SpaceX launches its first super heavy-lift Starship SN8 rocket during a test from their facility in Boca Chica,Texas

© REUTERS / GENE BLEVINS

Science

US-Militär will Fracht-Raketen rund um die Welt schießen

Die Idee gibt es schon seit dem Beginn der Raumfahrt. Umgesetzt wurde sie bisher allerdings nicht, weil die Technologie noch nicht so weit war. Nun scheint es nach Meinung des US-Militärs aber soweit zu sein. Die US Air Force will Fracht mit Raketen rund um die Welt transportieren, berichtet Ars Technica. Für das Programm "Rocket Cargo" haben die Militärs knapp 50 Millionen Dollar beantragt.

Eine Rakete schaffe es in 90 Minuten rund um die Welt. Ein Flugzeug könne das nicht, wird der für das Programm verantwortliche Wissenschaftler Greg Spanjers von Ars Technica zitiert.

Einladung an Industrie

Man wolle bereits in "sehr, sehr naher Zukunft" private Unternehmen dazu einladen Lösungsvorschläge zu präsentieren, heißt es von der Air Force. Spezifische Anforderungen für den Raketentransport von Militärgütern wolle man dabei nicht festlegen. Anbieter sollten aber in der Lage sein, Fracht schnell an einem Ort zu laden und an einen anderen Ort zu liefern. Wie dies geschehe wolle man den Firmen überlassen.

SpaceX SN15 starship prototype is seen as it sits on a transporter in Boca Chica, Texas

Starship-Prototyp von SpaceX

30 bis 100 Tonnen

Raketen, die nur ein paar 100 oder 1.000 Kilogramm an Fracht transportieren könnten, suche man dabei nicht, sagte Spanjers: "Wir sprechen von der 30- bis 100-Tonnen-Klasse." Um die Kosten niedrig zu halten, sei es außerdem von Vorteil, wenn die Raketen wiederverwendet werden können.

SpaceX und Blue Origin Anwärter  

Diesen Anforderungen wird vor allem das Weltraumunternehmenn SpaceX mit seiner geplanten Starship-Rakete gerecht. Sie soll 100 Tonnen in den Orbit befördern und danach wieder auf der Erde landen können. In Frage käme unter Umständen auch noch die wiederverwendbare Schwerlast-Trägerrakete New Glenn des Konkurrenzunternehmens Blue Origin.

Gespräche mit den beiden Weltraumunternehmen hat die Air Force noch nicht geführt. Mit der Ausschreibung wolle man signalisieren, dass es einen Markt für Militärgütertransporte mit Raketen gebe, sagte Spanjers. Man wolle möglichst viele Unternehmen dazu animieren, an Lösungen zu arbeiten und sei auch bereit Testprogramme zu unterstützen.

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