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Überraschende Ursache für die Explosion der SpaceX Raumkapsel

Drei Monate nach der Explosion hat die Unfalluntersuchung von SpaceX ergeben: Ein brennendes Rückschlagventil aus Titan hat zur Explosion des Crew-Dragon-Raumschiffs geführt.

Die Dragon-Raumkapsel, die für die NASA entwickelt wurde um Astronauten zur ISS zu bringen, flog im März unbemannt zur ISS. Der Test war erfolgreich, sie schaffte es auch gut zurück zur Erde. Am 20. April explodierte die Kapsel jedoch bei einem Routinetest.

Die Treibstofftanks der Fluchttriebwerke sind etwa eine Zehntelsekunde vor der Zündung zu stark unter Druck geraten, wodurch das Rückschlagventil aus Titan in Brand geraten ist. Diese Reaktion war laut SpaceX „unerwartet“ – die Verbindung des Treibstoffs mit dem Metall galt bisher als unbedenklich, wie engadget berichtet.

Treibstoff-Mix

Die Triebwerke werden durch einen Mix aus Monomethylhydrazin als Brennstoff und einem sauerstoffreichen Oxidator, genannt Distickstofftetroxid (im Englischen abgekürzt mit NTO), aktiviert. Die Tanks sind über Hochdruckleitungen mit einem Heliumtank miteinander verbunden. Damit rund 30 Kilogramm Treibstoff pro Sekunde in die Brennkammern der Triebwerke gelangen, um Vollgas zu geben, müssen sie mithilfe von Helium unter Druck gesetzt werden.

Beim Befüllen der Dragon-Tanks ist jedoch flüssiges NTO in die Hochdruckleitung gelangt. Das Rückschlagventil aus Titan verhindert normalerweise, dass NTO in die Leitung gerät. Das Ventil öffnete sich aber, als diese unter hohem Druck war. Das NTO wurde durch das Ventil in den Tank gepresst. Die chemische Reaktion zwischen Titan und NTO hat in Folge zur Explosion geführt.

Vorkehrungen für künftige Missionen

SpaceX hat bereits Vorkehrungen getroffen, um derartige Fehler in Zukunft zu vermeiden, und unter anderem potenzielle Strömungspfade für das flüssige NTO eliminiert. Auch die Rückschlagventile werden noch gänzlich ersetzt.

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