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Wie der next-incubator nachhaltige Projekte fördert

„Wir suchen immer nach disruptiven Dingen, die die Energiebranche nachhaltig verändern können“, sagt Thomas Wiedner. Er ist Leiter des next-incubator, eine Tochterfirma der Energie Steiermark, die nachhaltige Projekte fördert. Ihr Ziel ist klar: Energieinnovationen und andere Ideen unterstützen, um so eine lebenswerte Zukunft zu schaffen.

Thomas Wiedner leitet den next-incubator.

Vor 2 Jahren entschloss man sich dann beim „Brutkasten für neue Ideen“, sich auf das Thema Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Von sauberer Energie über Mobilität bis hin zu „Smart City“-Projekten – der next-incubator hat für alle ein offenes Ohr. „Lösungen und Ideen können überall herkommen“, ist sich Wiedner sicher. Von Mitarbeiter*innen, gesammelt bei Aktionen und aus dem Start-up- und Unternehmensbereich kamen so insgesamt mehr als 300 Ideen oder Produkte zusammen. Diese wurden von unabhängigen, internationalen Partner*innen nach ökologischen, ökonomischen und auch sozialen Kriterien bewertet.

Dass der Nachhaltigkeitshub mitten in der Coronapandemie aufgebaut wurde, war laut Wiedner kein Problem. „Wir haben in der Pandemie keine größeren Rückschläge wahrgenommen, im Gegenteil: Viele Prozesse wurden sogar effizienter.“ 

 25 Projekte am Laufen

Momentan habe man 25 Projekte in der Pipeline, darunter etwa Car2Flex, das sich mit bidirektionalem Laden von E-Autos auseinandersetzt. So könnte das E-Auto künftig als Zwischenspeicher für überschüssige Energie der hauseigenen Photovoltaik-Anlage dienen und den Strom bei hoher Nachfrage wieder abgeben. 

Oder das Start-up Natel Energy, das fischsichere Turbinen für Wasserkraftwerke entwickelt. Auch wenn Start-ups bei der Entwicklung von Innovationen eine wichtige Rolle spielen, will man sich beim next-incubator aber nicht zu sehr auf junge Unternehmen versteifen. „Ich verwende das Wort Start-up sehr selten“, verrät Wiedner. „Stattdessen frage ich mich lieber: Was ist der Kundennutzen?“ 

Die Wasserkraftturbine von Natel Energy ist besonders fischsicher.

Ist dieser Nutzen gegeben, greift das zehnköpfige Team vom next-incubator in jedem Stadium des Projekts unter die Arme. „Von der Projekt- und Programmentwicklung über Ideenmanagement, Forschung und Entwicklung und seit neuestem sogar Fördermanagement ist alles dabei“, erklärt Wiedner. Nach 3 bis 5 Monaten fällt die Entscheidung, ob ein Projekt weitergeführt oder die Zusammenarbeit gestoppt wird. „Eine Beteiligung steht nicht im Vordergrund“, betont Wiedner. Und obwohl der next-incubator aus der Energie Steiermark heraus entstanden und direkt dem Vorstand unterstellt ist, ist Wiedner eine gewisse Unabhängigkeit wichtig. „Wir versuchen, immer einen Schritt schneller zu sein als die anderen“, sagt der Geschäftsführer.

Internationale Partner

Der Blick über den Tellerrand hinaus ist dabei wesentlich. „Unser eigenes Auftreten ermöglicht es uns, international Kooperationen zu suchen. So ging man zum Beispiel eine Partnerschaft mit „Plug and Play“, dem größten Start-up-Hub im Silicon Valley ein. Wiedner ist sich sicher: „Ohne eigene Marke hätten wir das nicht geschafft.“ 

Außerdem ist der Innovations-Hub auch räumlich von der E-Steiermark getrennt. „Wir sitzen nicht in der Zentrale in Graz, sondern im Unicorn-Gebäude des ZWI“, sagt Wiedner. Das Zentrum für Wissens- und Innovationstransfer (ZWI) ist ein Tochterunternehmen der Uni Graz, das von Bernhard Weber gegründet wurde. Dort geben sich Start-ups und Ausgründungen aus allerlei Fachrichtungen die Hand. „Jedes Unternehmen sollte so einen Motor haben“, ist Wiedner überzeugt. Dabei muss die Form eines Innovations-Hubs aber nicht automatisch für jeden Konzern passen.

Zum next-incubator

Der next-incubator ist auch auf LinkedIn, Facebook und Instagram vertreten. Außerdem wird im next-incubator-Podcast "What's next" regelmäßig über nachhaltige Innovationen und Ideen gesprochen.

Der Energiemarkt befindet sich im Wandel und die Energiekrise treibt das Tempo an. „Man will die Lösungen schneller“, ist Wiedner überzeugt. Beim next-incubator verfolgt man den Weg der Nachhaltigkeit weiter und will weiterhin flexibel bleiben. Prognosen sind laut Wiedner schwierig: „Ich weiß noch nicht, was wir 2024 machen werden – auch das ist Teil der Innovation.“

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit futurezone und dem next incubator der Energie Steiermark.

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Marcel Strobl

marcel_stro

Ich interessiere mich vor allem für Klima- und Wissenschaftsthemen. Aber auch das ein oder andere Gadget kann mich entzücken.

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