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Nicht mehr unbegrenzt gratis: Was ändert sich bei Google Fotos?

Mit 1. Juni endet bei Google Fotos die Möglichkeit, unbegrenzt Bilder in hoher Qualität in der Cloud abzuspeichern. Angekündigt hat Google den Schritt bereits im November 2020. Seitdem ist es jedoch still um die bevorstehenden Änderungen geworden. In der App selber muss man schon fast nach dem entsprechenden Hinweis suchen.

Erst, wenn man rechts oben auf sein Profilfoto klickt, findet man unter „Kontospeicherplatz“ einen Hinweis auf das Datum. Wir erklären euch, was ihr zur Umstellung am 1. Juni 2021 wissen müsst.

1. Wie hat Google Fotos bislang funktioniert?

Google Fotos ist einer der populärsten Services von Google. Er zählt über eine Milliarde Nutzer*innen, die ihre Fotos hochladen, organisieren und miteinander teilen. Eine der wichtigsten Funktionen von Google Fotos ist es, die Bilder in der Cloud abzuspeichern.

Bislang konnte man dort zwischen 2 Möglichkeiten wählen: Entweder man lädt sie in „hoher Qualität“ oder in „Originalqualität“ auf die Google-Server. Bei ersterem können die Fotos maximal eine Größe von 16 Megapixel aufweisen. Bilder, die größer sind, werden automatisch entsprechend verkleinert. Für Videos liegt das Limit bei Full-HD-Auflösung – also 1080p. Bis zum 31. Mai 2021 ist der Upload in dieser Qualität kostenlos und unbegrenzt möglich.

Sichert man seine Fotos in „Originalqualität“ ab, werden sie vom limitierten Google-Cloud-Speicherplatz abgezogen. Kostenlos stehen allen Anwender*innen 15 Gigabyte zur Verfügung. Gegen Bezahlung kann man diesen Speicherplatz erweitern – mehr dazu siehe unten.

2. Was ändert sich nun?

Ab 1. Juni 2021 werden nun auch Fotos, die in „hoher Qualität“ abgesichert wurden, von dem zur Verfügung stehenden Speicherplatz abgezogen.  Google begründet den Schritt mit der hohen Nutzung von Google Fotos. Pro Woche werden demnach 28 Milliarden Bilder hochgeladen. Mit der Änderung wolle man garantieren, dass der Dienst „zukunftssicher“ bleibe.

3. Gibt es Ausnahmen?

Nicht betroffen von den Änderungen sind Nutzer*innen eines bereits erschienenen Google-Pixel-Smartphones. Sie können auch weiterhin alle ihre Fotos kostenlos und unbegrenzt in „hoher Qualität“ online speichern.

Etwas unklar ist noch, wie es bei künftigen Pixel-Handys aussehen wird. Google erklärte in der Vergangenheit, dass dieser „Bonus“ bei kommenden Handys wegfallen wird. Es mehren sich aber die Hinweise, dass Pixel-Käufer*innen künftig eine leicht abgeänderte Art der kostenlosen Foto-Sicherung bekommen werden.

4. Was passiert mit bereits hochgeladenen Fotos?

Die Änderung betrifft nur Fotos, die ab dem 1. Juni 2021 hochgeladen werden. Alle Aufnahmen, die davor in „hoher Qualität“ hochgeladen wurden, werden nicht vom kostenfreien Speicher abgezogen. Wer also noch eine externe Festplatte voller alter Bilder herumliegen hat und sie in „hoher Qualität“ hochladen möchte, hat noch bis Ende Mai kostenlos die Gelegenheit dazu.

5. Wie viel kostet Google Fotos ab 1. Juni?

Wem mit der Änderung der Speicherplatz ausgeht, der muss ein Google-One-Abo abschließen. Damit kann man Speicherplatz erwerben, der dann für alle Google-Dienste gilt – also neben Fotos auch für Gmail, Docs und die Dropbox-Alternative Google Drive.

Die Preise sehen aktuell (Stand Mitte Mai 2021) wie folgt aus:

  • 100GB: 1,99 Euro pro Monat oder 19,99 Euro im Jahr
  • 200GB: 2,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro im Jahr
  • 2TB: 9,99 Euro im Monat oder 99,99 Euro im Jahr
  • 10TB: 49,99 Euro im Monat
  • 20TB: 99,99 Euro im Monat
  • 30TB: 149,99 Euro im Monat

6. Wie viel Speicherplatz brauche ich?

Die Frage nach dem notwendigen Speicherplatz ist nur schwer allgemein gültig zu beantworten und kommt stark auf das individuelle Szenario an.

Aktuelle High-End-Smartphones wie das Samsung Galaxy S21 oder das iPhone 12 fotografieren mit ihren Kameras standardmäßig mit 12 Megapixel. Speichert man bei Google Fotos in „hoher Qualität“ ab, werden die Bilder zwar komprimiert, aber nicht verkleinert. Mit freiem Auge ohne Zoom wird man den Unterschied zwischen dem Original und der Google-Kopie jedenfalls kaum wahrnehmen können.

Je nach Motiv nimmt ein Foto in Google Fotos mit einem dieser Handys in „hoher Qualität“ grob gesagt zwischen einem und 3 MB ein. Man kann also mit dem 100-GB-Abo also zwischen 30.000 und 100.000 Fotos speichern. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn man auch hochauflösende Kamerafotos absichert. Dann kann ein komprimiertes Foto auch schon einmal 4 oder 5 MB haben. Mit dem günstigsten Abo kommt man also auf maximal 20.000 bis 25.000 Fotos.

Vorsicht: Wer auch Gmail oder Google Drive verwendet, muss die Daten und Mails, die dort gespeichert sind, natürlich ebenfalls berücksichtigen, da sie auch von dem Limit abgezogen werden.

7. Welche Alternativen zu Google Fotos gibt es?

Wer die Änderungen gleich dazu nutzen möchte, zu einem anderen Dienst zu wechseln, hat die Qual der Wahl, denn Alternativen gibt es viele. Hier haben wir einige für euch aufgelistet. In dem Artikel genannt werden:

  • Flickr
  • Amazon Photos
  • Dropbox
  • Apple und Microsoft
  • Fotos selber hosten

Wie ihr zu einem anderen Dienst umzieht, lest ihr hier

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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