Illustration eines "Kobolds" auf dem Jupiter

© (NASA/JPL-Caltech/SwRI

Science
10/29/2020

NASA beobachtet “Kobolde” und “Elfen” in Jupiters Atmosphäre

In der oberen Atmosphäre des Gasriesen wurde kurze, extrem grelle Lichtblitze erkannt.

Die NASA hat bei ihren Beobachtungen des Jupiter helle Lichtblitze in dessen Atmosphäre beobachtet. Auf dem größten Planeten unseres Sonnensystems könnten "Kobolde" (Sprites) und "Elfen" tanzen, heißt es in einem Statement des Jet Propulsion Laboratory (JPL). 

Dabei handelt es sich natürlich nicht um Fabelwesen. Unter "Elfen" versteht man Blitze, die in der Ionosphäre von Planeten entstehen. Die Ionosphäre ist eine der oberen Atmosphärenschichten und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass große Mengen an freien Elektronen und Ionen in ihr herumschwirren.

Pinker Ring aus Licht

Das führt zu Entladungen, die sich durch ringförmiges Leuchten äußern, das nur ganz kurz aber sehr hell sichtbar ist. Solche Elfen oder "Elves" (Emission of Light and Very Low Frequency perturbations due to Electromagnetic Pulse Sources) können sich bis zu 320 Kilometer weit erstrecken.

Auf der Erde erscheinen sie eher rötlich, da sie mit dem Stickstoff der Atmosphäre reagieren. Jupiters Atmosphäre besteht zu großen Teilen aus Wasserstoff, weshalb Elfen dort blau oder pink wären. 

 

"Kobolde" sind ebenfalls Blitze, die oberhalb einer Wolke bis zu 100 Kilometer weit ausschlagen. Sie entstehen oberhalb eines schweren Gewittersturms. Vom Boden aus sind sie nicht zu sehen. Von einem Flugzeug aus beobachtet, können sie einer Stichflamme oder einer Qualle ähneln. Sie dauern nur wenige Millisekunden an und gehen von einem zentralen Lichtkegel aus. 

Unerwartete Lichtblitze

Bisher wurden diese Wetterphänomene nur auf der Erde verzeichnet. Nun könnten Wissenschaftler sie erstmals auf einem anderen Planeten beobachtet haben. Mithilfe des Ultraviolet Imaging Spectrograph (UVS) der Jupiter-Sonde Juno konnten die Forscher das unerwartete Ereignis aufnehmen. Sie beobachteten einen plötzlichen, grellen und schmalen Blitz, der so schnell wieder verschwand, wie er auftauchte.

Das UVS wurde eigentlich dazu entwickelt, die Polarlichter des Jupiter zu beobachten. Dabei stach den Forschern der unerwartete Lichtblitz ins Auge. 11 solcher Ereignisse konnte Juno festhalten.

"Wir werden weiterhin nach Hinweisen auf Elfe und Kobolde suchen, jetzt, wo wir wissen, wonach wir suchen müssen. Ein Vergleich der Elfen und Kobolde des Jupiter mit jenen auf der Erde kann uns ein besseres Verständnis von elektrischer Aktivität in der Atmosphäre von Planeten liefern", sagt Rohini Giles, Mit-Autor der Studie. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Geophysical Research: Planets veröffentlicht.

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