Netzpolitik
08.08.2018

DSGVO: Mehr als 1000 US-Portale für Europäer gesperrt

Noch immer sind mehr als 1000 US-Nachrichtenseiten hierzulande nicht erreichbar, Instapaper ist jedoch wieder verfügbar.

Gut zwei Monate nach dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai sind noch immer mehr als 1000 US-Nachrichtenseiten nicht in Europa zu erreichen, wie heise.de mit Hinweis auf Erhebungen das Nieman Lab berichtet. Dazu gehört auch jedes dritte Onlineportal der hundert größten US-Zeitungen: Nicht mehr problemlos zugänglich sind aus Europa nun unter anderem die Chicago Tribune, die New York Daily News, die Dallas Morning News sowie die Baltimore Sun. Eine konstant aktualisierte Liste mit den nicht erreichbaren Angeboten kann über das Nieman Lab abgerufen werden.

Die Blockaden waren von den Medien am 25. Mai errichtet worden, um sich vor den hohen Strafen zu schützen, die ein Verstoß gegen die DSGVO mit sich bringt. Davor hatte es eine zweijährige Übergangsfrist gegeben, in der die Medien entsprechende Maßnahmen hätten treffen können. Allerdings betonen diese, dass die geringe Anzahl an europäischen Lesern die vergleichsweise hohen Investments nicht rechtfertigt.

Instapaper wieder erreichbar

Wieder in der EU erreichbar ist wiederum der Dienst Instapaper, mit dem User längere Artikel speichern können, um sie später auf ihren mobilen Geräten zu lesen. Die Betreiber hatten per 25. Mai noch nicht alle Anforderungen der DSGVO erfüllt und daher europäische User ausgesperrt. "Wir sind glücklich, in der EU zurück zu sein. Wir entschuldigen uns für die lange Ausfallzeit," verkündete das Unternehmen schließlich am 7. August auf seinem BlogInstapaper hat nun seine Datenschutzerklärung um jene Rechte ergänzt, welche die User durch die DSGVO bekommen haben - unter anderem das Recht, jederzeit seine Daten anzufordern.

Als Wiedergutmachung für den Ausfall bekommen alle User, die davon betroffen waren, das kostenpflichte Abo " Instapaper Premium" sechs Monate lang gratis. Normalerweise kostet das Abo drei US-Dollar pro Monat oder 30 US-Dollar pro Jahr. Die Bezahlversion ist unter anderem kostenfrei und ermöglicht eine Volltextsuche.