Gerade für Schichtarbeiter ist regelmäßiger, guter Schlaf wichtig

© APA - Austria Presse Agentur

Science
07/30/2020

MIT-Gerät manipuliert Träume von Menschen

Unsere Träume könnten künftig per Wearable und App in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nehmen Einfluss auf das, was man im Schlaf erlebt. Die Forscher haben ein experimentelles Gerät und Protokoll entwickelt, um den Inhalt von Träumen zu manipulieren. So können gezielt Traumthemen und -erlebnisse ausgelöst werden. Das berichten sie in einer neuen Studie, dessen Hauptautor der MIT-Wissenschaftler Adam Haar Horowitz ist.

Darin wird beschrieben, wie ein Wearable mit der Bezeichnung Dormio direkten Einfluss auf den Traum haben kann. Es zielt auf die erste, frühe Schlafphase ab, in der sich Menschen im Übergang vom Wachzustand in den Schlaf befinden - der sogenannten Hypnagogie. Die Forscher nennen den Eingriff Targeted Dream Incubation. Wenn eine Person mit dem Gerät einschläft, werden bestimmte Töne über eine dazugehörige App abgespielt. So sagt etwa eine Stimme “Denken Sie an einen Baum”. 

Erholsamen Schlaf dürften die Teilnehmer dann allerdings nicht gehabt haben. Das Wearable in Form eines Handschuhs erkannte, sobald sie eingeschlafen sind und weckte sie anschließend, damit sie berichten können, was sie geträumt haben. Das wurde per Sprachmemo in der App aufgezeichnet. 

Manipulation

"Das Ziel der aktuellen Studie ist es, die Fähigkeit von Dormio zu studieren, den Schlafbeginn zu identifizieren und den Inhalt des hypnagogischen Traums durch verbale Aufforderungen vor dem Schlaf erfolgreich zu manipulieren", so die Wissenschaftler. 

Die Hypnagogie beschreibt Horowitz als “locker, flexibel und divergent”. Darum eigne sie sich gut für diese Art der Manipulation. 

Positive Ergebnisse

Aktuell wird das System noch verfeinert, die ersten experimentellen Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass es  Träume erfolgreich beeinflussen und deren Inhalt in erheblichem Maße dokumentieren kann.

Durch das Träumen von bestimmten Themen könne etwa die Kreativität gesteigert werden, wie Horowitz erklärt. Das habe man bei Tests herausgefunden. Dies sei nicht überraschend, da man wisse, dass sich in der Vergangenheit viele Künstler und Autoren von ihren Träumen kreativ inspirieren ließen. Der Unterschied sei nun, dass man diese kreativ nützlichen Träume vielleicht gezielt auslösen könne.