FILE PHOTO: The X-37B Orbital Test Vehicle mission 3 space plane is shown after landing at Vandenberg Air Force Base, California

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Science
05/08/2020

Geheimes Raumfahrzeug X-37B: Air Force gibt seltenen Einblick

In wenigen Tagen steht der nächste Testflug des X-37B an. Dabei sollen zahlreiche Experimente durchgeführt werden.

Das von Boeing entwickelte experimentelle Raumfahrzeug X-37B hat bislang 5 Missionen absolviert und verbrachte dabei insgesamt mehrere Jahre im Orbit. Was genau bei diesen Flügen transportiert wurde, oder welche Experimente durchgeführt wurden, war jedoch immer unbekannt. Das rief in der Vergangenheit auch bereits Verschwörungstheoretiker auf den Plan.

Nun steht am 16. Mai die 6. Mission vor der Tür und erstmals gibt die Air Force einen etwas genaueren Einblick, was sich an Bord des X-37B befinden wird. 

"Diese sechste Mission ist ein großer Schritt für das X-37B-Programm", sagte Randy Walden, Direktor und Programmleiter der Abteilung des Air Force Rapid Capabilities Office, die für das Raumfahrzeug verantwortlich ist." 

Experimente

Es werde die erste Mission sein, bei der ein Servicemodul zur Durchführung von Experimenten zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung im Heck, mit der zusätzliche Nutzlast transportiert werden kann. 

Eines der Experimente wird ein Gerät umfassen, das vom U.S. Naval Research Laboratory gebaut wurde. Der solarbetriebene Mikrowellenlaser wandelt laut der Air Force Sonnenenergie in hochfrequente Mikrowellenenergie um, die dann auf den Boden übertragen werden könnte. Derartige Experimente mit vergleichbaren Geräten gab es bereits in der Vergangenheit, sie sind aber immer gescheitert.

Zwei weitere Projekte an Bord des X-37B stammen von der NASA. So die Auswirkung von Strahlung auf Samen untersucht werden, die zum Züchten von Lebensmitteln verwendet werden. Außerdem wird das Raumfahrzeug einen FalconSat-8 der Air Force Academy in die Umlaufbahn bringen, der anschließend ebenfalls Experimente durchführen wird. 

Dauer unklar

Wie lange die X-37B dazu im All bleiben wird, ist unbekannt. In Anbetracht dessen, dass die letzten beiden Missionen über 700 Tage dauerten, ist davon auszugehen, dass der Zeithorizont auch diesmal ein langer ist.