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Netzpolitik
08/07/2019

Österreich soll bis Ende 2030 Gigabit-Internet bekommen

Verkehrsminister Andreas Reichhardt hat am Mittwoch den Startschuss für die Breitbandstrategie 2030 ausgegeben.

Die 2013 ins Leben gerufene Breitbandmilliarde läuft mit 2020 aus. Der RTR-Chef Klaus M. Steinmaurer geht davon aus, dass das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit einer Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 100 Mbit/s bis Jahresende 2020 nahezu erreicht wird. In der Zwischenzeit wurde am Mittwoch die nächste Breitbandstrategie für das Jahr 2030 gestartet. Die Zielsetzung dabei ist klar: Bis Ende 2030 will man die flächendeckende Versorgung mit Gigabit-fähigen Anschlüssen.

Finanziert werden soll diese aus den verbleibenden Mitteln der Strategie 2020, Investitionen der Netzbetreiber sowie aus den Erlösen der geplanten Frequenzversteigerung im Frühjahr 2020.

Für die Auktion im Frühjahr nächsten Jahres sind im Budget vorerst 350 Mio. Euro eingeplant. Den Netzbetreibern soll noch genug Geld bleiben um das Netz auch rasch auszubauen, so Reichhardt. Sämtliche Mobilfunknetzbetreiber befinden sich in ausländischer Hand, bei A1 hat die mexikanische America Movil das Sagen (der Staat hält noch ein Viertel am ehemaligen Monopolisten), Magenta gehört der Deutschen Telekom und „3“ dem chinesischen Mischkonzern Hutchison.

NÖ, OÖ und Tirol voran

Besonders eifrig beim Breitbandausbau waren bisher Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol, während das Burgenland, Kärnten und die Steiermark noch Luft nach oben haben. Die anfänglich schleppende Nachfrage nach Förderungen für Leerverrohrungen habe sich nicht zuletzt durch die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens mehrerer Gemeinden gebessert.

„Die Infrastruktur ist die Mutter der Digitalisierung“, so Steinmaurer. Und auch für die nächste Mobilfunkgeneration 5G brauche man den Glasfaserausbau. „5G zieht das Glas ins Land hinaus“, so der Chef der Regulierungsbehörde mit Verweis auf die jetzt verlegte Kupferleitung, die den Anforderungen nicht mehr entspreche. Der Wechsel zu Glasfaser werde aber dauern, schließlich habe der Ausbau der Kupferleitungen 70 Jahre in Anspruch genommen.

Historische Wurzeln

Die Breitbandmilliarde wurde 2013 von der damaligen SPÖ/ÖVP-Regierung beschlossen und wird aus dem Erlös der Versteigerung von Funkfrequenzen finanziert. Die Nachfolgeregierung aus ÖVP und FPÖ hielt an den Zielen der Vorgängerregierung fest, bis nächstes Jahr flächendeckend eine Internetgeschwindigkeit von 100 Mbit/s anzubieten.

Mit Stand Juli 2019 haben bisher knapp 840.000 Personen von der Breitbandmilliarde profitiert. Das entspreche rund der Hälfte der unterversorgten Bürger, hieß es kürzlich im Evaluierungsbericht „Breitband in Österreich“ des Verkehrsministeriums.