A missile is launched during a joint exercise called the 'Great Prophet 17', in the southwest of Iran
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Iran baut Hyperschallrakete, um Flugzeugträger zu versenken

Der Iran behauptet, eine neue Antischiffsrakete entwickelt zu haben. Dies sagte Mohammad Hossein Bagheri, General der iranischen Streitkräfte, gegenüber Tehran Times. Die Tests seien abgeschlossen und die Rakete gehe jetzt in die Massenproduktion. Der Iran behauptet von sich selbst, eines von nur 3 Ländern der Welt zu sein, die diese Technologie beherrschen.

Bei dem Seeflugkörper soll es sich um eine Hyperschallrakete handeln, die mit Mach 8 fliegen kann. Das sind über 9.800 km/h. Laut Bagheri würde die Rakete diese hohe Geschwindigkeit im Weltraum erreichen, bevor sie punktgenau ihr Ziel trifft. Damit könnten sich feindliche Flugzeugträger und Kriegsschiffe nicht mehr in Sicherheit wiegen, die 1.500 Kilometer von der iranischen Küste entfernt sind.

Hyperschallrakete zu schnell für Abwehrsysteme

Sollten diese Angaben tatsächlich stimmen, hätte der Iran einen potenziellen „Flugzeugträger-Killer“ im Arsenal. Flugzeugträger bzw. deren Begleitschiffe haben mehrere Abwehrsysteme gegen Seeflugkörper. Für lange und mittlere Distanzen gibt es Flugabwehrraketen, für kürzere Distanzen automatische Maschinenkanonen, wie die berüchtigte Phalanx.

Zukünftig sollen zudem Laserwaffen zur Abwehr von Raketen zum Einsatz kommen. Außerdem sind einige Schiffe mit Täuschkörpern ausgestattet, um die Rakete abzulenken.

US-Flugzeugträger würden nicht sofort sinken

Durch die hohe Geschwindigkeit von Mach 8 wäre so ein Seeflugkörper kaum bis gar nicht abzufangen. Bei der angeblichen Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern muss man davon ausgehen, dass die Rakete entsprechend groß ist, um einen Gefechtskopf von 500 Kilogramm zu haben. Normale Kriegsschiffe könnten damit bei einem Direkttreffer versenkt werden.

Ein Flugzeugträger der USA in der 100.000-Tonnen-Klasse, wie etwa die Nimitz oder Gerald R. Ford, würden von so einer Rakete vermutlich nicht sofort versenkt werden. Die Schäden könnten aber, je nach Treffer, stark genug sein, dass das Schiff manövrierunfähig wird oder die Systeme ausfallen. Es wäre dann ein leichtes Ziel für weitere Angriffe mit konventionellen Unterschall-Seeflugkörper. Theoretisch ist es aber auch möglich, so eine Hyperschallrakete mit einem nuklearen Gefechtskopf zu bestücken.

Starter auf Lkw-Basis

Der Iran hat nicht gesagt, ob die Rakete von Land, aus der Luft oder dem Wasser aus gestartet wird. Aufgrund der Wortwahl ist davon auszugehen, dass ein Landstarter genutzt wird. Das ist einfacher technisch umzusetzen, als eine Version, die von Schiffen oder U-Booten gestartet wird. Allerdings ist denkbar, dass der Iran den Starter für die neue Rakete, der vermutlich einen Lkw als Basis hat, auf einem Hubschrauberlandeplatz der Containerschiffe aufstellt, die der Iran zu Kriegsschiffen umgebaut hat. Das würde die Einsatzreichweite nochmals erhöhen.

Das Problem mit der Genauigkeit

Fraglich ist, wie der Iran das Problem mit der Genauigkeit gelöst hat. Derzeit existierende Hyperschallraketen können nur bedingt gegen Schiffe eingesetzt werden. Fahrende Ziele müssen aktiv mit Radar oder Infrarot erfasst werden, um sie anzufliegen. Bei Hyperschallgeschwindigkeit würde laut Expert*innen soviel Hitze entstehen, dass diese Sensoren beeinträchtigt werden. Die Rakete müsste für den finalen Zielanflug auf Unterschallgeschwindigkeit wechseln. Das würde sie leichter erfassbar für die Abwehrsysteme machen, wodurch der Vorteil einer Hyperschallwaffe dahin wäre.

Die Ankündigung der Massenfertigung dieser Antischiffsrakete klingt außerdem verdächtig nach früheren Drohungen des Iran. 2019 sagte der Iran etwa, dass alles innerhalb von 2.000 Kilometern rund um den Iran in der Reichweite von Raketen wäre – inklusive US-Stützpunkten und Flugzeugträgern. Die aktuelle Meldung klingt fast genauso, nur, dass aus den normalen Raketen eine Hyperschallwaffe wurde.

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