Der verzerrte Exoplanet WASP 103-b und sein Heimatstern

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Science

Verzerrter Exoplanet hat die Form eines Rugbyballs

Im Sternbild Herkules umkreist der Planet WASP-103b sehr nah und in weniger als einem Tag seinen Mutterstern. Dadurch sind die Gezeitenkräfte auf dem Exoplaneten außerordentlich stark - und verformen ihn zu einem Rugbyball.

Diese Entdeckung gelang einem internationalen Forschungsteam mit Beteiligung der Universitäten Bern und Genf mithilfe des europäischen Weltraumteleskops Cheops. Es sei das erste Mal, dass eine solche Verformung bei einem Exoplaneten nachgewiesen werden konnte, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Größer als der Jupiter

Die Masse und der Radius des Planeten WASP-103b sind etwa eineinhalb Mal so groß wie diejenigen des Jupiters in unserem Sonnensystem. Der Exoplanet umrundet seinen Stern, der etwa 200 Grad heißer und 1,7 Mal größer ist als die Sonne, innerhalb von nur 22 Stunden. Dabei ist die Umlaufbahn fast fünfzigmal enger als diejenige der Erde um die Sonne. Diese Bahneigenschaften führen dazu, dass die von Gezeiten verursachten Hebungen und Senkungen extrem sind: Die Kräfte zerren so stark am Planeten, dass seine Erscheinung an einen Rugbyball erinnert.

Die im Fachjournal Astronomy & Astrophysics publizierten Ergebnisse lassen indessen nicht nur Schlüsse auf die bizarre Form des Planeten zu, sondern erlauben auch einen Blick in sein Inneres. Denn beruhend auf den Messungen gaben die Forschenden auch eine Schätzung für die sogenannte "Love-Zahl" ab.

Der innere Aufbau des Rugbyball-förmigen Exoplaneten WASP 103-b

Der innere Aufbau des Rugbyball-förmigen Exoplaneten WASP 103-b

Innere Ähnlichkeit mit Gasriesen

Mit diesem Parameter können Astrophysiker eingrenzen, wie ein Exoplanet aufgebaut sein könnte. Demnach sei die Love-Zahl von WASP-103b mit derjenigen des Jupiters vergleichbar, was ungeachtet des größeren Radius und der stärkeren Sonneneinstrahlung auf eine ähnliche innere Struktur hinweist.

Die ermittelte Love-Zahl ist allerdings noch mit viel Unsicherheit behaftet. Das Team erhofft sich daher von Beobachtungen mit dem erst kürzlich gestarteten James Webb-Weltraumteleskop, den Wert noch besser einzugrenzen. Dies würde laut den Forschenden einen noch nie da gewesenen Blick ins Innere dieses heißen Jupiters erlauben und helfen, solche Systeme der Extreme besser zu verstehen.

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