Boring Company Tunnel in Hawthorne, California

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Elon Musks Flammenwerfer brachte Amerikaner ins Gefängnis

Um für sein Tunnel-Start-up Boring Company Geld aufzustellen, verkaufte Elon Musk 2018 einen Flammenwerfer als Fan-Artikel. Um rechtlichen Problemen vorzubeugen, wurde das 600-Dollar teure Gerät "Not-A-Flamethrower" ("Kein Flammenwerfer") genannt. Die Rechnung ging zumindest für Musk auf und spülte Millionen Dollar in die Kassen des Start-ups. Zahlreiche Käufer dürften den Erwerb des Merchandising-Produkts aber bereut haben, wie Techcrunch berichtet.

Der an Gadgets aus dem Film "Spaceballs" angelehnte Flammenwerfer, von dem 20.000 Stück verkauft wurden, brachte Nutzer weltweit in die Bredouille. Der Amerikaner Max Craddock etwa musste fast eine Woche lang in einem italienischen Gefängnis verbringen, nachdem er mit dem waffenähnlichen Gerät einen Bus besteigen wollte. Es sei eine "haarsträubende Erfahrung" gewesen, erzählte er dem Online-Magazin. "Ich war mitten im Nirgendwo auf Sardinien und rund um die Uhr mit einem älteren Mann in der Zelle, der Mafia-Vibes ausstrahlte."

 

Ein anderer Käufer aus London kam ebenfalls ins Visier der Polizei. Seine Wohnung wurde von einer Spezialeinheit gestürmt, die den Flammenwerfer zusammen mit dem Laptop und den Mobiltelefonen des Mannes mitnahm.

Mehr als 1.000 Geräte konfisziert

Insgesamt seien weltweit mehr als 1.000 der Geräte vom Zoll oder von der Polizei konfisziert worden, heißt es bei Techcrunch. Auf einige der Geräte wurden die Behörden durch Fan-Videos in Online-Netzwerken aufmerksam.

Ein Schweizer Nutzer der vor Gericht die Rückgabe seines Geräts erstreiten wollte und darauf verwies, dass es sich bei dem Flammenwerfer um nichts anderes als einen Bunsenbrenner handle, verlor den Prozess.

In den USA waren die Flammenwerfer laut Techcrunch auch Gegenstand von mehreren strafrechtlichen Untersuchungen. Populär dürften Musks Fan-Artikel auch bei Drogenhändlern gewesen sein. Zumindest waren sie in einigen Fällen unter den bei Razzien beschlagnahmten Waffenarsenalen der Dealer zu finden.

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