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Gaming-Handy mit Ansteck-Lüfter: Asus ROG Phone II ausprobiert

Asus hat im Vorfeld der IFA in Berlin sein Gaming-Smartphone ROG Phone II auch für Europa angekündigt. Das Handy ist für das Spielen ausgelegt und verfügt nicht nur über einen besonders ausdauernden Akku, sondern kommt sogar mit einem aktiven Lüfter, der das Handy bei rechenintensiven Anwendungen abkühlt. Ich habe es in Berlin ausprobiert. 

Das Handy ist mit einer Displaydiagonale von 6,6 Zoll alles andere als klein. Auch der Akku hinterlässt in Sachen Gehäusedicke recht deutlich seine Spuren. Verwendet man das Handy im Hochformat, sorgt das für eine erschwerte Handhabung. Im Querformat und so, wie man normalerweise spielt, liegt das Gerät deutlich besser in die Hand. Das ist kein Zufall. Laut Asus ist das Handy für die Bedienung im Querformat ausgelegt. So wurde auch die Soundausgabe entsprechend optimiert. Beim Hands-on war es allerdings zu laut, um dieses Versprechen zu überprüfen.

Die Verarbeitung des Gerätes geht durchaus in Ordnung. Das Display sitzt sehr nahe am Glas, wodurch die Anzeige sehr scharf ist. Gerade bei Spielen fällt das positiv aus. Auch die Auflösung von 2340 x 1080 Pixeln bei 120 Hz tut ihr Übriges.

Der Lüfter

Standardmäßig wird das Rogphone in Europa mit aktivem Lüfter ausgeliefert, wie ein Asus-Mitarbeiter gegenüber der futurezone erklärt. Der Lüfter selbst wirkt nicht außergewöhnlich hochwertig, eher wie ein gewöhnlicher Computerventilator mit einem Plastikgestell, um ihn am Handy zu befestigen. Das bewirkt allerdings auch, dass er nicht besonders schwer ist. Das ist bei dem ohnehin nicht leichten Gerät ein Vorteil. 

Damit der Lüfter mit Strom versorgt werden kann, befindet sich eine USB-C-Schnittstelle nicht auf der kurzen, sondern auf der langen Kante des Handys. Wenn man das Gerät also im Querformat bedient, hat man den Anschluss für das USB-Kabel unten oder oben und nicht seitlich. Ein kleines Detail, das aber die Handhabung beim Spielen durchaus verbessern kann. 

Der Stromverbrauch des Lüfters soll laut Asus kaum merkbar sein und bei unter einem Prozent liegen. In Sachen Handhabung ist das Gerät mit Lüfter gewöhnungsbedürftig. Das kühlende Plastikgestell fühlt sich anfangs wie ein Fremdkörper an, den es loszuwerden gilt. Hat man sich aber einmal daran gewöhnt, ist es halb so schlimm. Laut Asus senkt die aktive Lüftung die Temperatur des Innenlebens des Handys um etwa 5 Grad. Gerade dann, wenn man gleichzeitig lädt und im heißen Bus oder Auto spielt, könnte das durchaus sinnvoll sein.

Auch die Benutzeroberfläche ist eindeutig auf Gamer zugeschnitten. Das Design erinnert teilweise an das, was man eigentlich von Razer gewohnt ist.

Innenleben und Geschwindigkeit

Im Inneren des Handys rechnet ein Snapdragon 855 Plus, der mit einer maximalen Leistung von 2,96 GHz getaktet ist. Dazu gibt es 12 Gigabyte RAM. Im kurzen Test waren die Ladezeiten von Titeln wie Asphalt 9 oder PUPG Mobile angenehm kurz und das Spielen durchwegs flüssig.

Um Speicherplatz muss man sich übrigens in keiner Version des Handys Sorgen machen. Das ROG Phone II kommt wahlweise mit 512 Gigabyte oder 1TB Flash-Speicher.

Fazit

Asus hat mit dem ROG P ein Handy für Hardcore-Gamer im Angebot, das seine Versprechen zuverlässig erfüllt. Wie notwendig der Lüfter in gewöhnlichen Temperaturbedingungen wirklich ist, kann in Frage gestellt werden. Immerhin liegt er dem Handy ohnehin bei und man kann selbst Erfahrungen sammeln. Durchaus merkbarere Auswirkungen dürfte der große Akku haben. Selbst dann, wenn man nicht ausgiebig spielt, dürfte man die 6.000 mAh durchaus zu schätzen wissen.

Für einen Preis von 899 Euro (512 GB) bekommt man in Sachen Innenleben einen wahren Herkules unter den Smartphones. Wer viel Leistung mit einem großen Akku möchte und durch die massive Bauweise nicht abgeschreckt ist, kann sich das ROG Phone näher ansehen. Die Ein-Terabyte-Version schlägt mit 1199 Euro zu Buche.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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