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Realme 7 Pro im Test: Mittelklasse zum Einsteigerpreis

Im Frühjahr ist der chinesische Smartphone-Anbieter Realme in Österreich gestartet. Dabei konnte das Realme 6 im futurezone-Test mit seinem hohen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Für das Realme X50 Pro hat es im futurezone-Test jedoch nicht ganz gereicht.

Nun hat die Tochtermarke von Oppo die nächste Charge aufgelegt und das Realme 7 Pro in Österreich auf den Markt gebracht. Ich habe mir angesehen, ob das Smartphone sein Geld wert ist.

Von der Aufmachung her, weiß Realme zu begeistern. So können sich die auf der Realme-Website angepriesenen Highlights des 7 Pro sehen lassen: Hochwertiger Bildschirm, hochauflösende Kamera und großer Akku, der sich besonders schnell aufladen lässt.

Realme 7 Pro

Das Handling des Realme 7 Pro ist nahezu optimal. Mit den Maßen von 160,9 x 74,3 x 8,7 mm ist es kein klobiges Gerät, liegt gut in der Hand und lässt sich auch weitgehend mit einer Hand bedienen. Dir Rückseite ist jedoch etwas rutschig. Das Gerät fühlt sich trotz Plastikrahmen und -rückseite zwar hochwertig an, ein richtiges Premium-Feeling wollte bei mir aber nicht aufkommen.

Display mit Einschränkungen

Das Super-AMOLED-Display misst 6,4 Zoll in der Diagonalen und löst mit 1.080 x 2.400 Pixel auf. Realme hat sich offenbar bemüht, den Rahmen rund um den Screen so gering wie möglich zu halten. Im Vergleich zu Spitzengeräten fällt der Rahmen aber doch etwas breiter aus - vor allem auf der Unterseite, bei dem sogenannten Kinn.

Die Selfie-Kamera ist im oberen rechten Eck in einer kleinen Aussparung untergebracht. Auch der Fingerprintsensor befindet sich direkt im Display. Geschützt wird die Frontpartie von Corning Gorilla Glass 3+ und die Always-on-Funktion für das Display gibt es auch.

Die Display-Qualität ist mir nicht wirklich negativ aufgefallen. Vergleicht man es allerdings mit höherwertigeren Smartphones, werden schon einige Unterschiede evident. So sind zum Beispiel Farbstärke und Sättigung nicht ganz so ausgeprägt wie man es vielleicht gerne hätte. Auch die maximale Helligkeit könnte etwas höher sein.

Dass Realme dem Bildschirm des 7 Pro keine höhere Refresh-Rate verpasst hat, ist zwar schade, aber angesichts des Preises nicht weiter verwunderlich.

Tolle Kamera, bis auf ...

Realme setzt beim 7 Pro auf eine Vierfach-Kamera, die sich auf Rückseite auf einem rechteckigen Modul befindet: 64 MP (f/1,8) Hauptkamera, 8 MP (f/2,3) Weitwinkellinse, 2 MP (f/2,4) Makroobjektiv und ein 2 MP (f/2,4) Tiefensensor.

Mit der Hauptkamera im Standardmodus lassen sich wirklich gute Bilder aufnehmen. Vor allem bei optimalen Bedingungen - etwa Tageslicht im Freien - gibt es kaum etwas an den Bildern auszusetzen. Sie sind an der richtigen Stelle scharf, die Farbwiedergabe ist in Ordnung, Sättigung und Kontrast ebenso.

Standardmodus mit dem Realme 7 Pro

Im Innenraum oder bei schlechteren Lichtverhältnissen gelingen immer noch durchaus brauchbare Fotos. Eine erstklassige Qualität darf man sich hier nicht mehr erwarten, aber die Fotos sind immer noch mehr überdurchschnittlich gut. Auch der Porträt-Modus funktioniert wunderbar.

Die Objekte oder Gesichter im Vordergrund werden nahezu optimal frei- und scharfgestellt, während der Hintergrund leicht unscharf gemacht wird. Glücklicherweise übertreibt es die Software des Realme 7 Pro dabei nicht, sodass bei Porträt-Fotos eine gewisse Natürlichkeit erhalten bleibt.

