© ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), S. Kraus & J. Bi; NRAO/AUI/NSF, S. Dagnello

Science
09/04/2020

Forscher entdecken merkwürdige protoplanetarische Scheibe

Forscher haben ein protoplanetarisches System entdeckt, dessen innerster Ring stark verstellt ist.

Forscher der University of Exeter haben unlängst eine protoplanetarisches System entdeckt, dessen innerer Ring verzerrt ist. Das junge System GW Orion befindet sich etwa 1.300 Lichtjahre von der Erde entfernt und wurde in dieser Form bisher noch nie beobachtet. Die drei Ringe umhüllen drei einander umkreisende Sterne, doch der innerste ist von den anderen stark verstellt.

Laut Sciencealert ist es der erste direkte Beweis für sogenanntes „Disc Tearing“. Forscher der University of Exeter sind nun der Frage nachgegangen, wie dieses Phänomen entsteht. Die Forscher haben das System elf Jahre lang mit Very Large Telescope (VLT) und dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) beobachtet. 

Bildung von Planeten

Grundsätzlich werden Sterne in einem Gemisch aus Staub und Gas geboren, oft auch als Zwillinge oder Drillinge. Die rotierende Wolke „füttert“ den Stern, sodass er wachsen kann. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, verklumpen sich die Materialreste und bilden Planeten und andere Himmelskörper. Die Struktur der Scheiben bestimmt dabei die Bahnen der Planeten innerhalb des Systems.

Die neuen Bilder zeigen einen Extremfall. So sei die zirkusstellare Scheibe nicht flach, sondern laut Studienautor Stefan Kraus völlig verdreht und gänzlich anders ausgerichtet. Der innere Ring habe sich von der restlichen Scheibe quasi gelöst. „In unseren Bildern sehen wir den Schatten des inneren Rings auf die äußere Scheibe“, sagt Kraus. Der spielte eine entscheidende Rolle, um die 3D-Struktur des Rings und der Scheibe zu erklären.

Unterschiedliche Anziehungskräfte

Die Disc-Tearing-Theorie konnten die Forscher mithilfe der 3D-Modelle somit bestätigen. Verzerrte Ringe entstehen im Grunde aufgrund unterschiedlich interagierenden Anziehungskräfte der drei Sterne. 3D-Modelle des GW-Orion zeigten, dass die verdrehten Umlaufbahnen der Sterne begünstigen, dass die Scheibe um sie herum in mehrere Ringe mit unterschiedlichen Orientierungen zerfällt. Die Studie wurde im Fachjournal Science veröffentlicht

Damit stimmen jedoch nicht alle Forscher überein. Jiaqing Bi von der kanadischen University of Victoria geht davon aus, dass sich zwischen diesen Ringen Planeten befinden müssen, um zu erklären, warum die Scheibe auseinander gerissen ist. Wie das Phänomen also tatsächlich stattfindet, muss weiter erforscht werden. 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.