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Start-ups

Diese Start-ups aus Österreich schützen das Klima

Der Anteil an freigesetztem CO2 in die Atmosphäre spielt für die Erderwärmung eine zentrale Rolle. Einer Statistik zufolge entfällt das Gros des Ausstoßes auf die Energie- und Wärmeerzeugung, gefolgt von Transport. Innovative Lösungen für den Klimaschutz gibt es viele. „Es wissen aber so wenige davon“, sagt Andreas Tschas, der einst das Pioneers-Festival erfand und heute mit seinem Start-up Glacier einen Beitrag zum Klimaschutz leisten will.  

Gemeinsam mit dem Green Tech Cluster hat Glacier die „Climate Tech Landscape“ erstellt, die 150 grüne Start-ups aus Österreich auflistet. „Wir wollen Firmen dabei helfen, CO2 zu reduzieren und einen Marktplatz aufbauen, auf dem wir diese Lösungen mit Firmen zusammenbringen, die sie brauchen“, sagt Tschas. So können Betriebe ihren CO2-Fußabdruck berechnen lassen. In Folge werden ihnen auf Basis der Climate Tech Landscape Lösungen zur Reduktion des CO2-Verbrauchs vorgeschlagen. 

"Netflix für die Straße"

Eines dieser Start-ups ist Vibe. Das junge Unternehmen bietet das erste markenübergreifende Elektroauto-Abo in Österreich. Mit dem Motto „nutzen statt besitzen“ will Vibe eine Art „Netflix für die Straße“ und einen leichten Einstieg in die Elektromobilität bieten, sagt Geschäftsführerin Lisa Ittner. Zum monatlichen Fixpreis ab 399 Euro können Kunden verschiedene E-Autos ausprobieren. Bei der Auswahl vom Stadt- bis hin zum Familienauto stehen die aktuellsten E-Modelle von führenden Herstellern, wie Tesla, Audi oder BMW zur Verfügung.

Durch den einfachen Zugang von Vibe ließe sich die CO2-Wende beschleunigen. Ittner: „Verbrenner verbrauchen pro 100 Kilometer 7 Liter Sprit. Der Energiewert beträgt umgerechnet 70 kWh. Ein E-Auto verbraucht bei gleicher Strecke 10 bis 15 kWh, umgerechnet sind das ein bis 1,5 Liter Sprit.“

Kleinwindkraft am Hausdach

Die Kleinwindkraftanlage „Blue One“ des Start-ups Blue Power kann zur Stromerzeugung auf das Hausdach in der Stadt, am Einfamilienhaus oder auf Firmengebäuden installiert werden. In Österreich kann die Windlage stark variieren – so macht eine Installation der Turbine nur dort Sinn, wo gute Windbedingungen herrschen. Bezogen auf einen mitteleuropäischen Haushalt bei optimaler Windlage lassen sich  jedoch durchschnittlich bis zu 75 Prozent des jährlichen Strombedarfs abdecken.

„Es gibt auch Länder, wo weniger Strom verbraucht wird“, sagt Vertriebsmanager Robert Nesseler. Hier könne sogar mehr Strom gewonnen, als verbraucht werden. Die einphasige 230-Volt-Spannung sei jedenfalls mit dem Stromnetz verträglich und könne auch gespeichert oder eingespeist werden.

Miniwasserkraft durch Flachwasser

Bei der Mini-Turbine von Doro Turbinen kommt die Kraft von Flachgewässern zum Einsatz. „Der Vorteil ist, dass Stufen in Gewässern mit einer Höhe ab etwa einem halben Meter mit nur kleinen Zusatzbarrieren bereits genutzt werden können, um Strom zu produzieren“, sagt der Geschäftsführer Stefan Strein. Große Staumaßnahmen seien dadurch nicht notwendig, was die Umwelt schone.

Die Turbine schafft eine Höchstleistung von 35 Kilowatt. „Das macht dann Sinn, wenn man etwa ein Hotel ab 100 Betten betreibt oder ein Maschinenbauunternehmen mit 30 Mitarbeitern und einen sehr hohen Anteil an Eigenverbrauch abdecken kann“, sagt er. Die Anlage kann auch in Gebieten oder Schwellenländern, in denen es kein Stromnetz gibt oder der Netzausbau schlecht ist, die Hauptversorgung übernehmen. 

Voraussichtlich ab April kann ein Schaukraftwerk in Wörth an der Lafnitz in der Nähe von Hartberg in der Steiermark besichtigt werden. 

Recycling durch Zentrifugalkraft

Hierzulande werden weniger als 25 Prozent der Altkunststoffe recycelt. Circulyzer will mit seinem zylinderartigen „Zentrifugalkraftschneider“ demonstrieren, dass bis zu 50 Prozent der Polyolefine, die wichtigste Kunststoffgruppe, zum Recyceln verfügbar gemacht werden können. „Unsere Anlage wurde dazu konzipiert, Kunststoffe aus gemischten Abfallströmen zu trennen, die normalerweise verbrannt werden“, sagt Mitbegründer Markus Bauer.  

In den Zylinder wird Wasser im rechten Winkel zur Achse gepumpt und ein Wasserwirbel erzeugt. „In dem darin herrschenden Zentrifugalkraftfeld werden die Kunststoffe nach ihrer Dichte voneinander getrennt“, sagt er. Da die Polyolefine eine geringere Dichte haben als Wasser, schwimmen sie auf der Oberfläche, die Reste sinken ab. 

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Andreea Iosa

Andreea Iosa beschäftigt sich mit neuesten Technologien und Entwicklungen in der Forschung – insbesondere aus Österreich – behandelt aber auch Themen rund um Raumfahrt sowie Klimawandel.

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