Science

Deutsche bauen Mond-Motorrad

Das Dresdner Unternehmen Hookie hat den Prototyp eines Mond-Motorrades gebaut, das künftig für Erkundungsfahrten am Mond zum Einsatz kommen könnte. Das Tardigrade ist wesentlich leichter und platzsparender als der von der NASA bisher verwendete Mond-Rover und könnte deshalb weit billiger auf den Erdtrabanten transportiert werden.

Ein Mond-Rover würde drei bis viermal so viel Platz brauchen wie das Mond-Motorrad, wird Hookie-Mitgründer Nico Müller von Interesting Engineering zitiert. Auch das Gewicht des Tardigrade sei weit geringer.

Das 2,6 Meter lange und 0,9 Meter hohe Gefährt des auf Motorrad-Designs spezialisierten deutschen Unternehmens wird aus ultraleichten Metallen hergestellt und wiegt knapp 140 Kilogramm. Im Vergleich dazu bringt der Mond-Rover, der bei den Mondlandungen der NASA zum Einsatz kam, 210 Kilogramm auf die Waage.

Benannt wurde das Mondfahrzeug nach dem Bärtierchen oder Wasserbären, das Design wurde vom russischen Künstler Andrew Fabishevskiy inspiriert.

Weil man für Mond-Motorräder keine Einschränkungen durch Zulassungsstellen wie den TÜV habe, hätten sich im Design-Prozess viele Möglichkeiten aufgetan, erzählt Müller dem Online-Magazin. Der Rahmen des Mondfahrzeugs besteht aus 10 Millimeter dünnem, lasergeschnittenen Aluminium und wurde mit einem Exoskellet aus Rohren umwickelt. Die Achsen wurden ebenfalls aus ultraleichtem Metall gefertigt.

Der Anstriebsstrang wird mit einer Kevlar-Abdeckung mit Aluminiumbeschichtung vor Weltraumstrahlung und Stößen geschützt. Der elektrische Antrieb wurde vom schwedischen E-Bike-Spezialisten Cake zugeliefert, die Geschwindigkeit ist auf 15 km/h begrenzt.

Reifen aus dem 3D-Drucker

Die größte Herausforderung war laut Hookie der Bau der beiden Ballonräder des Tardigrade. Die 24x7 Zoll großen Leichtmetallräder Die Airless-Reifen wurden aus 12 3D-gedruckten Polyurethan-Laufflächenmodulen zusammengesetzt, bevor sie auf die Felgen montiert wurden.

Das Mond-Motorrad hat Hookie aus eigenem Antrieb und Interesse entwickelt. Aufträge von Weltraumbehörden dazu gab es keine. Die NASA wisse aber über das Projekt, sagte Unternehmensgründer Müller zu Interesting Engineering. Dass die Astronauten der Weltraumbehörde künftig mit dem Tardigrade über den Mond fahren werden, ist also durchaus möglich.

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