Weitwinkel mit Schwächen

Beim Weitwinkel zeigen sich dann allerdings gröbere Schwächen: Die Farbstärke ist nicht mehr allzu gut, Kontrast und Sättigung können auch nicht vollends überzeugen. Das größte Problem bei Weitwinkelaufnahmen ist jedoch die Schärfe. Je weiter man in Richtung Bildrand blickt, desto unschärfer werden die Fotos.

Weitwinkelfotos mit dem Realme 7 Pro

Fotografiert man beispielsweise die Weiten einer Landschaft ab, werden diese Schwächen nicht allzu schwer zu tragen kommen. Nimmt man allerdings Objekte vor die Linse, die nicht so weit weg sind, fallen die unscharfen Details schon recht deutlich auf.

Night-Mode könnte besser sein

Der Night-Mode ist ein bisschen eine Glücksache: Wenn man es schafft, das Smartphone richtig ruhig zu halten, entstehen halbwegs brauchbare Bilder. Meistens allerdings sind die Nachtfotos verwackelt.

Um wirklich gute Nachtfotos aufnehmen zu können, muss Realme noch an seiner Kamera-Software schrauben. Denn die Night-Mode-Bilder mit dem Realme 7 Pro wird man sich eher nicht ausdrucken und aufhängen. Für Erinnerungen an eine durchzechte Partynacht reichen sie aber allemal.

Night-Mode und Zoom

Einen optischen Zoom gibt es nicht. Einen 2-fachen und einen 5-fachen Digital-Zoom kann man aber in der Kamera-App auswählen. Die Bilder mit der 2-fachen Vergrößerung gehen tatsächlich noch in Ordnung. Hier sind die Abstriche gegenüber dem Standardmodus gar nicht mal so schlimm. Der 5-fache Zoom ist jedoch zum vergessen und unbrauchbar.

Und wie bei den meisten Smartphones ist auch beim Realme 7 Pro das Makroobjektiv mehr Schmuckstück als brauchbare Kameralinse. Wer Objekte in Nahaufnahme ablichten will, sollte eher zum Standardmodus greifen. Dieser nimmt wesentlich bessere Bilder auf als das Makroobjektiv.

Selfie-Kamera und Videoqualität

Die Selfie-Kamera löst mit 32 MP (f/2,5) auf und liefert durchwegs tolle Bilder. Auch der Porträt-Modus funktioniert mit der Frontkamera ähnlich gut wie mit der Hauptkamera.

Selfie

Die Videoqualität des Realme 7 Pro ist nicht allzu berauschend. Genauer gesagt, ist das Bildrauschen viel zu viel. Natürlich lassen sich Videos aufnehmen, die eine brauchbare Qualität haben, allzu viel sollte man sich allerdings von den Videoclips nicht erwarten.

Der Super-Steady-Mode schafft es, das Wackeln stark zu reduzieren. Allerdings wirken die Bilder dabei sehr unnatürlich und nicht wirklich ansehnlich. Timelapse- und Zeitlupen-Funktion sind auch an Bord.

Leistung und Anschlüsse

Beim Prozessor setzt Realme auf den Mittelklasse-Chip Snapdragon 720G von Qualcomm. Dem stehen je nach Modell 6 beziehungsweise 8 GB RAM zur Seite. Beim Speicherplatz gibt es keine Wahlmöglichkeiten, dieser beträgt 128 GB.

Mit diesem technischen Rückgrat ist das Realme 7 Pro für nahezu alle Anwendungen ausreichend gerüstet. Im Test sind mir keine Verzögerungen oder längere Wartezeiten aufgefallen.

Mit an Bord sind WLAN nach den Standards 802.11 a/b/g/n/ac und Bluetooth 5.1. Ein herkömmlicher 3,5mm-Kopfhöreranschluss ist ebenso vorhanden wie ein eigener Einschub für eine microSD-Karte. 5G-fähig ist es nicht.

