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So schaut man Fernsehen ohne Kabel, Satellit und GIS

Kabel- und Satellitenfernsehen ist für viele Österreicher nach wie vor die wichtigste Unterhaltungsquelle, dicht gefolgt von Online-Streaming-Diensten. Einige Menschen verzichten bereits ganz auf klassisches Fernsehen. Mit einem Fernseher ohne TV-Tuner, kann man sich auch die GIS-Gebühren sparen. Bezahlt wird nur für ein Gerät, das empfangsbereit ist. Entweder man greift zu einem Fernseher, der ohnehin keinen Receiver hat, oder man lässt sich den Anschluss irreversibel ausbauen. Dann wird nur noch die Radio-Gebühr fällig, wenn man eines besitzt. 

Dann ist der einfachste Zugang zu Videos, Serien und Filmen das Internet. Die ersten Anlaufstellen für kostenlose Unterhaltung sind Plattformen wie YouTube und die Mediatheken der Fernsehsender. Die deutschen und österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bieten online für jeweils 7 Tage ihr gesamtes Programm zum Abruf. Nur zugekaufte Produktionen wie US-Serien und Spielfilme fehlen. Viele Inhalte können auch im Live-Stream angesehen werden. So kann man beispielsweise das ganze Wochenende mit Wintersport verbringen. Die Fußball-Europameisterschaft, die am 12. Juni beginnt, kann in der ORF-TVThek auch in UHD gestreamt werden.

TV-Apps

Die Privatsender bieten ebenfalls Mediatheken an, dafür muss man sich allerdings, wie bei Pro7, häufig kostenlos registrieren. Der Dienst TVNow vereint die Sender von RTL und Vox. In der gratis Version können hier Sendungen bis zu 7 Tage angesehen werden, die Premium-Version für 4,99 Euro monatlich. Sie erlaubt das Streamen aller Sendungen ohne zeitliche Begrenzung, teilweise eine Woche vor Ausstrahlung, sowie exklusiver Eigenproduktionen. 

Puls4 schafft mit seiner eigenen App Zappn (iOS, Android, Amazon) für Tablet und Smartphones Zugang zu kostenlosem Live-TV. Die in Österreich frei verfügbaren öffentlich-rechtlichen und privaten Sender können damit abgerufen werden. In der Mediathek des Senders können allerdings auch alle Sendungen nachträglich online angesehen werden.

Kostenpflichtige Streaming-Dienste

Wem das gratis Angebot nicht ausreicht, der hat eine stetig wachsende Auswahl an kostenpflichtigen Streamingdiensten. Für Sportinteressierte ist inzwischen Dazn zur wichtigsten Anlaufstelle geworden. Hier zahlt man monatlich 11,99 Euro für das Abo. Netflix , Amazon Prime und Maxdome (das in Deutschland zu Joyn umbenannt wurde) kosten jeweils 7,99 Euro monatlich.

Deutlich günstiger ist das seit November 2019 verfügbare Apple TV+ mit 4,99 Euro monatlich. Der teuerste Dienst ist YouTube Premium mit 11,99 Euro monatlich. Hier kommt allerdings neben der werbefreien YouTube-Nutzung und exklusiven Inhalten auch das Musikstreaming-Angebot hinzu. Am 24. März gesellt sich in Österreich auch Disney+ hinzu und unterbietet die Konkurrenz mit einem Preis von 6,99 Euro monatlich, beziehungsweise 69,99 Euro jährlich.

Flimmit will die österreichische Antwort auf Netflix sein

Die Dienste können über Laptop, Smartphone und Tablet mit der jeweiligen App oder über die Websites genutzt werden. Das österreichische Angebot Flimmit kostet 7,50 Euro und ist nur über die Website, Apple TV und Fire TV verfügbar. Der Preis ist für das begrenzte Angebot allerdings vergleichsweise hoch. Die österreichischen Kinos haben sich 2017 für ein Video-on-Demand-Angebot zusammengeschlossen, um die heimische Filmbranche zu stärken. Der Kino VOD Club kann über die Webseiten der Kinos aufgerufen werden. Pro Film muss man 4,90 Euro investieren und kann 48 Stunden lang darauf zugreifen. 

SmartTV

Hat man nun keinen TV-Tuner am Fernseher und möchte Sendungen ansehen, braucht man einen SmartTV. Dort können die Apps der Streaming-Dienste und die Mediatheken heruntergeladen werden. Ist das keine Option, muss man auf eine TV-Box oder einen TV-Stick zurückgreifen. Amazon, Google und Apple haben hier Produkte im Angebot - welche man wählt, orientiert sich an der persönlichen Vorliebe. Grundsätzlich haben alle die gleiche Funktion: Sie machen aus dem TV einen SmartTV. Es können Apps wie Netflix, Amazon Prime und diverse Mediatheken heruntergeladen werden. Wer eine Playstation 4 oder eine Xbox One besitzt, kann sich auch über die Konsolen Streaming-Apps und Mediatheken herunterladen. Je nach Konsole kann in HD oder 4K gestreamt werden.  

