Was genau die Lecks verursacht hat, ist noch ungeklärt

Was genau die Lecks verursacht hat, ist noch ungeklärt

© APA/AFP/DANISH DEFENCE/HANDOUT

Digital Life

Kampfjet fotografiert Gas-Leck in Nord-Stream-Pipelines

Die derzeit ungenutzten deutsch-russischen Ostsee-Gaspipelines - Nord Stream 1 und 2 - haben mit Druckproblemen zu kämpfen. Das teilte der Betreiber am Montagabend mit. Die Kapazität beider Pipelines sei praktisch auf null gesunken, hieß es. 

Dänemarks Streitkräfte konnten nun die Ursache für den Druckabfall identifizieren. Beide Pipelines dürften demnach Lecks in der Nähe der dänischen Insel Bornholm aufweisen. Die Stellen wurden von Kampfjets des dänischen Verteidigungsministeriums entdeckt. Fotos und ein Video zeigen, wie Blasen an die Oberfläche steigen. Das größte Gasleck habe eine Störung der Wasseroberfläche von mehr als einem Kilometer Durchmesser verursacht, so die Streitkräfte.

Explosionsgefahr

Die Lecks seien sehr groß. Es könne etwa eine Woche dauern, bis kein Gas mehr aus der Nord Stream 2-Pipeline ströme, sagt der Leiter der dänischen Energieagentur, Kristoffer Bottzauw, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Schiffe könnten zudem ihren Auftrieb in dem betroffenen Gebiet verlieren. "Die Meeresoberfläche ist voller Methan, was bedeutet, dass in dem Gebiet ein erhöhtes Risiko von Explosionen besteht", mahnt Bottzauw zur Vorsicht.

Sabotage nicht ausgeschlossen

Polens Premierminister, Mateusz Morawiecki, spricht von Sabotage, nennt allerdings keine konkreten Beweise. Auch die dänische Ministerpräsidentin, Mette Frederiksen, meint, eine mutmaßliche Sabotage der Pipelines könne nicht ausgeschlossen werden. "Es ist schwer vorstellbar, dass es sich um einen Zufall handelt", sagt Frederiksen.

Das unterstreicht auch Russland. Der Kreml hatte nach der Verhängung von Sanktionen durch den Westen seine Gaslieferungen nach Europa zuletzt gekürzt. Sabotage sei durchaus im Rahmen des Möglichen und der Vorfall untergrabe die Energiesicherheit des Kontinents, so ein Kreml-Sprecher. Ein hoher ukrainischer Beamter bezeichnete den Vorfall indes als russischen Angriff, um Europa zu destabilisieren.

Die Nord-Stream-Pipelines sind ein Brennpunkt in dem Energiekrieg zwischen den europäischen Staaten und Moskau. Erstere geraten durch steigende Gaspreise und Lieferschwierigkeiten zunehmend in Bedrängnis. 

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare