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Start-ups

Vorarlberger Start-up vermisst Baustellen automatisch

Das Vorarlberger Start-up Sodex hat es sich auf die Fahnen geschrieben Baustellen zu digitalisieren. An einem autonomen Bagger arbeitet man seit einigen Jahren. Jetzt hat das Unternehmen eine Lösung präsentiert, mit der die Geländevermessung auf Baustellen und die Dokumentation von Arbeitsschritten fast vollständig automatisiert werden kann.

Dazu werden Laser- und Kamerasensoren an Baumaschinen angebracht, mit deren Hilfe automatisch ein 3D-Modell des Geländes erstellt wird. 38 Millionen Messpunkte pro Minute sorgen dafür, dass auch kleinste Details in die dreidimensionale Nachbildung einfließen.

Da die Vermessung der Baustelle kontinuierlich erfolgt, lassen sich Arbeitsschritte an der Baustelle und Veränderungen am Gelände mit der SDX-4D-Vision genannten Lösung detailliert dokumentieren und in ihrem zeitlichen Verlauf nachvollziehen.

Schnappschüsse des Bauvorgangs

Dazu können auch Zeitabstände defniert werden, zu denen Schnappschüsse gespeichert werden. Ergänzend dazu werden auch Bilder der Arbeitsumgebung erfasst. "Wir können das Gelände zu jedem Zeitpunkt anzeigen", sagt Sodex-Mitgründer Raphael Ott zur futurezone.

Daneben hilft das System des Vorarlberger Unternehmens vor allem bei der Abrechnung. Baggerfahrer*innen können etwa auswählen, welche Art von Material bewegt wird. Das System errechnet dann das bewegte Volumen der jeweiligen Materialklasse. Die Daten können exportiert und in gängigen Abrechnungsprogrammen weiter verarbeitet werden.

Neben der Kamera, die den Arbeitsbereich aufnimmt, dem unter dem Arm des Baggers verbauten Laserscanner und einer Computereinheit, die die Daten der Sensoren erfasst und speichert, beinhaltet das System auch ein Tablet, auf dem die Daten im Fahrerhaus ausgegeben werden.

Baumaschinen lassen sich ohne großen Aufwand mit Kameras und Sensoren für das System nachrüsten.

Bagger können ohne großen Aufwand nachgerüstet werden

Laut dem Start-up können Bagger unabhängig von Größe und Marke ohne großen Aufwand mit dem System nachgerüstet werden. "Wir haben einen Prototyp mit 2,5 Tonnen auf dem das System läuft, wir haben aber auch schon einen Bagger mit 30 Tonnen ausgerüstet", erzählt Ott. Auch die Integration von bestehenden Hardware-Komponenten sei möglich. Die Kosten variieren je nach Modell und hängen auch davon ab, welche Komponenten bereits verfügbar sind.

Die Sodex-Gründer - neben Ott sind dies Ralf Pfefferkorn und Bernhard Gantner - begannen bereits vor 4 Jahren, während ihrer gemeinsamen Schulzeit an der HTL Rankweil, Digitalisierungslösungen für den Bau zu entwickeln. Vor 2 Jahren gründeten sie ihr Unternehmen. Mittlerweile zählt man 10 Mitarbeiter.

Mit den Shpock-Gründer*innen Armin Strbac und Katharina Klausberger sind bereits erste Investor*innen an Bord. Auch Förderungen der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) helfen dem Start-up beim Markeinstieg.

Und wann kommt der autonome Bagger? Das Vermessungssystem sei ein wichtiger Zwischenschritt, sagt Ott. Damit gehe man auf konkrete Probleme ein, die sich Bauunternehmen stellen. Der autonome Bagger bleibe die Vision des Start-ups. "Wir wollen innerhalb von 3 bis 4 Jahren eine autonome Lösung auf den Markt bringen."

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Austria Wirtschaftsservice (aws).

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Patrick Dax

pdax

Kommt aus dem Team der “alten” ORF-Futurezone. Beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Innovationen, Start-ups, Urheberrecht, Netzpolitik und Medien. Kinder und Tiere behandelt er gut.

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