Apple TV

Apple TV ist in einer HD (159 Euro) und 4K Variante (32 GB um 199 Euro, 64 GB um 219 Euro) verfügbar. Die schwarze Box mit Fernbedienung wird über HDMI an den Fernseher angeschlossen und über LAN oder WLAN mit dem Internet verbunden. Sowohl die HD als auch die 4K Variante zeigt Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde an. Neben den Apps der Streaming-Anbieter ist seit November 2019 auch Apple TV+ verfügbar. Der hauseigene Video-on-Demand Service ist auch als App für iPhone und iPad verfügbar und kann über den Browser abgerufen werden. Zudem kann über die Box auch das Game-Abo Apple Arcade genutzt werden.

Amazon Fire und Chromecast

Amazon bietet drei Möglichkeiten an: Den Fire TV Stick (bis zu FullHD, 39,99 Euro), der Fire TV Stick 4K (bis zu UHD, 59,99 Euro) und der Fire TV Cube (119,99 Euro). Letzterer liefert neben UHD-Bildern auch Sound und kann verbundene Smarthome-Geräte über die integrierte Sprachsteuerung bedienen. So können neben Amazon Prime auch die Apps der anderen Streaming-Dienste genutzt werden. Alle drei Modelle werden über HDMI an den TV angeschlossen, können Bilder mit 60 fps abspielen und erfordern eine WLAN-Internetverbindung. Insbesondere der Fire TV Stick 4K konnte im futurezone-Test überzeugen.

Ähnliches bietet Googles Chromecast. Für 39 Euro kann er in Schwarz oder Weiß den TV zum SmartTV machen. Er wird über HDMI mit dem TV verbunden und über WLAN mit dem Internet. Die neue, dritte Generation, die seit November in Österreich erhältlich ist, kann HD-Videos auch mit 60 Bildern pro Sekunde abspielen. Um auch 4K streamen zu können, muss man zum Chromecast Ultra greifen. Dieser ist bei einigen Händlern in Österreich für rund 75 Euro im Angebot. Neben den üblichen Verdächtigen Netflix und Co. können der Desktop des Computers und Inhalte von Smartphone gespiegelt werden. Mit der Google Home App werden zusätzlich Termine, Erinnerungen und Nachrichten über den Fernseher angezeigt.

Sky bietet auch eine Streaming Box an

SkyX

Wer normales Fernsehen ohne TV-Receiver oder Tuner möchte, kann das Angebot von Sky X nutzen. Der Service ist als App für Smart-TVs, Laptop oder Smartphone und Tablet verfügbar. Allerdings ist auch hier eine Streaming-Box verfügbar, die mit dem Internet verbunden wird. Erwischt man kein Angebot, kostet sie einmalig 99,99 Euro. Im Sky X Angebot sind alle Free-TV-Sender (Öffentlich-rechtliche und private Sender) sowie Premium-Channels wie Sky, History, Disney, National Geographic, TNT, Syfy und Fox enthalten.

Zudem können Serien, Filme und Sport hinzugebucht werden. Das günstigste Paket umfasst Live-TV und Fiction (Serien und Filme) und ist ab 19,99 Euro pro Monat verfügbar. Für Live-TV und Sport zahlt man 24,99 Euro und für das Gesamtpaket werden monatlich 34,99 Euro fällig. Wer ein Abo abgeschlossen hat, kann zusätzlich die App SkyGo nutzen, die für Computer, Smartphone und Tablet verfügbar ist und so alle Inhalte auch mobil zugänglich macht. 

Drei und A1

Einige Mobilfunker haben nicht mehr nur Kabel- und Satelliten-Fernsehen im Angebot. Der Internet-Provider Drei bietet mit Drei TV Live-Fernsehen über das Internet an. Mit Apple TV, Amazon Fire TV, Chromecast, einem SmartTV, Smartphone oder Tablet kann das Angebot genutzt werden. Damit werden die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender zugänglich, sowie die Apps der Streaming-Anbieter. Sendungen können zudem 7 Tage lang gespeichert und später auf den Fernseher oder in der mobilen App angesehen werden.

A1 bietet mit A1 Xplore TV ebenfalls ein eigenes Streaming-Angebot für Fernseher, Smartphone und Tablet. Wie bei Drei TV können Free-TV-Sender abgerufen und Inhalte eine Woche lang gespeichert werden. Zudem kann auf ein eigenes Angebot an Filmen und Serien zugegriffen werden. Voraussetzung für das Streamen am Fernseher ist die App - entweder am SmartTV oder über eine Box oder einen Stick. 

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Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction.

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