Science
04.06.2018

SpaceX verschiebt Mondumrundung mit Touristen auf 2019

Frühestens Mitte 2019 werden zwei Weltraumtouristen den Mond umrunden können. Die Verzögerung ist auf interne Probleme zurückzuführen.

SpaceX wird dieses Jahr doch keine Weltraumtouristen auf eine Reise um den Mond schicken. Das berichtet das Wall Street Journal. Demnach hätten bis zum Ende des Jahres zwei Privatpersonen mit der Raumkapsel Dragon den Mond umrunden und wieder zur Erde zurückkehren sollen. Der Flug verzögert sich nun aber bis zumindest Mitte 2019 und voraussichtlich darüber hinaus.

Ein SpaceX-Sprecher bestätigte die Verzögerung, bekräftigte aber, dass man die Umrundung weiterhin durchführen wolle. „SpaceX plant weiterhin, Privatpersonen um den Mond zu fliegen und es gibt steigende Kundennachfrage“, so James Gleeson, SpaceX-Sprecher.

Warten auf Dragon

Die Mondumrundung durch Weltraum-Touristen wurde bereits im Februar 2017 von SpaceX-CEO und Gründer Elon Musk angekündigt. Es ist bis heute unklar, wer die beiden Weltraum-Touristen sind, doch sie haben laut dem US-Unternehmen bereits eine „signifikante Anzahlung“ geleistet. Die Vorbereitungen für die rund einwöchige Reise wurden bereits getroffen, Gesundheitstests und Training hatten jedoch noch nicht begonnen.

Die Verzögerung ist wohl auch auf interne Probleme mit der „Dragon“-Raumkapsel sowie der Rakete „ Falcon Heavy“ zurückzuführen. Bislang wurde „Dragon“ lediglich für unbemannte Flüge eingesetzt, erste bemannte Tests sollen frühestens im Dezember erfolgen. Der US-Kongress deutete aber bereits an, dass sich erste bemannte Testflüge bis 2019 verzögern könnten. 

Falcon Heavy kommt zu spät

SpaceX hat größere Probleme“, meint Charles Miller, ein Unternehmer, der die Trump-Regierung bei Fragen zur NASA beriet. SpaceX könne die Zusammenarbeit mit der NASA und der US-Regierung nicht mit einer derart gefährlichen Privatmission riskieren. Tatsächlich kämpft SpaceX zuletzt mit finanziellen Problemen. Die Nachfrage für die im Februar erstmals gestartete Falcon Heavy fällt deutlich geringer aus als erwartet. Ursprünglich hätte die Falcon Heavy bereits 2013 ihren Jungfernflug absolvieren sollen.

Die mittlerweile verbesserte Version der Falcon 9 stößt auf deutlich mehr Nachfrage, zudem hat SpaceX mit der BFR („Big Falcon Rocket“) bereits eine noch leistungsfähigere Trägerrakete angekündigt. SpaceX hoffte für dieses Jahr auf mehr als 40 Starts, 2019 sollten es bereits 52 sein. Zuletzt sprach der SpaceX-COO jedoch von 18 Starts im kommenden Jahr, nahezu gleich viele wie 2018.

Dennoch dürften private Reisen zum Mond in greifbarer Nähe sein. Die Trump-Regierung hielten in einem Memo fest, dass ab 2020 private Mondumrundungen möglich sein sollen. Zudem bekräftigte Elon Musk mehrmals seine Ambitionen, auf dem Mond eine Basis zu erreichten. Diese soll als Ausgangspunkt für folgende Mars-Missionen dienen.