Start-ups
05/03/2017

Runtastic: Kurz und Kern matchen sich um Büroeröffnung

Am Mittwochabend wurde das neue Büro von Runtastic im oberösterreichischen Pasching eingeweiht. Mit Kanzler Kern und Außenminister Kurz war die Regierung gut vertreten.

Nachdem das Thema Start-ups in Österreich jahrelang vernachlässigt wurde, gibt es derzeit einen wahren Wettlauf von Spitzenpolitikern, damit in Verbindung gebracht zu werden. Das wurde einmal mehr am am Mittwochabend offensichtlich, als neben Bundeskanzler Christian Kern, der das Thema seit seinem Amtsantritt forciert, auch Außenminister Sebastian Kurz ins oberösterreichische Pasching reiste, um bei der Büro-Neueröffnung vom Vorzeige-Start-up Runtastic beizuwohnen.

Vorwahlkampf um Gründerszene

Während Kern (SPÖ) spätestens mit seinem umjubelten Pioneers-Auftritt vor einem Jahr Start-ups zur Chefsache erklärt hatte, war das Thema auf ÖVP-Seite bislang hauptsächlich Sache von Staatssekretär Harald Mahrer. Dass nun der Außenminister und kolportierte Spitzenkandidat der ÖVP für die nächste Nationalratswahl sich dem Thema ebenfalls öffentlichkeitswirksam annimmt und dies auch mit einem eilig produzierten Video auf Twitter postet, ist ein Indiz, dass der Vorwahlkampf tatsächlich längst begonnen hat.


Die vereinzelt geäußerte Kritik an dem Aufmarsch der Spitzenpolitiker bei einer Büroeröffnung eines von einem deutschen Konzerns aufgekauften ehemaligen Start-ups mag angesichts der bisherigen Vernachlässigung des Themas durch die Politik kleinlich sein. Auf Twitter blieb das Engagement des Kanzlers und Außenministers jedenfalls nicht unbemerkt.

Reaktionen auf Büroeröffnung

Von "Startup-War de luxe" war die Rede, die Technologiejournalistin Lisa Oberndorfer sprach Runtastic gar die Bezeichnung "Start-up" ab und kritisierte das Engagement der Politiker bei dieser Büroeröffnung.


Erst kürzlich hat Runtastic-CEO Florian Gschwandtner auf dem 4Gamechanger-Festival die herrschende Negativität in Österreich kritisiert und die eigene Erfolgsstory als besten Beweis dafür angeführt, dass man auch von einem Standort am Land aus international erfolgreich werden könne. Das neue Büro ist laut CEO Gschwandtner ein Bekenntnis zum Standort Österreich. Es ist 2200 Quadratmeter groß, 160 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.