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Netzpolitik
01/21/2020

Deutsche Regierung verschläft Aus für Windows 7

Windows 7 ist immer noch auf 33.000 PCs in deutschen Ministerien und Behörden installiert. Jetzt wird es teuer.

Das Ende von Windows 7 kommt die deutsche Regierung teuer zu stehen. Da das veraltete Betriebssystem immer noch auf mindestens 33.000 PCs in diversen Bundesministerien und Bundesbehörden installiert ist, muss die deutsche Regierung Microsoft nun für speziellen Support zahlen. Laut Auskunft der Bundesregierung fallen dafür in diesem Jahr 800.000 Euro an. Das geht aus einer Beantwortung einer Anfrage der Grünen hervor.

Aus für Gratis-Support bei Windows 7

Microsoft hat den Gratis-Support, wie lange angekündigt, mit 14.01. eingestellt. Auch in den kommenden beiden Jahren sollen Kosten von zumindest mehreren Tausend Euro anfallen. Es gebe keine „zentrale Übersicht“ über die Umstellung vom alten auf das neue System, heißt es vom Parlamentarischen Staatssekretär Günter Krings (CDU) in der Antwort der Regierung. Fünf der 14 Bundesministerien seien demnach gar nicht aufgelistet.

„Die Behörden und Ressorts sind für die zeitgerechte Windows-10-Umstellung nach Auslaufen des Supports von Windows 7 eigenverantwortlich.“ Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sprach gegenüber dem „Handelsblatt“ von „massiven Versäumnissen“ der Regierung. Neben dem finanziellen Schaden seien die alten IT-Systeme „angesichts eines anhaltend hohen Bedrohungspotentials grob fahrlässig“.

Kritik an fehlender Strategie

Auch der Steuerzahlerbund kritisierte die Mehrkosten. „Es hapert an einer effektiven ressortübergreifenden Abstimmung, jedes Ministerium werkelt bei der IT für sich allein“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel dem „Handelsblatt“. Er forderte eine professionelle, einheitliche und effiziente IT der Bundesverwaltung.