritisiert. Er löschte das Video und postet einen Clip, in dem er dem obdachlosen Mann 20 Euro überreichte. Später bot er der Tochter des Prank-Opfers rund 300 Euro an, damit er nicht verklagt wird. Der Obdachlose gab an, er sei noch nie so schlecht behandelt worden, seitdem auf der Straße lebt.

Der Richter stellte nun fest, dass ReSet durch das besagte Prank-Video ungefähr 2000 Euro eingenommen hat. Nun muss der YouTuber dem Obdachlosen 20.000 Euro bezahlen. Hinter Gitter muss ReSet vorerst aber nicht. Haftstrafen unter zwei Jahren in Nicht-Gewaltdelikten werden in Spanien nicht exekutiert.

Was den YouTuber aber vermutlich am härtesten treffen wird, ist, dass der Richter darüber hinaus noch anordnete, dass er seine Social-Media-Kanäle fünf Jahre lang stilllegen muss, wie spanische Medien berichten.