Games
12.06.2016

Mehr Hardware als Games: Was von der E3 zu erwarten ist

Ob PlayStation Neo, Xbox One "Scorpio", ein neues "Red Dead Redemption" oder "Skyrim 4K": Wir fassen zusammen, was auf der E3 zu sehen sein wird.

Während sich in Europa derzeit alles um Fußball dreht, wird Los Angeles in den nächsten Tagen zum Mekka der Videospiel-Branche. Die E3 (Electronic Entertainment Expo) lockt wieder mehr als 50.000 Fachbesucher aus aller Welt nach Kalifornien. Obwohl die Messe nicht mehr jenen Stellenwert genießt, den sie noch vor einem Jahrzehnt hatte, dürfte sie auch 2016 mit einigen Highlights aufwarten - sowohl an Spielen als auch an neuer Hardware.

So dürfte Microsoft den „Heim-Event“ nutzen, um der Xbox One im Wettkampf mit der Playstation 4 neuen Schwung zu verleihen. Und auch Sony, Bethesda, EA, Ubisoft und Nintendo werden nicht untätig bleiben, denn sie haben eigene Pressekonferenzen angekündigt. Das Schöne daran: Die meisten Pressekonferenzen finden erst dann statt, wenn die Abendspiele der Europameisterschaft bereits vorüber sind. Perfekt für jene, die noch auf der Suche nach Abend- oder Nachtprogramm für die nächsten Tagen sind.

Wer nicht bis spät in die Nacht wach bleiben möchte, kann am Morgen auf der futurezone nachlesen, was in Los Angeles angekündigt wurde. Wir sind vor Ort und werden uns täglich mit Hintergrundberichten, Blogeinträgen und Hands-Ons zu Wort melden. Doch was kann man dieses Jahr von der E3 erwarten? Wir geben einen Überblick.

Frischzellenkur

In den vergangenen Monaten tauchten unzählige Gerüchte auf, die viele Xbox-One- und PlayStation-4-Spieler verärgert haben dürften. Sowohl Sony als auch Microsoft sollen an neuen, leistungsstärkeren Versionen ihrer Spielkonsolen arbeiten. Der Grund dafür ist simpel: Während die Hardware für aktuelle Spiele ausreicht, geht sowohl PlayStation 4 als auch Xbox One bei Virtual-Reality-Titeln die Puste aus. Ruckler und magere grafische Details könnten die Illusion der virtuellen Realität zerstören. Zudem verbreiten sich 4K-Fernseher rasant, doch keine Spielkonsole der aktuellen Generation kann Videospiele in 4K-Auflösung wiedergeben.

Grund genug für eine „ PlayStation 4.5“ und eine „ Xbox One and a half“. „ Sony Interactive Entertainment“-CEO Andrew Housebestätigte die Gerüchte bereits gegenüber der Financial Times.Das neue Gerät soll teurer und leistungsfähiger als die aktuelle PlayStation 4 sein, alle Spiele werden aber weiterhin für beide Plattformen erscheinen. Die High-End-PlayStation werde aber nicht auf der E3 gezeigt, so House. Sony dürfte die offizielle Präsentation wohl für die Gamescom im August oder die Tokyo Game Show im September planen -zumindest vor der Veröffentlichungvon SonysVirtual-Reality-Brille PlayStation VRim Oktober.

Rätselraten bei Microsoft

Microsoft hält sich im Gegensatz zu Sony noch bedeckt, zuletzt häuften sich aber die Leaks. So berichten Kotaku, The Verge und Polygon, dass Microsoft die Xbox One „schrumpfen“ könnte. Das wuchtige Gehäuse der Spielkonsole soll um bis zu 40 Prozent verkleinert werden, dabei aber die gleiche Leistung wie das aktuelle Modell bieten. Zudem soll die „Slim“-Variante 4K-Videos unterstützen, mehr internen Speicher bieten (zwei statt einem Terabyte) und dabei noch günstiger sein. Ein verlockendes Angebot, mit dem sich Microsoft kurzfristig einen Vorteil gegenüber Sony verschaffen könnte. Auch hier ist mit einer Veröffentlichung 2016 zu rechnen, in den Leaks ist durchgehend von August die Rede.

