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Games

10 Spiele, die ihr in diesem Jahr vielleicht verpasst habt

Auch wenn wir es gerne würden, wir können nicht über alle Spiele berichten, die in einem Jahr erscheinen. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit, euch 10 großartige Games vorzustellen, von denen ihr vielleicht noch nicht gehört habt - und ein paar honorable Mentions gibt es zum Schluss auch noch.

Exo One

Eines der überraschendsten Spiele dieses Jahr war - zumindest für mich - Exo One. Eigentlich macht man gar nicht so viel, außer eine kleine Kugel mit Schwung über fremde Planeten zu navigieren. Über seltsame Konstruktionen katapultiert man sich von Planet zu Planet, allesamt atemberaubend gestaltet. 

Eingebettet wird das ganze in eine Rahmenhandlung, die unter anderem über journalistische Beiträge indirekt erzählt wird. Man erfährt hier und da etwas über Raumfahrtprogramme oder den "Gravitiy-Antrieb" der Kugel. Einfach serviert bekommt man den Inhalt aber nicht und so bleibt viel Raum für Interpretation. Exo One hat etwas meditatives und ist eine aufregende Spielerfahrung, die ohne große Action auskommt.

Exo One kostet 16,99 Euro bei Microsoft für Xbox Series X/S und PC, ist aber auch im Game Pass enthalten. Bei Steam kostet es 15,99 Euro.

Let's build a Zoo

Wer Aufbauspiele liebt, wird hier seine Freude, eine Herausforderungen und sogar was zum Nachdenken haben. Denn bei Let’s build a Zoo geht es nicht nur darum, seinen Zoo zu erweitern, zu gestalten und mit mehr Besucher*innen auch mehr Geld zu verdienen. Sondern es geht um moralische Entscheidungen, Gleichberechtigung, Umweltbewusstsein und das Tierwohl. Baue ich Windkraftanlagen oder zapfe ich lieber die Stromleitung des örtlichen Netzes an? Kaufe ich seltene Tierarten auf dem Schwarzmarkt, oder rette ich Tiere vor Waldbränden?

Hinzu kommt die Möglichkeit, mit einer CRISPR-Station wilde Kreuzungen zwischen allen möglichen Tieren zu kreieren: Schwein mit Schlange, Gans mit Löwe - es gibt nur moralische Grenzen. Alles geht schnell, man muss immer den Überblick über Gehege, Tiere, Futter und Arbeitskräfte behalten. Das ist sehr fesselnd und hat überraschend viel Tiefgang - außerdem ist es sehr niedlich, wenn ein Pixelhäschen auf einem Trampolin springt.

Let's build a Zoo kostet um die 16 Euro und ist bei Steam und im Epic Game Store verfügbar.

It Takes Two

Wer die diesjährigen The Game Awards verfolgt hat, kam an It Takes Two nicht vorbei. Wie der Name schon sagt, braucht man für dieses gelungene Koop-Game zwei Spieler*innen. Gemeinsam schlüpft man in die Rolle eines zerstrittenen Paares, das kurz vor der Scheidung steht. Der Wunsch der Tochter nach Frieden verwandelt sie in Puppen, die wie in “Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft” durch den Garten ins Haus gelangen müssen.

Dabei treffen sie auf allerlei kriegerische Eichhörnchen und Wespen, schweben über Bällebäder, gleiten durch bezaubernde Schneelandschaften (gefangen in einer Schneekugel) und treten gegen eine lebendig gewordene Affen-Astronauten-Puppe an. Die Fähigkeiten der beiden ergänzen sich und nur gemeinsam können Gegner besiegt und Rätsel gelöst werden. Mit fortschreitendem Spiel wird aber immer deutlicher, dass das Verhalten der beiden Streitenden mindestens fragwürdig, manchmal sogar abstoßend ist. Im Kontrast zum niedlichen Look waren Szenen dabei, die mich emotional sehr mitgenommen haben - die Spielerfahrung war aber umso intensiver.

It Takes Two ist ein EA-Spiel und benötigt damit einen Origin-Account. Positiv daran ist, dass nur eine/r der beiden Spieler*innen das Game kaufen muss, die andere Person kann sich per Freunde-Pass zuschalten. Es ist für PS4 und PS5, Xbox One und Series X/S (in EA Play enthalten), und PC (Origin und Steam) für 39,99 Euro verfügbar. Immer wieder ist es aber im Sale um ungefähr 25 Euro erhältlich.

