Science
07.04.2018

NASA will aus Boeing-Testflug eine reguläre ISS-Mission machen

Weil der NASA die Zeit davonrennt, könnte aus dem ersten bemannten Testflug eine sechsmonatige Weltraum-Mission werden.

SpaceX und Boeing entwickeln Raumschiffe, um Astronauten zur Raumstation ISS zu bringen. Dieses Jahr sollen beide einen unbemannten und einen bemannten Testflug zur ISS machen, bevor der reguläre Flugbetrieb aufgenommen werden kann. Jetzt kommt die NASA aber unter Zeitdruck, weshalb überlegt wird, aus dem ersten bemannten Testflug eine richtige Mission zu machen.

Denn 2019 läuft der Vertrag zwischen der NASA und der russischen Raumfahrtorganisation aus. Im Herbst 2019 wird die letzte Soyuz-Rakete mit NASA-Astronauten zur ISS fliegen. Da Russland bereits mehrfach verkündet hat den Vertrag nicht zu verlängern, muss die NASA auf die privaten Unternehmen SpaceX und Boeing zurückgreifen.

Lizenz benötigt

Diese müssen aber vorher eine Lizenz erhalten, um Astronauten zur ISS fliegen zu dürfen. Die Lizenz hätte schon dieses Jahr ausgestellt werden sollen. Da sich aber die dafür benötigten Testflüge verschoben haben und möglicherweise noch mehrmals verschieben werden, geht der US-Rechnungshof davon aus, dass SpaceX frühestens Ende 2019 die Lizenz erhalten wird. Bei Boeing soll es erst im Februar 2020 soweit sein.

Sollte es weitere Verzögerungen geben, was aufgrund der hohen Anforderungen an die Sicherheit der Raumschiffe durchaus möglich ist, hätte die NASA zeitweise keinen Zugang zur ISS. Deshalb wird jetzt gemeinsam mit Boeing geprüft, ob der erste bemannte Testflug zur ISS, der derzeit für Ende 2018 vorgesehen ist, erweitert wird. Statt zwei Wochen könnte der Boeing Starliner bis zu sechs Monate an der ISS angedockt werden und statt zwei Astronauten sollen drei zur ISS fliegen.

Laut der NASA sei man Boeing dankbar für die Zusammenarbeit und würde jetzt prüfen, ob das Ausdehnen des Testflugs möglich ist. Die NASA betont, dass der längere Aufenthalt des Starliners an der ISS für zusätzliche Forschungsarbeiten, Wartung und andere Aktivitäten genutzt werden kann. Boeing ist zuversichtlich, dass der Testflug zur vollwertigen Mission aufgerüstet werden kann.