Unklar bleibt, ob dieses Jahr eine zweites Xbox-One-Upgrade auf der E3 zu sehen sein wird: Das neue High-End-Modell trägt Microsoft-intern den Codenamen „Project Scorpio“ und soll die Rechenleistung der Xbox One auf bis zu sechs TeraFLOPS hochschrauben. Ein gewagtes, aber möglicherweise lukratives Unterfangen: Bislang war die Xbox One der PlayStation 4 in puncto Performance leicht unterlegen (1,84 gegenüber 1,31 TeraFLOPS). So könnte Microsoft Sony aber mit einem ordentlichen Satz überholen, denn Leaks zufolge soll die Leistung der „ PlayStation Neo“ bei 4,14 TeraFLOPS liegen. Das könnte für viele Spieleentwickler den Ausschlag bei der Plattformwahl geben.

Nintendo hält sich fern

Ursprünglich wollte Microsoft „Scorpio“ erst im kommenden Jahr vorstellen, doch die nun bekannt gewordenen Pläne von Sony könnten für eine Änderung im Zeitplan gesorgt haben. Womöglich gibt Microsoft bereits dieses Jahr einen Ausblick auf das kommende Hardware-Upgrade, um mehr Entwickler auf seine Seite zu ziehen. Wer übrigens darauf hofft, dass Nintendo seine mysteriöse neue Konsole NX auf der E3 vorstellen könnte, muss sich noch etwas gedulden. Lange deutete alles auf eine Präsentation auf der E3 hin, doch Nintendo kündigte im Mai dann an, dass „NX nicht auf der E3 zu sehen sein wird und im Laufe des Jahres enthüllt wird.“

Angst vor der Hardware

Das Rätselraten um die neuen Konsolen wirft auch einen Schatten auf das Herzstück der E3, die Spiele selbst. Wohl aus Angst, in der Berichterstattung um die neue Hardware unterzugehen, hat Ubisoft bereits im Vorfeld seine Highlights enthüllt: „Watch Dogs 2“ und „Star Trek Bridge Crew“, einen der wohl ungewöhnlichsten VR-Titel der vergangenen Monate. Wie der Name bereits verrät, schlüpft der Spieler darin in die Rolle eines Crew-Mitglieds im „Star Trek“-Universum. Wie das genau aussieht, wird Ubisoft am Montag Abend (22 Uhr MEZ) verraten.

Skyrim als Neuauflage

Den Anfang im Pressekonferenz-Reigen macht jedoch Electronic Arts Sonntagabend (22 Uhr MEZ). Über mögliche Ankündigungen neuer Titel ist wenig bekannt, als sicher gilt jedoch, dass die im Vorfeld angekündigten „Titanfall 2“, „Battlefield 1“ und „Mass Effect Andromeda“ dort zu sehen sein werden. Zudem werden Sport-Fans mit neuen Details zu FIFA 17, Madden 17 und NHL 17 auf ihre Kosten kommen.

Am Abend folgt dann Bethesda, dessen groß angekündigte Pressekonferenz bereits seit längerer Zeit Rätsel aufgibt. Im Vorjahr nutzte man die Gelegenheit, um „Fallout 4“ anzukündigen. Dementsprechend groß sind die Erwartungen, denn Bethesda wird diesen Event nicht nur für einen „Fallout 4“- oder „Doom“-DLC einberufen haben. Als sicher gilt, dass erstmals Gameplay-Material von „Dishonored 2“ gezeigt wird. Derzeit wird über eine überarbeitete Version von „Skyrim“ für die aktuellen Spielkonsolen, „The Evil Within 2“, „Prey 2“ oder ein neues „Wolfenstein“ spekuliert.

