Es gibt einen minimalen Bias bei Münzwürfen.

Es gibt einen minimalen Bias bei Münzwürfen.

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Science

Forscher finden heraus: Chancen beim Münzwurf sind nicht 50:50

Kopf oder Zahl? Wer sich zwischen 2 Optionen nicht entscheiden kann, wirft oft eine Münze. Das ist zwar zumindest in der Theorie fair, in der Praxis wird laut neuester Forschung allerdings eine Seite bevorzugt - wenn auch nur geringfügig.

Mehr als 350.000 Münzwürfe

František Bartoš, ein Ph.D.-Kandidat an der Universität von Amsterdam, ging der Frage auf den Grund, ob ein Münzwurf wirklich zu jeweils 50 Prozent eine beliebige Seite anzeigt. Dafür rekrutierte er 47 Freiwillige, die über 12 Stunden lang Münzen in die Luft warfen und das Ergebnis bei der Landung notierten. 350.757 Münzwürfe kamen so zustande.

Das Ergebnis: In 50,8 Prozent der Fälle zeigte nach der Landung die gleiche Münz-Seite nach oben, wie vor dem Wurf. Die Daten, die auf dem Preprint-Server arXiv.org veröffentlicht wurden, können kein Zufall sein. "Wir können ziemlich sicher sein, dass es eine statistische Verzerrung bei Münzwürfen gibt", sagt Bartoš gegenüber Scientific American.

Minimale Abweichung in der Rotation

Der Grund dafür ist noch nicht ganz klar. Die gängige Theorie dieses minimalen Vorteils stammt aus einer Stanford-Studie aus dem Jahr 2007. Wenn eine Münze in die Luft geworfen wird, lässt sich ihre Flugbahn und Rotation zumindest in der Theorie berechnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf der Kopf- oder Zahlseite landet, liegt bei einer perfekten Münze bei genau 50 Prozent. Die meisten Münzen drehen sich allerdings nicht genau um ihre symmetrische Achse, sondern wackeln in der Luft etwas herum. Das führt dazu, dass jene Seite etwas länger "oben" ist, mit der sie anfänglich hochgeworfen wurde.

Für alltägliche Entscheidungen eignen sich Münzwürfe dennoch. Die Verzerrung von knapp einem Prozent ist bei wenigen Würfen nicht wahrnehmbar. Wer dennoch zu 100 Prozent fair sein will, sollte die Ausgangslage der Münze vor dem Wurf verdecken. Wer in seiner Freundesgruppe eine Münze wirft, kann allerdings darauf achten, welche Seite am Anfang oben liegt und sich so einen einprozentigen Vorteil verschaffen.

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