FILE PHOTO: Row of Tesla Model S sedans are seen outside the company's headquarters in Palo Alto, California

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Tesla zockt Kunden beim Batterietausch ab

Tesla gibt eine lange Zeit Garantie auf die in den Fahrzeugen verbauten Batterien. Beim Model S und Model X sind es etwa acht Jahre. Doch wenn diese Frist ausgelaufen ist, muss man als Tesla-Besitzer*innen tief in die Tasche greifen. Tyler Hoover von „Hoovie’s Garage“ hätte etwa 22.500 US-Dollar zahlen müssen, nachdem die Garantie für seine Batterie beim Model S P85, einem Tesla aus dem Jahr 2013, gerade einmal vier Monate abgelaufen war.

Die Batterie produzierte eine Fehlermeldung, die besagte, dass der maximale Lade-Level der Batterie reduziert sei und nicht über 50 Meilen (zirka 80 Kilometer) geladen werden könne. Das berichtet Electrek. Tesla bot dem Besitzer einen Batterietausch an – für 22.500 US-Dollar. Dazu muss man wissen, dass der gesamte Tesla Model S P85 derzeit gebraucht etwa 25.000 US-Dollar in den USA wert ist. Der Batterietausch hätte etwa so viel gekostet, wie das Fahrzeug wert ist. Auf Portalen wie AutoScout ist das Modell (Baujahr 2014) gebraucht um etwa 28.000 Euro zu finden.

Reparatur als Alternative zum kompletten Austausch

Der Mann fuhr damit allerdings wieder nach Hause und suchte nach Alternativen. Im Internet wurde er fündig. „Rich Rebuilds‘ Electrified Garage“ hat Tesla-Batterien bereits erfolgreich repariert und so schickte Hoover sein Fahrzeug nach Florida (USA). Zwar hat Tesla Auto-Reparaturwerkstätten mittlerweile ein paar Rechte eingeräumt und Daten zur Verfügung gestellt, jene, die für die Reparatur einer derartigen Batterie notwendig sind, jedoch nicht. Rich Rebuild’s Electrified Garage musste die Batterie also als erstes hacken, um den Fehler zu finden. Die Ursache für die Fehlermeldung lag in einem Ungleichgewicht bei der Stromspannung in 2 von 16 Batterie-Modulen.

Die Reparatur der Batterie kostete insgesamt 5000 US-Dollar und damit wesentlich weniger als das, was Tesla angeboten hatte. 1500 US-Dollar kostete der Austausch pro defektem Modul, also 3000 US-Dollar insgesamt. 750 US-Dollar fielen für Zubehör-Teile an, die noch dazu aktualisiert worden sind auf die, die in den neueren Teslas verbaut worden sind. Der Rest der Kosten belief sich auf die Diagnose und Arbeitszeit.

Outtake: Batterie-Reparatur ist möglich

Laut Electrek sei es zwar verständlich, dass Tesla nicht ins Batterie-Reparatur-Geschäft einsteigen wolle, aber es müsse ein „Recht auf Reparatur“ geben und Kund*innen müssten frei wählen können, ob sie etwas lieber ganz austauschen oder reparieren wollen. Derzeit gebe es für diese nur eine Wahl – nämlich den Komplettaustausch. Das müsse sich ändern, da es nicht für jede*n Tesla-Besitzer*in finanziell möglich sei, derart viel Geld für eine neue Batterie auszugeben.

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Barbara Wimmer

shroombab

Preisgekrönte Journalistin, Autorin und Speakerin. Seit November 2010 bei der Kurier-Futurezone. Schreibt und spricht über Netzpolitik, Datenschutz, Algorithmen, Künstliche Intelligenz, Social Media, Digitales und alles, was (vermeintlich) smart ist.

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