Zwischen dem 15. und 17. Juli 2022 flossen täglich etwa 6 Milliarden Tonnen Schmelzwasser in den Ozean.

Zwischen dem 15. und 17. Juli 2022 flossen täglich etwa 6 Milliarden Tonnen Schmelzwasser in den Ozean.

© European Union, Copernicus Sentinel-2 imagery

Science

Hitzewelle: Satellitenbild zeigt Gletscherschmelze in Grönland

Glitzerndes türkises Wasser und blassgraues Eis: Ein neues Satellitenbild des Copernicus-Erdbeobachtungsprogramms beeindruckt mit seinen leuchtenden Farben. Für Klimaforscher*innen dürfte die Aufnahme allerdings kein willkommener Anblick sein. Denn sie zeigt die drastische Eisschmelze, die sich in den vergangenen Tagen in und rund um Grönland zugetragen hat.

18 Milliarden Tonnen Schmelzwasser

Zu Beginn des Monats war es auf der arktischen Landmasse außergewöhnlich heiß. In manchen Teilen Grönlands lagen die Temperaturen bei 15,5 Grad Celsius. Das ist laut einem Bericht von CNN mehr als 10 Grad höher als der Durschnitt im Juli beträgt.

Diese Rekordtemperaturen lösten eine großflächige Eisschmelze aus. In nur 3 Tagen, von 15. Bis 17. Juli, verlor das grönländische Eisdecke 18 Milliarden Tonnen Wasser. Mit dieser Menge könne man 7,2 Millionen olympische Schwimmbecken füllen, erklärt das US National Snow and Ice Data Center (NSIDC).  

Schmelzwasser fließt von Grönlands Eisdecke in die Baffin-Bucht, ein nördlicher Teil des Atlantischen Ozeans.

Eisschmelze weiter beschleunigt

Die Eisschmelze habe sich danach weiter beschleunigt, wie Ted Scambos, Glaziologe an der Universität Colorado, gegenüber Gizmodo festhält. Zwischen 8 und 10 Milliarden Tonnen Wasser pro Tag flossen von 20. bis 23. Juli vom Eisschild ab.

Der Copernicus-Satellit zeigt den Nupp Kangerlua, auch genannt Godthaab Fjord, am Höhepunkt der Eisschmelze am 22. Juli. Er liegt im Südwesten Grönlands, unweit der Hauptstadt Nuuk.

Meeresspiegel steigt

Vergangene Woche hat sich das Abtauen des Eises in Grönland wieder verlangsamt und sich dem für Juli üblichen Niveau angenähert. Nichtsdestotrotz sind die Entwicklungen der vergangenen Monate außergewöhnlich. Die Arktis erwärmt sich derzeit mehr als doppelt so schnell wie der Rest des Planeten.

Auf Grönland befindet sich genug Eis, um den Meeresspiegel weltweit um 7,4 Meter anzuheben, sollte es vollständig schmelzen. Dadurch kann es zu verheerenden Überflutungen kommen und die Erderwärmung weiter vorangetrieben werden.

Klimawandel auch in Alpen spürbar

Auch in den Bergen in und rund um Österreich kommt es vermehrt zum Schmelzen von Schnee und Eis. 77 Prozent der Fläche des Alpenbogens über der Baumgrenze erscheint auf Satellitenbildern heute grüner als noch im Jahr 1984. Das ergab eine Studie der Universität Basel, die Aufnahmen aus dem All von 1984 bis 2021 analysierte. Die futurezone berichtete.

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