Geotastic

Ok - es ist ein bisschen geschummelt, denn Geotastic gibt es schon seit Oktober 2020. Außerdem ist die Idee nicht neu, denn es ist eine kostenlose Variante von GeoGuessr. Trotzdem wollte ich euch dieses Projekt nicht vorenthalten, da es erst 2021 wirklich Fuß gefasst hat. Das Prinzip ist an sich simpel: Man landet via Google Streetview irgendwo auf der Welt und muss so genau wie möglich herausfinden, wo man ist. Ich habe beide Games während der Pandemie so häufig gespielt, dass mir ein Blick auf die Stangen, auf denen die Kamera des Google Autos sitzt, verraten konnte, ob ich gerade in Kasachstan oder in der Mongolei bin - don't judge, ich war eben süchtig.

Desto näher man seinen Marker am korrekten Ziel setzt, desto mehr Punkte gibt es. In verschiedenen Spielmodi kann man gegen Freunde oder andere Spieler auf der ganzen Welt antreten, einen Battle Royal Modus gibt es auch. Entwickelt wurde Geotatsic vom Deutschen Eduard But, der das Spiel (noch) komplett über Spenden finanziert. Es ist nur ein Account notwendig, bezahlen muss man nichts - und damit ist es eine echte Alternative zu GeoGuessr, das für den vollständigen Zugriff einen monatlichen Beitrag verlangt.

The Eternal Cylinder

Ein bunter Planet voller Absurditäten wird von einem riesigen rollenden Zylinder zermatscht. Spieler*innen müssen in dieser Welt zurechtkommen und vor der Bedrohung fliehen. Sie steuern eine Gruppe niedlicher Wesen namens Trebhums, die durch bestimmte Mahlzeiten ihren Körper anpassen können. So können sie Heuschreckenbeinchen essen und steigern damit ihre Sprungkraft. Das Spiel hat mich allein durch seine Absurdität schon in den Bann gezogen.

Es schwankt irgendwo zwischen Open-World-Survival und Action-Adventure mit Rätselelementen. Wie man seine begrenzte Zeit nutzt, bis der Zylinder alles niedergewalzt hat, bleibt Spieler*innen selbst überlassen. Versucht man die Herkunft des Zylinders zu erkunden oder entdeckt man die Welt, bevor sie zerstört wird? Immer wieder kann man die Walze für einige Zeit stoppen, indem man Türme aktiviert. Überschreitet man aber eine Grenze auf der Karte, rollt sie weiter und man muss fliehen.

The Eternal Cylinder ist für PS4, Xbox One und Series X/S und im Epic Game Store für ungefähr 25 Euro zu haben.

Sable

Wäre man gemein, würde man Sable einfach als einen Breath-of-the-Wild-Klon abstempeln. Es stimmt, viele Elemente wie das Erkunden, Rätsel lösen und Klettern erinnern schon stark an den Zelda-Teil. Aber Sable besticht durch seinen einzigartigen Grafikstil und sein gelungenes Storytelling.

Manchmal reicht es mir auch einfach, mit meinem coolen Hoverbike durch die erstaunlichen Wüstenlandschaften zu düsen, auf Berge zu klettern und auch von oben über die Welt zu blicken. Das tröstet auch darüber hinweg, dass die Rätsel keine ernsthafte Herausforderung sind. Umso mehr lebt es von seinen Charakteren und Geschichten. 

Sable ist für 25 Euro für Computer (Steam und Epic) sowie Microsofts Xbox One, Series X/S und PC erschienen. Es ist auch im Game Pass enthalten.

Boyfriend Dungeon

Hier hat jemand ganz tief in die Genre-Mix-Kiste gegriffen, denn das Spiel verbindet Dungeon Crawler mit Dating Sim. Spieler*innen verbringen einen Sommer bei ihrem Cousin und finden dort schnell heraus, dass sich unter dem lokalen Einkaufszentrum ein Dungeon voller merkwürdiger Kreaturen befindet. Die Monster, gegen die man sich Stockwerk für Stockwerk nach unten kämpft, sehen wie alltägliche Objekte aus, rufen in unserer Figur aber Angst und Schrecken hervor. 

Verteidigen kann man sich mit sehr speziellen Waffen. Es sind Personen, die zwischen ihrer Waffen-Form und ihrer (meist) menschlichen Form wechseln können. Wir können sie kennenlernen, mit ihnen auf Dates gehen und unsere Verbindung zu ihnen stärken, indem wir mit ihnen kämpfen. Bis der Sommer vorbei ist haben wir Zeit, das Rätsel mysteriöser Angriffe in der Stadt zu lösen und mit den Waffen-Personen zu flirten. Das ist so bizarr wie es klingt, genau das hat mich aber gefesselt. Es ist nett geschrieben und gute Unterhaltung für einige Nachmittage. 

