An Egyptian mummy is transferred from the Civic Archaeological Museum of Bergamo to Milan's Policlinico hospital to undergo a CT scan

© REUTERS / FLAVIO LO SCALZO

Science

Mumie von Amenhotep nach 3.000 Jahren digital ausgepackt

Im Laufe des 19. und 20 Jahrhunderts wurden fast alle gefunden Mumien geöffnet und untersucht. Fast alle.

Pharao Amenhotep blieb unangetastet. Nicht etwa, weil der Fluch der Mumie befürchtet wurde, sondern, weil die Mumie außergewöhnlich gut erhalten ist. Jetzt haben Forscher*innen mit moderner Technologie einen Blick ins Innere geworfen, ohne die Mumie öffnen zu müssen. Die Studie dazu wurde in Frontiers in Medicine veröffentlicht.

Die Gesichtsmaske der Mumie

Mumie wurde restauriert

Amenhotep gehört zu den besterhaltenen Mumien. Das liegt daran, dass sie schon einmal geöffnet und restauriert wurde – vor 3.000 Jahren. Hieroglyphen erzählen, dass die Mumie im 11. Jahrhundert vor Christus von ägyptischen Priestern restauriert und erneut begraben wurde. So wurden Schäden repariert, die von Grabräubern verursacht wurden.

Seitdem wurde die Mumie nicht geöffnet. Sie ist laut den Forscher*innen perfekt bandagiert, mit Blumenketten dekoriert und hat eine Gesichtsmaske, in die färbige Steine eingelassen sind.

Das CT zeigt, dass der Schädel und das Skelett in den Bandagen geschrumpft ist

Amenhotep war 35 Jahre alt und hatte lockige Haare

Mittels 3D-Computertomographie (CT) wurde die Mumie gescannt. So kann sie Schicht für Schicht „ausgepackt“ und analysiert werden. Demnach war Amenhotep 35 Jahre alt, als er gestorben ist. Er war 169cm groß, beschnitten und hatte gute Zähne. In seinen Bandagen trägt er 30 Amulette und einen goldenen Gürtel mit einem goldenen Geflecht.

Sein Gesicht dürfte dem seines Vaters entsprechen: „ Amenhotep hatte ein schmales Kinn, eine kleine, schmale Nase, lockige Haare und einen leichten Überbiss“, sagt Sahar Saleem, Professorin der Radiologie an der Universität Kairo und Leiterin der Studie.

Amenhotep hatte gute Zähne

Keine Hinweise auf einen gewaltsamen Tod

Laut Saleem konnten keine tödlichen Wunden gefunden werden oder Deformierungen, die auf eine tödliche Krankheit hinweisen. Allerdings gibt es Verstümmelungen, die nach dem Tod eingetreten sind, vermutlich verursacht von Grabräubern. „Seine Organe wurden bei der ersten Mumifizierung entfernt, aber nicht das Gehirn und das Herz“, sagt Saleem.

Die Mumie von Amenhotep wurde 1881 im Süden von Ägypten entdeckt. Amenhotep war der zweite Pharao der 18. Dynastie und regierte von 1525 bis 1504 vor Christus.

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