Ben Geskin hat Renderbilder der S10-Serie auf Basis von Leaks erstellt

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01/17/2019

Alles, was zum Samsung Galaxy S10 bekannt ist

Durch zahlreiche Leaks sind Modelle, Spezifikationen und Fotos des neuen Galaxy S10 durchgesickert.

von Gregor Gruber

Das Galaxy S10 ist eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse der Mobilfunkbranche. Eine Vielzahl an Informationen sind bereits an die Öffentlichkeit geraten. Diese zeichnen ein sehr gutes Bild, was uns mit Samsungs neuen Spitzenmodellen erwartet: Größere Bildschirme durch ein Redesign, neue Mobilfunktechnologie, schnellere Prozessoren und mehr Kameras.

Mit der Überarbeitung der gesamten Serie will Samsung will sein Smartphone-Geschäft wieder ankurbeln. Denn 2018 gingen die Verkäufe von Geräten im Premium-Segment deutlich zurück. Auch Apple bekam dies zu spüren: Ähnlich wie Samsungs Sprung vom S8 zum S9 war auch der Schritt vom X zum Xs nicht groß genug, um die User zu begeistern. Das neue Galaxy S10 soll also nicht nur Samsung-User zum Neukauf anregen, sondern auch verdrossene Apple-Fans.

Die folgenden Informationen stammen aus Leaks verschiedener Quellen. Diese gehen hauptsächlich zurück auf Insider bei Mobilfunkern und Unternehmen, die Komponenten für Samsung herstellen. Auch wenn diese Infos von mehreren verschiedenen Quellen stammen, kann das tatsächliche S10 von diesen Leaks abweichen. Die Fotos sind großteils Renderbilder, die auf Basis der Leaks erstellt wurden.

Vier Modelle

Die S10-Reihe soll gleich vier Modelle umfassen, die alle unterschiedliche Display-Größen haben. Diese sind:

Galaxy S10 Lite: 5,8 Zoll
Galaxy S10: 6,1 Zoll
Galaxy S10+: 6,4 Zoll
Galaxy S10 X: 6,7 Zoll

Das S10 Lite könnte Leaks zufolge auch S10 E heißen. Es soll das einzige Modell der S10-Serie sein, das keine abgerundeten Display-Ränder, sondern einen klassisch flachen Bildschirm hat.

Ausstattung

Je nach Markt wird es die Modelle in verschiedenen Speichergrößen geben. Bis auf das S10 Lite sollen alle in den USA den Snapdragon 855 Prozessor nutzen und in Europa Samsungs hauseigenen Exynos 9820. Das Lite wird voraussichtlich einen schwächeren Prozessor haben, möglicherweise den des 2018 erschienen Galaxy S9.

  • Galaxy S10 Lite: 128 GB Speicher, 3100 mAh Akku
  • Galaxy S10: 128 GB/512 GB Speicher, 3500 mAh Akku
  • Galaxy S10+: 128 GB/512 GB/1 TB Speicher, 4000 mAh Akku
  • Galaxy S10 X: 1 TB Speicher, 5000 mAh Akku

Informationen zu den RAM-Größen sind bisher nur spärlich vorhanden. Das Lite soll mindestens 4 GB haben, in einem anderen Leak von TuttoAndroid sind wiederum von sechs Gigabyte die Rede. Das S10 und S10+ sind mit zumindest 6 GB ausgestattet. In der 512-GB- und 1-TB-Speicherversion (nur S10+) sollen das S10 und S10+ aber 8 GB RAM haben. Das S10 X soll sogar 10 oder 12 GB RAM haben.

5G

Nur eines der vier S10-Modelle soll für den nächsten Mobilfunkstandard 5G geeignet sein: Das S10 X. Da viele Länder gerade erst dabei sind 5G aufzubauen, hat Samsung vermutlich auf den 5G-Chip bei den anderen Modellen verzichtet. Die reine Hardware ist hier nicht der Kostentreiber, sondern die Lizenzgebühren, die Samsung pro verkauftem Stück bezahlen müsste.

Preise

In England sind die Pfund-Preise für die vier Modelle durchgesickert. Hier sind sie umgerechnet und gerundet in Euro.

  • Galaxy S10 Lite: 750 Euro
  • Galaxy S10: 900 Euro
  • Galaxy S10+: 1000 Euro
  • Galaxy S10 X: 1450 Euro

Ein späterer Leak des italienischen Blogs TuttoAndroid legte auch die angeblichen Euro-Preise offen, die zumindest für den italienischen Markt vorgesehen wären. Demnach kostet das S10 Lite 779 Euro, das S10 kostet zumindest 929 Euro. Für das S10+ werden 1049 Euro fällig. Speicher-Upgrades (mehr RAM und interner Speicher) kosten 150 bzw. 250 Euro. Das S10 X soll sogar mit stolzen 1599 Euro zu Buche schlagen.

Vorstellung und Verfügbarkeit

Offiziell wird das Galaxy S10 bei Samsungs “Unpacked”-Event am 20. Februar vorgestellt. Noch nicht klar ist, ob tatsächlich alle vier Geräte zu sehen sein werden. Gerüchten zufolge könnte sich Samsung das S10 Lite oder S10 X aufsparen, um es am Mobile World Congress vorzustellen, der in der Folgewoche in Barcelona stattfindet.