Boyfriend Dungeon ist für zirka 17 Euro für PC (Steam), Nintendo Switch und Xbox One und Series X/S erschienen. Es ist im Game Pass enthalten.

Townscaper

Dieses kleine Game ist ein Wunderwerk. Denn eigentlich macht man hier nichts außer majestätische Städte oder malerische Inseldörfer zu erschaffen. Per Mausklick oder Fingertippen entstehen bezaubernde bunte Häuschen, Brücken, Kathedralen und Türmchen

Es gibt keine Punkte, es gibt keine Zeitbegrenzung und auch kein Ziel. Man kann sich einfach ein bisschen auf die Schönheit und die beruhigende Atmosphäre einlassen, die das kleine Spiel mit seinem hübschen Grafikstil entstehen lässt. Wenn es gerade sehr hektisch ist und man einfach mal ein bisschen Ruhe braucht, findet man sie hier. Ich habe jedenfalls einige Stunden damit verbracht, ohne dass ich gemerkt hätte, wie die Zeit vergeht.

Twonscaper kostet je nach Plattform 4 bis 5 Euro und ist für iPhone und iPad im App Store, für Android im Google Play Store, für PC (Steam, Epic und GoG) und für Xbox One bzw. Series X/S erschienen. Es ist außerdem im Game Pass enthalten.

Happy Game

Happy ist hier gar nichts, ganz im Gegenteil durchlebt man im neuen Spiel des tschechischen Studios Amanita Design (Samorost, Machinarium) 3 Alpträume eines Kindes. Spielzeuge werden zu verstörend grinsenden Horrorgrimassen, die wir als Spieler verzerren und auseinanderziehen müssen, um Rätsel zu lösen. Das Studio bleibt sich treu. Trotz des "gruseligeren" Szenarios haben die Figuren den einzigartigen Amanita-Zeichenstil und alles ist untermalt mit der kreativen Soundkulisse, die ohne Sprache und Schrift auskommt. 

Wir bewegen uns von Rätsel zu Rätsel, die meisten durch ziehen, antippen, Schalter umlegen und kombinieren gelöst werden können. Sie sind allesamt absurd und abwechslungsreich und werden recht intuitiv gelöst, indem man einfach mal überall herumklickt und guckt, was passiert. Happy Game ist meiner Meinung nach nicht das stärkste Amanita-Design-Spiel, wer von ihrem Stil aber ebenso verzaubert ist wie ich, wird auch hier gut unterhalten. Hat man noch kein Spiel der Tschechen gespielt, sollte man unbedingt das großartige Machinarium nachholen. 

Happy Game ist für PC (Steam, GoG, itch.io) und Nintendo Switch erschienen und kostet 13 Euro.

Overboard!

Detektiv-Geschichten sind bei Videospielen beliebt, von Baphomets Fluch über Sherlock Holmes bis Agatha Christie sind sie seit Jahren fester Bestandteil von Adventure-Games. Overboard! dreht den Spieß um und lässt uns auf einer Kreuzfahrt zur Mörderin werden. Wir müssen es mit allen Mitteln schaffen, unentdeckt zu bleiben, bis das Schiff anlegt und wir flüchten können. Dafür müssen Spuren verwischt, Personen auf falsche Fährten geführt und Zeug*innen unglaubwürdig gemacht werden. 

Das Studio Inkle konnte schon mit dem großartigen "80 Days" überzeugen und legt mit Overboard! ein fesselndes Abenteuer nach. Das ist vor allem auf Tablets zu empfehlen, da die Runden recht kurz sind und man sich schnell dabei erwischt, es immer und immer wieder auf andere Weise durchspielen zu wollen. Die schönen Animationen, kreativen Ideen und gut geschriebenen Dialoge machen das Spiel zu einem sehr kurzweiligen Erlebnis. 

Overboard! kostet 12 Euro für PC (Steam und GoG) und Nintendo Switch. Für Smartphones kostet es 7 bzw. 6 Euro (Google Play Store und App Store)

Außerdem zu empfehlen

2021 war ein ziemlich starkes Jahr für Indie-Games, alle können wir hier nicht nennen. Trotzdem möchte ich ein paar Spiele nicht unterschlagen, die sonst auf dieser Seite zu Unrecht nicht vorkommen:

Wer immer noch nicht genug hat, kann unter futurezone.at/games-im-test nachsehen, was uns dieses Jahr gefallen (oder auch nicht gefallen) hat.

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Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction.

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