Bei Microsoft dürfte die Software eine eher untergeordnete Rolle spielen. So werden bereits bekannte Exklusiv-Titel gezeigt: „Gears of War 4“, „Halo Wars 2“, „ReCore“ und „Sea of Thieves“ gelten als sicher. Zudem könnte auch ein neues „Tomb Raider“ gezeigt werden, das anlässlich des 20-jährigen Jubiläums angekündigt werden soll. Da Microsoft bereits bei „Rise of the Tomb Raider“ einen zeitlich beschränkten Exklusiv-Deal mit Square Enix ausgehandelt hat, könnte man sich auch diesen Titel vorübergehend exklusiv gesichert haben.

Rockstar-Besuch bei Sony?

Bei Sony hoffen wohl viele „Naughty Dog“-Fans auf einen Nachfolger von „Uncharted“ oder „The Last of Us“. Zumindest „The Last of Us 2“ erscheint nach dem Erfolg des Vorgängers sowie des HD-Remakes als realistisch. Aber auch ein neues „God of War“ ist längst überfällig und könnte Gerüchten zufolge vorgestellt werden.

Als sicher gilt, dass Sony großen Wert auf seine Exklusiv-Titel legen wird. Neben dem erneut verschobenen „No Man’s Sky“ werden wohl auch „Detroit“, der neue Titel der „Heavy Rain“-Schöpfer, sowie „The Last Guardian“ und „Horizon“ erneut gezeigt. Zudem gibt es Gerüchte, wonach Rockstar im Rahmen der Sony-Pressekonferenz „Red Dead Redemption 2“ zeigen könnte.

Von Nintendo sind wohl keine Überraschungen zu erwarten. Der Konzern kündigte bereits im Vorfeld an, dass man sich auf „The Legend of Zelda“, die kürzlich angekündigten „Pokemon Sun“ und „Pokemon Moon“ sowie das Augmented-Reality-Spiel „Pokemon Go“ konzentrieren will.

Streaming und Virtual Reality

Obwohl die E3 eigentlich keine Hardware-lastige Messe ist, könnte dieses Jahr eine wahre Flut an neuen Geräten vorgestellt werden. Neben den neuen Konsolen hat Microsoft offenbar noch zumindest zwei weitere Geräte im Gepäck, die den Namen Xbox tragen sollen. Eines davon dürfte ein Konkurrent für den Apple TV und Amazons Fire TV werden. Über die Streaming-Box können einfache Windows- und Xbox-Apps ausgeführt werden, zudem werden einfache Xbox-Spiele unterstützt. Das zweite Gerät in USB-Stick-Form soll etwas weniger Leistung bieten, dafür aber zum Streaming von Xbox-Spielen auf andere Fernseher eingesetzt werden. Bereits jetzt ist es möglich, Spiele von der Xbox One auf Windows-PCs zu streamen.

Zudem herrscht weiterhin großes Rätselraten um Microsofts Virtual-Reality-Pläne. Obwohl man mit der HoloLens bereits eine Augmented-Reality-Brille (mit Spielen) entwickelt hat, fehlt bislang ein direkter Konkurrent für Oculus Rift VR, HTC Vive und PlayStation VR. Zuletzt pflegte Microsoft eine gute Beziehung zu Oculus, das zum Start der Oculus Rift VR den Xbox-One-Controller beilegte. Zudem können Xbox-One-Spiele über einen Windows-10-PC auf die Oculus Rift VR gestreamt werden. Native Unterstützung für die Xbox One gibt es aber nach wie vor nicht.

Livestreams

Hier findet ihr eine Liste der wichtigsten Pressekonferenzen, die in den kommenden Tagen stattfinden werden, sowie die dazugehörigen Livestreams:

Sonntag

Montag

Disclaimer: Die Pressereise zur E3 wird von Xbox Österreich bezahlt.