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Science
03/18/2020

Mit dieser Software hilft man Forschern im Kampf gegen Corona

Jeder kann dem Coronavirus entgegenwirken. Das Einschalten des Computers zuhause reicht schon.

Im Kampf gegen das Coronavirus müssen wir alle zusammenhelfen. Auch mit dem eigenen Computer kann man einen Beitrag zur Krankheitsforschung leisten und Wissenschaftlern dabei helfen, ein Heilmittel gegen COVID-19 zu finden. Denn um hilfreiche Modelle zu erstellen, brauchen sie Rechenleistung. 

Das über das Internet verteilte Computerprojekt Folding@home der Stanford University wird auf den Heimrechner geladen. Im Hintergrund werden dann komplexe Berechnungen durchgeführt, die den Forschern mehr über das Virus verraten können. 

Proteinfaltung

Die Rechner, auf denen die Software installiert ist, falten Proteine – daher der Name „Folding“. Dieser äußerst komplexe biologische Prozess wird simuliert und zeigt auf, wie ein Protein innerhalb einer Zelle seine Form erlangt. Genau genommen soll mit der kombinierten Rechenleistung das Protein, mit dem sich das Coronavirus an den Lungenzellen andockt, entschlüsselt werden.

Da sich dieses permanent verändert, wird viel Rechenleistung für die Erforschung aller Formen des Proteins benötigt. Mit der Software werden ungenutzte Verarbeitungsressourcen von Hunderttausenden Computern freiwilliger Mithelfender verwendet. Das Programm lädt Daten vom Server herunter und führt die Berechnungen durch. Klickt man auf das Taskleistensymbol „Web Control“, können Nutzer einsehen, was aktuell berechnet wird.

Seit 20 Jahren

Ziel ist es, die Mechanismen der Proteinfaltung herauszufinden sowie die Ursachen für Proteinfehlfaltungen zu analysieren. Nur wenn Forscher diese Vorgänge verstehen, können sie an einem Heilmittel arbeiten. Das Projekt wird bereits seit 20 Jahren zur Krankheitsforschung angewandt. Mithilfe der Simulationen lernen Forscher, wie sie Protein und Rezeptor getrennt halten, schreibt Sciencealert.

Im Kampf gegen das Coronavirus werden neben dieser Software auch die 2 weltweit stärksten Supercomputer Summit und Sierra zur Entwicklung von Arzneimittel genutzt. Die futurezone hat berichtet. Durch Simulationen werden Wirkstoffe auf ihre Effektivität analysiert, was im Labor viel länger dauern würde. Außerdem sollen Antikörper auf ihre Wirkung getestet werden. Sie sollen das Virus angreifen und neutralisieren.

Durch diese Simulationen kann viel Zeit bei der Suche nach einem Medikament gegen das Virus gespart werden, was Leben retten.