Die eSIM verkleinert den Formfaktor um ein Vielfaches

© T-Mobile / Marlena König / Marlena König

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04/25/2019

Betrugsfälle bei eSIM: Mobilfunker stoppen Online-Aktivierung

Mit A1 bietet nun auch der größte österreichische Mobilfunker die eSIM an. T-Mobile und Drei bestätigen Sicherheitsprobleme.

von Martin Stepanek

Seit Mittwoch können nun auch Kunden von A1 als Alternative zu physischen SIM-Karten eine eSIM-Karte bestellen. Der Mobilfunker folgt damit Drei und T-Mobile, die schon seit längerer Zeit damit am Start sind. eSIMs können etwa in den neuesten iPhones als virtuelle Haupt- oder Zusatz-SIM-Karte eingerichtet werden. Auch einige Smartwatches bieten die Möglichkeit einer eSIM. Dabei sollte man vor dem Kauf aber abklären, ob die aktuelle eSIM-Generation tatsächlich unterstützt wird.

"Betrügerische Aktivitäten"

Während A1 gerade erst mit eSIM beginnt, mussten Drei und T-Mobile bereits erste Lehren aus dem früheren Start ziehen. So drehten beide Mobilfunker laut einem Bericht des Standard die ursprünglich angebotene Option ab, eSIM-Karten rein online bestellen und auf digitalem Weg aktivieren zu können. Während Drei auf Nachfrage der futurezone von "sicherheitstechnischen Gründen" spricht, wird man bei T-Mobile deutlicher.

"Die Aktivierung der eSIM ist derzeit über Online-Kanäle aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es wurden vermehrt betrügerische Aktivitäten durch Kriminelle beobachtet und daher musste dieser Schritt gesetzt werden. Wir arbeiten an Maßnahmen, um die Online-Aktivierung so schnell wie möglich wieder freizuschalten", sagt T-Mobile-Sprecherin Barbara Holzbauer zur futurezone.

Drei erweitert sein eSIM Portfolio

QR-Code im Shop abholen

Um eine eSIM zu erwerben, muss man daher in Shops der Betreiber, wo man einen QR-Code für die Aktivierung bekommt. Weitere Möglichkeiten sind die Zustellung des QR-Codes und PIN über postalischen Weg, nachdem man sich bei der Hotline ausgewiesen hat. Diese Möglichkeiten, als QR-Code im Shop abholen, oder postalisch zuschicken lassen, hat zum Start auch A1 gewählt - wohl auch, um nach den Vorfällen bei Drei und T-Mobile auf der sicheren Seite zu sein.

Als dritte Variante kann man bei T-Mobile sein eSIM-Gerät nach Anruf bei der Hotline per eID aktivieren lassen, falls das vom Gerät unterstützt wird. Bei Drei gibt es zumindest die Möglichkeit, sich in der Hotline mit Kundenpasswort auszuweisen und dann per E-Mail den QR-Code zugeschickt zu bekommen. Alle Mobilfunker versichern, dass der Prozess der Bestellung und Aktivierung stetig verbessert und vereinfacht wird. Auch die reine Online-Aktivierung, ein wesentlicher Vorteil von eSIM, könnte damit ein Comeback feiern.

Drei und T-Mobile mit eSIM zufrieden

Über die bisherige Geschäftsentwicklung zeigt man sich bei T-Mobile und Drei zufrieden. Angesichts der geringen Anzahl verfügbarer eSIM-Endgeräte verzeichne T-Mobile monatlich mehr eSIM-Aktivierungen als ursprünglich angenommen, teilte Holzbauer mit.

Bei Drei wiederum entwickeln sich neben den iPhones vor allem Smartwatches als eSIM-Treiber, wie Drei-Sprecher Tom Tesch der futurezone mitteilte. Dass man mehr eSIMs für Smartwatches als Geräte verkauft habe, deute darauf hin, dass einige Nutzer genau wegen der eSIM zu Drei kommen.

A1 setzt auf Internet der Dinge

Bei A1 sieht man das Thema eher als Treiber für die vernetzte Zukunft, Stichwort Internet of Things. Dass Hersteller wie Apple oder Samsung durch die eSIM einen Vorteil haben, sei kein Geheimnis. Wenn allerdings große Konzerne wie Samsung oder Apple auf eSIM umsteigen, müsse man diese Option als Mobilfunker auch bedienen, sagte Schützenauer. Darüber hinaus könne man von der Entwicklung ebenfalls profitieren.

"Da internetfähige Geräte durch die eSIM noch kompakter und kleiner gebaut werden können, ergeben sich dadurch völlig neue Möglichkeiten auch abseits von Uhren, Smartphones oder Tablets. Da sehen wir - abseits von Smartphones, Tablets und Smatwatches eigentlich den größten Markt für die Zukunft", sagt A1-Sprecher Jochen Schützenauer auf futurezone-Anfrage. Durch das geringe Mobilfunk-Preisniveau in Österreich gehe er auch nicht davon aus, dass der eSIM-Markt durch etwaige Zweit-Verträge explodiere.