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Blackhawk-Hubschrauber fliegt erstmals völlig autonom ohne Pilot

Der erste autonome Blackhawk-Hubschrauber absolvierte seinen Jungfernflug. Das gab das Luftfahrtunternehmen Sikorsky Aircraft kürzlich in einer Presseaussendung bekannt.

Er wurde dabei komplett von Computersystemen gesteuert und nicht von einem menschlichen Piloten aus der Ferne. Es wurde auch auf Piloten im Cockpit verzichtet, die im Notfall hätten eingreifen können.

Sikorsky zufolge vollführte der unbemannte Helikopter vergangene Woche ein rund 30 minütiges Flugmanöver im US-Bundesstaat Kentucky. Der Pre-Flight-Check wurde ebenso autonom durchgeführt, wie das Abheben.

Er durchflog einen durch LiDAR-Sensoren abgesteckten Parcours, der die Skyline von New York nachbilden sollte. Völlig autonom reagierte der 6,4 Tonnen schwere Helikopter dabei auf die simulierten Wolkenkratzer. Auch die Landung vollführte er schließlich von selbst.

ALIAS soll bei Missionen unterstützen

Seit etwa 6 Jahren arbeitet Sikorsky, gemeinsam mit DARPA, der Forschungsbehörde des US-Militärs, an einem Hubschrauber-Autopiloten. Dieser heißt Aircrew Labor In-Cockpit Automation System - ALIAS. ALIAS kam bereits bei mehreren Flügen zum Einsatz. Bislang befand sich allerdings immer ein Pilot an Bord – eine Sicherheitsmaßnahme.

"ALIAS zielt darauf ab, die Durchführung einer gesamten Mission, vom Start bis zur Landung, zu unterstützen, einschließlich der autonomen Bewältigung von unvorhergesehenen Ereignissen wie dem Ausfall der Steuerung“, heißt es in der Erklärung des Unternehmens.

Auch mit einem Pilot an Bord kann der Autopilot nützlich sein: "Durch die geringere Arbeitsbelastung können sich die Piloten auf die Mission anstatt auf die Mechanik konzentrieren", sagte Stuart Young, Programmmanager der DARPA. Die selbstständige Software würden das Fliegen mit Hubschraubern sowohl intelligenter als auch sicherer machen, so Young weiter.

Der ALIAS-Autopilot soll schon bald bei militärischen Missionen zum Einsatz kommen

Gute Nachrichten für die Luftfahrt

Hubschrauberunfälle im US-Militär sind seit mehreren Jahren rückläufig, wie Defense News berichtet. Dank ALIAS könnte sich dieser Trend fortsetzen. Der Autopilot wird es der US-Armee ermöglichen, unter schwierigen Bedingungen zu fliegen, die einen Hubschrauber normalerweise am Boden halten würden, wie etwa bei schlechten Sichtverhältnissen. Diese sind – neben menschlichem Versagen – eine der Hauptursachen für Unfälle in der militärischen Luftfahrt.

ALIAS bringe der Armee „operative Flexibilität“, hält Young fest. "Dazu gehört die Fähigkeit, Flugzeuge zu jeder Tages- und Nachtzeit und unter einer Vielzahl schwieriger Bedingungen, wie z. B. umkämpften, überfüllten und schlecht einsehbaren Umgebungen, zu betreiben", so der Programmmanager.

ALIAS soll in den kommenden Monaten an weiteren Helikoptern getestet werden, heißt es in der Erklärung. Auch wenn es nicht ausdrücklich erwähnt wird, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis ALIAS mit bewaffneten Hubschraubern getestet wird. Dass das US-Militär zukünftig autonome Kampffahr- und -flugzeuge nutzen will, ist kein Geheimnis.

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