Science
09.03.2018

Stingray: Boeing testet Betankungs-Drohne für Kampfjets

Die Drohne soll zukünftig von Flugzeugträgern starten und Jets, wie die F-18 und F-35C, in der Luft betanken.

Die US Navy hat im Oktober 2017 das MQ-25-Programm „Stingray“ ausgeschrieben. Darin wird ein unbemanntes Fluggerät gesucht, das von einem Flugzeugträger aus starten kann, um Kampfflugzeuge in der Luft mit Treibstoff zu versorgen. Boeings Prototyp-Abteilung Phantom Works schien nur darauf gewartet zu haben.

Dass Phantom Works so schnell eine passende Drohne einreichen konnte und jetzt bereits testet, liegt daran, dass die T-1 für eine frühere Ausschreibung der Navy entworfen wurde. 2012 wollte die Navy eine Aufklärungsdrohne, im November 2014 soll die T-1 erstmals auf einem Flugfeld gestanden haben. Bis Ende 2017 hielt Boeing die Drohne geheim.

Auch jetzt hält sich Phantom Works sehr bedeckt, was Daten und Design angeht. Der Ausschnitt des offiziellen Fotos wurde so gewählt, dass Flügelform und Spannweite nicht erkennbar sind. Der Grund dafür ist, dass es technisch herausfordernd ist, einen effektiven Klapp-Mechanismus für die Flügel zu entwerfen. Denn auf einem Flugzeugträger herrscht wenig Platz, weshalb die Flügel von Maschinen mit großer Spannweite bis zum Start eingeklappt sein müssen.

Navigation an Deck

Laut Boeing wurde jetzt getestet, wie gut die T-1 auf dem Flugdeck zurechtkommt. Dazu wurden die Außenlinien eines Flugdecks eines Flugzeugträgers auf den Boden aufgemalt. Die Tests sollten die Agilität und Fähigkeiten der T-1 demonstrieren. Laut Boeing habe man die schwierigsten Szenarien durchgespielt, bei Tag und bei Nacht. Alle Tests sollen erfolgreich gewesen sein.

Bevor die T-1 ihren ersten Testflug absolviert, wird sie noch an die exakten Anforderungen der Navy angepasst. Dies wird aber vermutlich erst im August soweit sein – falls Phantom Works den Auftrag der Navy erhält. Phantom Works ist zwar zuversichtlich, allerdings gibt es mit Boeing Autonomous Systems/General Atomics einen Konkurrenten, der teilweise aus dem eigenen Haus stammt. Auch Lockheed Martin wird einen Entwurf für das MQ-25-Programm einreichen.

Laut den minimalen Anforderungen der Navy muss die Drohne in der Lage sein, 6,35 Tonnen Treibstoff an andere Flugzeuge abzugeben, in einer Entfernung von bis zu 926 Kilometer Entfernung zum Flugzeugträger. Die Jets, die betankt werden sollen, sind F/A-18 Super Hornets, EA-18G Growlers, und F-35C Lightnings II.