Die Energiewende ist auf Lithium angewiesen.

Die Energiewende ist auf Lithium angewiesen.

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Fallende Lithium-Preise machen E-Autos günstiger

Lithium ist in den Akkus fast aller E-Autos enthalten, der Rohstoff wird auch oft als "weißes Gold" bezeichnet. Seit Mitte 2021 stiegen die Lithiumpreise aufgrund der Nachfrage stark an. In den vergangenen 3 Monaten kam es jedoch zu einem Preisverfall um 20 Prozent, wie das Unternehmen Benchmark Mineral Intelligence errechnete.

Neben Lithium wurde auch Cobalt günstiger - und zwar über die Hälfte. Kupfer, das ebenfalls für E-Motoren und Batterien gebraucht wird, vergünstigte sich um etwa 18 Prozent. Das ist insofern ungewöhnlich, als Kupferminen in den USA und Abbauländern wie Peru zuletzt Probleme hatten, ihre Schürfkapazitäten zu erhöhen.

Preisentwicklung von Lithium ist unklar

Die Preisentwicklung verwirrt auch viele Analyst*innen, die vorhergesagt hatten, dass die Preise hoch bleiben und sogar steigen würden. Stattdessen erleichtern es die gesunkenen Preise für Autobauer, ihre E-Autos günstiger anzubieten. Tesla vergünstigte etwa die Preise seiner 2 teuersten Autos, dem Model S Sedan und dem Model X SUV, erst diesen Monat um mehrere Tausend Dollar.

Die Meinungen gehen jedoch auseinander, ob die Preise für Rohstoffe weiter fallen und wie viel Lithium in den kommenden Monaten und Jahren kosten wird. Manche Expert*innen sagen, dass die fallenden Preise an der fallenden Nachfrage nach E-Autos in Europa und China liegen. Geht es nach ihnen, würden die Preise bald wieder steigen. Andere führen die Vergünstigungen allerdings auf neu erschlossene Minen zurück.

Schürfen bleibt lukrativ

Trotz des Preisverfalls bleibt das Schürfen nach Lithium weiterhin ein lukratives Geschäft. Der Abbau des Metalls kostet zwischen 5.000 und 8.000 Dollar pro Tonne, verkauft wird es um das 10-fache. Bis 2050 muss die Produktion von Lithium allerdings um das 42-fache ansteigen, um den Übergang zu grüner Energie zu bewerkstelligen, gibt die US-Regierung an.

Lithium gibt es auf der Welt genug, bislang galt das Metall allerdings nicht als besonders wertvoll. Seit dem Aufstieg von Elektroautos ist die Nachfrage allerdings enorm gestiegen. "Der Abbau ist nicht das, was die Kosten in die Höhe treibt", ist sich Bold Baatar vom Bergbauunternehmen Rio Tinto sicher. "Es geht um die Verfügbarkeit von Verarbeitungsanlagen".

Chinesisches Verarbeitungs-Monopol

Die meisten dieser Anlagen befinden sich in China. Außerhalb der Volksrepublik gibt es nur wenig Know-How, wie sich solche Verarbeitungsanlagen bauen lassen. Das rief auch die US-Regierung auf den Plan, die das chinesische Monopol brechen will und Milliarden in die Entwicklung von Lithiumminen und -anlagen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern investierte.

Erst im vergangenen Jahr schloss die US-Regierung die Minerals Security Partnership ab. Dabei handelt es sich um ein Programm, das den Abbau von seltenen Materialien lokalisieren und finanzieren sowie das Recycling steigern soll. Die weiteren Mitglieder der Partnerschaft sind u.a. die EU, Australien, Japan und Großbritannien.

Autobauer nehmen Lithium-Produktion selbst in die Hand

Manche Autobauer investieren auch selbst in die Verarbeitung von Lithium. Tesla kündigte etwa erst diesen Monat an, eine Verarbeitungsanlage in Texas zu planen. Der US-Autobauer General Motors investierte kürzlich ebenso 650 Millionen Dollar in das Bergbauunternehmen Lithium Americas. Sollte der Preis des Metalls weiter sinken, könnten sich diese Investitionen allerdings als Verlustgeschäft herausstellen.

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