Start-ups 22.03.2018

Tinder-Konzern kauft Grazer Start-up iTranslate

© Bild: iTranslate

Nach Runtastic kann mit iTranslate ein weiteres österreichisches Start-up sein persönliches Wirtschaftsmärchen feiern.

Das Grazer Start-up iTranslate, das mit der gleichnamigen Übersetzungssoftware eine der global erfolgreichsten Apps der vergangenen Jahre entwickelt hat, wurde von den Gründern in die USA verkauft. Es wird Teil des in New York ansässigen Medien- und Internetkonzerns IAC, dem so bekannte Marken wie die Dating-Plattform Tinder, die YouTube-Alternative Vimeo, aber auch europäische Unternehmen wie MyHammer und MyBuilder gehören. Das gaben die vier Gründer am Donnerstag bekannt.

Standort Graz wird stark ausgebaut

"Als Teil von IAC Applications können wir auf ein globales Netzwerk mit für uns bisher unerreichten Ressourcen zurückgreifen und unseren starken Wachstumspfad fortsetzen. Mitgründer Andreas Dolinsek und ich werden von unserem Grazer Standort die globale Expansion von iTranslate vorantreiben. Gleichzeitig planen wir den österreichischen Standort stark auszubauen und in Graz ein globales Kompetenzzentrum für IAC aufbauen", erklärte iTranslate-CEO Alexander Marktl.

Mit dem Verkauf ihrer Firma schließt sich der Kreis für die vier österreichischen Gründer, die vor über zehn Jahren ihr Studium abgebrochen hatten, um eine Übersetzungs-App zu entwickeln. Die rasche Umsetzung - die App war unter den weltweit ersten 1000 Apps im Apple App Store - machte sich bezahlt. Mittlerweile wurde die Software, mit der über 100 Sprachen übersetzt werden können, über 80 Millionen Mal auf iOS- und Android-Geräten installiert. Zusätzliche Berühmtheit erlangte die App, nachdem sie im Jahr 2015 vom Apple-Manager Jeff Williams im Rahmen einer Produktpräsentation live vorgezeigt wurde.

Erfolg für Start-up-Inkubator i5invest

Über den Verkaufspreis sind bislang keine Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen. Brancheninsider vermuten einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Die Transaktion gilt auch als Erfolg für den österreichischen Start-up-Inkubator i5invest, welcher seit zwei Jahren eng mit iTranslate zusammenarbeitete und dessen Internationalisierung - nicht zuletzt durch seine guten Kontakte auf den US-Markt - mit vorantrieb. Auch beim Verkauf soll i5invest beratend zur Seite gestanden sein.

( futurezone ) Erstellt am 22.03.2018