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Start-ups
04/24/2020

"Wir bewerten den Gesundheitszustand von Windrädern"

Die junge Firma i4SEE TECH hilft bei der Effizienzsteigerung von Windkraftanlagen. Die Corona-Krise sieht Gründer Christopher Gray als Chance für die Branche.

von Patrick Dax

Das Grazer Start-up i4see Tech will Windkraft-Betreiber bei der Optimierung ihrer Anlagen unterstützen. „Wir bewerten den Gesundheitszustand der Anlagen und können frühzeitig erkennen, ob und wann Reparaturen notwendig sind“, sagt Gründer Christopher Gray. Neben der zustandsbasierten Wartung der Windräder hilft das Grazer Start-up auch bei der Verbesserung der Performance der Anlagen.

Maschinelles Lernen und menschliche Erfahrung

Analysiert werden bestehende Betriebsdaten, zusätzliche Sensorik sei dazu nicht notwendig, sagt Gray, der seit 10 Jahren in der erneuerbaren Energiebranche tätig ist. Zur Analyse der Daten kommt maschinelles Lernen zum Einsatz. Eine zentrale Rolle spielt auch die langjährige Erfahrung des Teams um Gray: "Unser Vorwissen fließt in die Softwaremethoden ein. So entsteht eine Mischung aus maschinellem Lernen und menschlicher Erfahrung."

Die Ergebnisse der Analyse werden in Handlungsanweisungen umgewandelt, die Daten danach wieder gelöscht, erläutert Gray: "Wir wollen nicht weitere Datenberge produzieren, sondern klare Empfehlungen geben, die pragmatisch durchgeführt werden können."

Mit Hilfe der Software des Unternehmens könnten Stehzeiten der Anlagen um die Hälfte reduziert und die Instandhaltungskosten um 10 Prozent gesenkt werden, sagt Gray. Die Effizienzsteigerung beziffert der Gründer bei großen Flotten mit 0,5 Prozent.

Europäischer Markt

Seinen Markt sieht das Start-up vorerst vorwiegend in Europa. Nach der Gründung im vergangenen Jahr habe man zahlreiche Testprojekte durchgeführt, auch um die Technologie an die Anforderungen der Kunden anpassen zu können. Seit Anfang des Jahres seien erste kommerzielle Projekte am Laufen. Bislang sei viel über bestehende Kontakte gelaufen. Künftig will man auch mehr in Marketing und Vertrieb investieren, um auch Kunden außerhalb des bestehenden Netzwerkes ansprechen zu können.

Daneben will das junge Unternehmen seine Lösungen auch in anderen Technologiebereichen zur Anwendung bringen. Gray nennt Photovoltaik und Batteriespeicherung als Beispiele. Viele Firmen, die in Windkraft investieren würden, seien auch in anderen Bereichen tätig: "Es gibt Synergien."

Finanziert wurde das Start-up, das derzeit 7 Mitarbeiter zählt und auch auf das Wissen eines vierköpfigen erfahrenen Beirats zurückgreifen kann, anfangs vom Gründer. Später gab es auch Unterstützung durch die Förderbank austria wirtschaftsservice (aws). Zur Finanzierung des weiteren Wachstums sei man mit Investoren in Gesprächen.

Corona-Krise als Chance

Die Corona-Krise spürt das Grazer Start-up bisher kaum. "Unser Geschäft ist digitalisiert, Softwareentwicklung und Vertrieb gehen weiter", sagt Gray. Generell werde der Trend zur Digitalisierung durch die Krise unterstützt. "Die Motivation digitale Prozesse zu verstärken, ist höher. das stärkt unsere Position." Problematisch könnte es allerdings werden, wenn die Budgets von Energiefirmen, die bislang in Windkraft investiert haben, für neue Aktivitäten nicht mehr ausreichen. "Dann wären auch wir betroffen."

Die Corona-Krise sieht der Gründer als Chance in Zukunft Dinge anders und besser zu machen. Erneuerbare Energien seien der einzig vernünftige Weg. Jetzt sei es wichtig, Firmen, die investieren wollen, ausreichend zu unterstützen.

Generell brauche es zum Ausbau erneuerbarer Energie mehr Planungssicherheit. Die Rahmenbedingungen würden sich von Jahr zu Jahr ändern. Das erhöhe das Risiko. Windkraft könne aber nur ein Teil der Lösung sein. Notwendig sei eine Mischung aus mehreren Formen erneuerbarer Energie, etwa Photovoltaik, Biokraft und auch die Verbesserung von Speichertechnologien. Dazu brauche es auch Systeme, die eine gemischte Technologielandschaft unterstützen können, sagt Gray: "Ich sehe sehr spannende technische Herausforderungen für die Zukunft."

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer redaktionellen Kooperation zwischen futurezone und aws.

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