In den großen Ländern soll die S10-Reihe ab dem 8. März erhältlich sein – bis auf das S10 X. Dieses kommt angeblich erst am 29. März in den Handel und das vorerst nur in Samsungs Heimatland Südkorea.

So sieht laut Leaks das Samsung Galaxy S10+ aus

Neues Design

Alle vier Modelle sollen auf einen Notch verzichten. Die Frontkamera ist stattdessen in einem Loch im Display, an der rechten Oberseite, eingebaut. Dieses Selfie-Loch wird je nach Modell unterschiedlich groß ausfallen.

Das S10+ und S10 X sollen eine größere Aussparung haben. Noch ist nicht ganz klar, ob hier dann zwei Selfie-Kameras mit unterschiedlichen Brennweiten untergebracht werden, oder ob neben der Kamera ein Infrarot-Sensor verbaut ist. Dieser würde für eine bessere Gesichtserkennung sorgen, um etwa das Gerät per Gesichtsscan zu entsperren.

Durch die zur Seite hin abgerundeten Display-Kanten und den Verzicht auf einen Notch wird das Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis verbessert. Das S10 soll so die Illusion erwecken, ein nahezu randloses Display zu haben. Samsung nennt dies das Infinity-O-Display.

Wie schon bei früheren S-Geräten, sollen auch die S10-Modelle in mehrere Gehäusefarben angeboten werden. Diese sind länderspezifisch. So ist es wahrscheinlich, dass in Österreich nicht alle Farben zum Marktstart verfügbar sein werden.

Mehr Kameras

Das S10 und S10+ sollen ein Triple-Kamera-Setup haben, wie schon das zuvor präsentierte Galaxy A8s. Neben der normalen Weitwinkel-Linse mit 24 Megapixel, soll es eine 10-Megapixel-Tele-Kamera geben, die einem optischen 2-fach-Zoom entspricht. Die dritte Kamera soll ein Sensor mit fünf Megapixeln sein, der für das Sammeln von Tiefeninformationen zuständig ist.

Das S10 Lite soll nur ein Dual-Kamera-Setup haben. Hier wird vermutlich auf den Tiefensensor verzichtet. Beim S10 X soll es dafür gleich vier Kameras geben. Ob die vierte Linse ein 5-fach-Zoom-Objektiv oder ein Super-Weitwinkel-Objektiv ist, ist noch nicht bekannt.

Fingerabdruckscanner im Display

Dem aktuellen Trend folgend, soll das S10 einen „Ultraschall“-Fingerabdruckscanner haben, der im Display integriert ist. Die Ultraschall-Technologie ist zwar teurer, soll aber verlässlicher sein als die optischen Fingerprintscanner. Solch einen hat etwa das Huawai Mate 20 Pro verbaut.

Lediglich das S10 Lite soll aus Kostengründen auf den Fingerabdruckscanner im Bildschirm verzichten. Berichten zufolge soll der Scanner aber nicht an der üblichen Position auf der Rückseite sein, sondern seitlich am Gehäuse, in einer der physischen Tasten.

Software

Das S10 soll die aktuelle Android-Version 9.0 Pie nutzen. Wie üblich wird Samsung seine eigene Benutzeroberfläche darüberlegen. Diese wurde überarbeitet und heißt jetzt One UI. Für das Galaxy S9 kann bereits die Beta-Version davon getestet werden.

Samsung betont, dass OneUI besonders für Geräte mit größeren Displays optimiert wurde. Damit ist wohl nicht nur das S10+ gemeint, sondern auch Samsungs kommendes Smartphone mit faltbarem Display, das aufgeklappt wie ein Tablet verwendet werden kann.

Leaks zufolge wird das Selfie-Loch in die Benutzeroberfläche eingebunden. Um das Loch wird ein leuchtender Ring angezeigt, wenn etwa die Frontkamera oder die Gesichtserkennung zum Entsperren des Geräts aktiv ist. Dieser leuchtende Ring könnte auch die LED-Benachrichtigungsleuchte ersetzen, die aufgrund des schmalen Rahmens nicht mehr im Gehäuse Platz hat.

Samsung wird auch beim S10 weiter an seinem Sprachassistenten Bixby festhalten und vermutlich neue Funktionen dafür vorstellen. Dementsprechend wird uns wohl auch beim S10 die dedizierte Bixby-Hardwaretaste nicht erspart bleiben. Und wie zuvor wird man sie vermutlich nicht deaktivieren können.

Kopfhöreranschluss

Das Streitthema 3,5mm-Klinkenanschluss ist beim S10 noch nicht geklärt. Die Leaker sind sich noch nicht einig darüber, ob es den Kopfhöreranschluss geben wird oder nicht. Der aktuelle Stand ist, dass das S10 Lite keine 3,5mm-Buchse haben wird, die restliche S10-Serie aber schon.

Wo ist mein Falt-Phone?!

Aktuellen Berichten zufolge wird Samsungs erstes Smartphone mit faltbarem Display offiziell nicht Teil der S10-Serie sein. Deshalb wird das Galaxy Fold, so der kolportierte Name, nicht am 20. Februar final vorgestellt werden.

Stattdessen wird gemunkelt, dass Samsung einen Teaser für das Fold zeigen wird, ähnlich wie es das Unternehmen bei seiner Entwicklerkonferenz gemacht hat. Dort war es nur in einem Erlkönig-Gehäuse zu sehen, dass das finale Design des Geräts verhüllt hat.