Verwirrung gibt es unterdessen über die NFC-Antenne. Ob das Realme 7 Pro NFC-fähig ist, hängt von der Region ab, in der das Gerät verkauft wird. Während mein Testgerät NFC-fähig war, wird diese Funktion jedoch nicht bei Spezifikationen des Europa-Stores von Realme angeführt.

Schneller Fingerprintsensor

Positiv aufgefallen ist zudem der Fingerprintsensor im Display. Dieser war dermaßen schnell und fehlerfrei, dass ich mich schon gewundert habe, ob er denn auch sicher sei.

Nach zahlreichen Versuchen mit den "falschen" und "richtigen" Fingern kann ich aber behaupten, dass er zugleich sicher und schnell ist. Alles in allem kann er mit Spitzengeräten mithalten und zählt zu den schnellsten Fingerabdrucksensoren überhaupt. 

Beeindruckender Akku

Der Akku kann in jeder Hinsicht überzeugen: Er hat eine Kapazität von 4.500 mAh und eine maximale Ladeleistung von rekordverdächtigten 65 Watt. Bei der Akkudauer liegt das Realme 7 Pro über dem Durchschnitt. Das heißt, man kommt locker über einen Tag, eineinhalb Tage werden sich ziemlich sicher auch ausgehen, 2 Tage nur, wenn man das Smartphone nicht allzu sehr belastet.

Bei Aufladen gibt es kaum ein Smartphone, das den Akku schneller lädt als das Realme 7 Pro. Positiv hervorzuheben ist natürlich auch, dass das 65-Watt-Schnellladegerät im Lieferumfang enthalten ist.

So schnell lädt das Realme 7 Pro

So schnell lädt das Realme 7 Pro

Einmal angesteckt, wurde das Gerät innerhalb von nur 5 Minuten von 10 auf 30 Prozent aufgeladen. Insgesamt dauerte es 15 Minuten um 10 Prozent Restakku auf 62 Prozent aufzuladen.

Ist das Realme 7 Pro komplett leergesaugt, lässt sich der Akku innerhalb von 5 Minuten auf 21 Prozent aufladen, nach insgesamt 10 Minuten zeigt der Akku dann 40 Prozent.

Software

Auf dem Realme 7 Pro läuft Android 10, darüber liegt das realme UI. Wie schon bei meinem ersten Test eines Realme-Smartphones, kann die Benutzeroberfläche des Herstellers durchwegs überzeugen.  Mit zahlreichen Raffinessen und Liebe zum Detail sowie vergleichsweise wenig nicht-löschbarer Bloatware hinterlässt das realme UI einen durch und durch positiven Eindruck.

Pro & Contra

Pro  

  • Gute Kamera im Standard-Modus
  • Akku hält lange durch
  • Beeindruckende Schnellladefunktion
  • Kopfhöreranschluss
  • Einschub für microSD-Karte
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Weitwinkelkamera und Nachtmodus mit Schwächen
  • keine erhöhte Refresh-Rate beim Display
  • Verwirrung um NFC
  • Videoqualität kann nicht wirklich überzeugen

Fazit

Unterm Strich ist das Realme 7 Pro ein durchwegs empfehlenswertes Smartphone. Dass man in diesem Preis einige Abstriche gegenüber den wesentlich teureren Spitzengeräten hinnehmen muss, liegt in der Natur der Sache - diese Abstriche halten sich beim Realme-Smartphone in Grenzen. Schade ist jedenfalls dass der Bildschirm keine erhöhte Refresh-Rate hat. Auch für die Weitwinkelkamera und den Nachtmodus gibt es einige Abzüge.

Wirklich überzeugen konnte hingegen die Hauptkamera im Standard- und Porträt-Modus. Auch die Ausstattung mit Kopfhöreranschluss, microSD-Einschub sowie die hohe Leistungsfähigkeit sind Plus-Punkte. Vor allem konnte der Akku - sowohl mit dem Durchhaltevermögen als auch mit beeindruckenden Ladegeschwindigkeit - überzeugen.

Zu haben ist das Realme 7 Pro zu einem Preis von 299 Euro. Der Preisbereich um die 300 Euro ist hart umkämpft. Wer sich hier für das Realme 7 Pro entscheidet, wird aber ziemlich sicher nicht enttäuscht sein.

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