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Netzpolitik
08/08/2019

Auch Amazon will 8chan nach El-Paso-Massaker nicht hosten

Das umstrittene Internet-Forum 8chan, bei dem das Manifest des El-Paso-Attentäters veröffentlicht worden war, ist weiter offline.

Auch der Cloudanbieter Amazon Web Services (AWS) will die Seiten nicht auf seinen Servern hosten. „Der Inhalt von 8chan ist Hassrede und ist gemäß unserer Nutzungsbedingungen inakzeptabel“, sagte ein AWS-Sprecher dem Fachdienst „Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI“ in Berlin.

Keine neue Heimat

Der frühere Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos hatte vermutet, 8chan aber auch die rechtsextreme Seite Daily Stormer könnten über ihren Dienstleister Epik Serverplatz bei Amazon anmieten. „Obwohl 8chan nicht auf AWS gehostet wird, arbeiten wir mit ihrem direkten Anbieter (Epik) zusammen, um sicherzustellen, dass 8chan nicht indirekt AWS-Ressourcen über einen unserer Kunden nutzt“, sagte der AWS-Sprecher dem Fachdienst. Zuvor hatten bereits andere Web-Dienstleister wie Cloudflare abgelehnt, die Seiten auf ihren Servern vorzuhalten und gegen sogenannte Denial-of-Service-Attacken zu schützen.

8chan ist bekannt dafür, dass die Betreiber die von Nutzern geposteten Inhalte nicht kontrollieren oder löschen. Das lockt unter anderem Rassisten auf die Plattform. Neben dem Amoklauf in El Paso hatten zuvor auch die Todesschützen in Christchurch (Neuseeland) und Poway in Kalifornien ihre Taten auf 8chan angekündigt und gerechtfertigt.