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10/16/2019

Das sind die besten Gratis-Alternativen für MS Office

MS Office 365 muss nicht sein, wenn man auch kostenlose Programme nutzen kann. Die futurezone zeigt, welche Optionen man hat.

von Franziska Bechtold

Microsoft kündigte an, ab 2020 den Support für sein zehn Jahre altes Office 2010 einzustellen. Mit Office 2019 und Office 365 hat Microsoft derzeit noch zwei umfangreiche Sammlungen im Angebot. Die geht mit einem Startpreis von 99 Euro jährlich oder 10 Euro monatlich ins Geld, da man vom Einmalkauf auf ein Abo-Modell umgestiegen ist. Die futurezone stellt kostenlose Alternativen vor. 

Vorab sollte klar gestellt werden, dass Microsofts Office-Paket in seiner aktuellsten Variante keine wirkliche Konkurrenz hat. Insbesondere Excel sucht derzeit seinesgleichen. MS Office ist inzwischen sehr umfangreich und bietet je nach Version Cloud-Services und gemeinsames Editieren an. Das bedeutet, viele Menschen können gemeinsam an einem Dokument, einer Tabelle oder einer Präsentation arbeiten - gleichzeitig von PC, Mac und Smartphone.

In Kombination mit dem kostenpflichtigen MS-Office-Paket zum Download, bestehend aus Word, Excel, Power Point und Outlook, kann diesen Umfang derzeit kein anderer Dienstleister bieten - allerdings braucht das auch nicht jeder. Wer nach Alternativen sucht, sollte zunächst klären wofür man Word, Excel und Co überhaupt nutzt. Privatanwender haben andere Anforderungen als Unternehmen, einige brauchen dringend Excel-Tabellen, anderen reicht gemeinsame Textverarbeitung.

Der LibreOffice Writer hat die modernste Oberfläche.

Calc von LibraOffice kommt Excel am nächsten.

Auch die Apache Version von Calc ist eine gute Excel-Alternative.

Der Apache Writer hinkt beim Design gegenüber der Libre-Version nach.

Open Office

Praktisch an MS Office ist, dass alle Apps in einem Paket geliefert werden. Wer auf diese Bequemlichkeit nicht verzichten möchte, der kann auf ein kostenloses Office-Komplettsystem zurückgreifen. Was 2000 als Open Office entstand, hat sich inzwischen in Apaches Open Office und LibreOffice gespaltet. Beide Varianten enthalten die Anwendungen Writer (Textverarbeitung), Calc (Tabellenkalkulation), Impress (Präsentationen), Draw (Vektorgrafiken), Base (Datenbanken) und Math (Formeleditor). Sie sind für PC, Mac und Linux verfügbar. LibreOffice hat seinen Service auch für Android veröffentlicht, das Bearbeiten von Dokumenten ist allerdings noch in der Beta-Phase. für iOS ist die Umsetzung derzeit in der Entwicklung.

Aber: Wer schon mal mit Open Office gearbeitet hat weiß, dass das nicht immer reibungslos geht. Die Kompatibilität mit anderen Dateiformaten und das Öffnen von umfangreichen Dateien aus Word stellt sich mitunter als schwierig heraus. Für den enormen Umfang, den sie kostenlos zur Verfügung stellen, kann dieser Kompromiss jedoch akzeptabel sein. 

Google 

Wer eine permanente Verbindung zum Internet hat und gleich ganz auf das Herunterladen von Programmen verzichten möchte, der kann auf die Google Drive Dienste zurückgreifen. Mit Docs, Tabellen, Präsentationen und Formularen deckt die Webanwendung die wichtigsten Funktionen ab. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, Texte für andere freizugeben und so gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Praktisch ist auch, dass fast jedes Gerät mit Internetzugang die Google Apps nutzen kann - seit der Einführung von iPadOS auch Apple-Tablets. Als App können alle Google Drive Dienste 

Die Anwendungen können kostenlos genutzt werden, vorausgesetzt man besitzt ein Google-Konto. Wer professioneller arbeiten möchte, kann ab 5,20 Euro die G Suite nutzen. Dort sind neben den Drive-Anwendungen auch E-Mail-Verwaltung, 30 GB Cloud-Speicher pro Nutzer sowie Admin-Tools zur Datensicherheit integriert.

Apple

Die drei wichtigsten Anwendungen - Schreiben, Rechnen und Präsentieren - bekommen MacOS- und iOS-Nutzer aus dem hauseigenen iWork Office-Paket. Pages (Text) und Numbers (Tabellen) sind eher Basisprogramme und haben Probleme damit, komplexere Word- und Excel-Dateien zu verarbeiten. Keynote hingegen hat sich als beliebtes und professionelles Präsentations-Tool durchsetzen können.

Präsentationen können über die in der iCloud integrierten Web-App erstellt und von mehreren Personen bearbeitet werden. Sie sind zudem mit Power Point kompatibel, was ein gemeinsames Arbeiten über verschiedene Systeme hinweg erleichtert. Windows-Nutzer können mit einem iCloud-Account ebenfalls die Online-Anwendungen von iWork nutzen und an Keynote-Präsentationen arbeiten.

MS Office Online

Mit der Konkurrenz Google Drive im Nacken hat Microsoft eine deutlich schlankere Variante aller Office-Anwendungen online zur Verfügung gestellt. Die kann auch kostenfrei genutzt werden, sofern man ein Microsoft-Konto hat. Hier sind allerdings nicht alle Funktionen verfügbar, die in der kostenpflichtigen Download-Variante enthalten sind. 

Grundlegende Aufgaben, wie Texte schreiben sowie Tabellen und Präsentationen erstellen, sind aber mit der Online-Variante problemlos möglich. Pluspunkt für MS-Office-Nutzer: Die Umstellung von Office 2010 ein neues Programm fällt leicht. Alle MS-Office-Anwendungen sind zudem als Apps für Android und iOS verfügbar. Sie bieten, ähnlich der Online-Variante, nur begrenzte Bearbeitungsmöglichkeiten.

WriteMonkey

Puristen, die eine Lösung für kreatives Schreiben suchen, können WriteMonkey nutzen. Das Programm bietet minimale Ablenkung, mit einer besonders sauberen Vollbild-Oberfläche und Funktionen wie einem Timer, der das Arbeiten effektiver macht. Wer viel und lange konzentriert schreiben will und sich erstmal über Formatierungen keine Gedanken machen muss, kann den kostenlosen, kompakten Writer ausprobieren. Für den Writer ist auch ein Dark Mode verfügbar. Der Writer bietet darüber hinaus viele Freiheiten, um die Oberfläche optisch individuell anzupassen. Die Texte lassen sich als .txt oder Word-Datei speichern. Mit seiner überschaubaren Größe von 1,6 MB frisst er zudem kaum Speicherplatz.

Thunderbird

Keines der bisher genannten Office-Pakete liefert ein Programm für die Verwaltung von E-Mails, während MS Office Outlook bereitstellt. Apple-Nutzer können auf Mail zurückgreifen, das bereits mit dem Betriebssystem geliefert wird. PC- und Linux-Anwender können das größte kostenlose Mail-Programm nutzen: Mozilla Thunderbird. Neben der Verwaltung von E-Mails und einem Kalender wurde ein RSS-Newsreader, ein Chat-Client und eine Twitter-Anbindung eingebaut, die Thunderbird zu einer starken Arbeitsumgebung machen. Das Programm der Firefox-Entwickler ist die derzeit umfangreichste Outlook-Alternative.