Netzpolitik
26.04.2018

US-Justiz ermittelt gegen Huawei wegen Iran-Sanktionen

© Bild: APA/AFP/GREG BAKER / GREG BAKER

Huawei soll US-Waren an den Iran geliefert und damit die Handelsblockade umgangen haben, behauptet die US-Justiz.

Wegen möglicher Verstöße gegen die Iran-Sanktionen hat die US-Justiz Ermittlungen gegen den chinesischen Telekommunikationsgiganten Huawei eingeleitet. Das berichtete die US-Zeitung Wall Street Journal. Huawei soll seit 2016 Produkte mit US-Ursprung in den Iran geliefert haben und damit das US-Embargo gegen den Iran verletzt haben. Ein Huawei-Sprecher erklärte, der Konzern halte sich an alle "Gesetze und Regulierungen", einschließlich der von UNO, USA und EU verhängten Sanktionen.

Huawei ist einer der größten Telekommunikationsanbieter der Welt. In den USA wird der Konzern wegen mutmaßlich enger Verbindungen zur chinesischen Regierung kritisch beäugt: US-Vertreter befürchten, dass die Handy- und Netzwerkangebote von Huawei ein Einfallstor für chinesische Spionage sein könnten. Huawei ist zudem ein Konkurrent für US-Unternehmen.

Neben Huawei haben die USA auch den chinesischen Elektronikhersteller ZTE ins Visier genommen. Erst in der vergangenen Woche hat es die Regierung ZTE verboten, Elektronikbauteile und Software an US-amerikanische Unternehmen zu verkaufen. Das Verbot soll für sieben Jahre gelten. Grund für die Verhängung des Verbots ist ebenfalls ein angeblicher Bruch der Iran-Sanktionen.